Klare Vorgaben fehlen - DJ-Festival verschoben

Corona killt Top-Events in Hamm - Stadt dämpft letzte Hoffnungen

+

Nach den Vorgaben von Bund und Ländern dürfen wegen der grassierenden Corona-Pandemie bis Ende August keine „Großveranstaltungen“ durchgeführt werden. Das hinterlässt nicht nur Klarheit, sondern auch Verunsicherung.

Hamm – Die Stadt Hamm sagte in der Konsequenz der Verkündung unmittelbar dutzende lange geplante Veranstaltungen ab, für die sie die Verantwortung trägt. Darunter sind auch kleinere Events, gleich ob drinnen oder draußen: Der OB nennt das eine „gerade Linie“, weil Grenzen nicht eindeutig zu definieren seien. Das war am 16. April. Seitdem sind noch immer Fragen unbeantwortet, und selbst die Stadt tappt im Dunkeln: „Wir warten.“ Hoffnung aber kann sie trotzdem nicht machen.

Die Liste der geplatzten Ereignisse ist eindrucksvoll und umfasst besucherstarke Höhepunkte wie den Hammer Summer, das Hallohparkfest, das Flugplatzfest, das Kurparkfest und das Hindu-Tempelfest und das Sattel-Fest, aber auch deutlich kleinere Kulturveranstaltungen und Stadtteilfeste. Selbst die Schützenfest-Saison wurde einvernehmlich und quasi komplett gecancelt. Für viele privat organisierte und finanzierte Events wie Tanzpartys, dem Sommerspaß im Lutherviertel oder dem „Kapelle Somma“ im August fehlen solche Vorgaben noch. Je kleiner es ist, desto größer ist die Unsicherheit: Wo sind die Grenzen, wo die Auflagen, darf ich vielleicht doch...?! Viele wurden daher nach wie vor nicht offiziell abgesagt.

Was ist denn eine "Großveranstaltung"?

Darauf angesprochen, zuckt Stadtsprecher Tom Herberg mit den Achseln. „Wir warten auf eine Konkretisierung seitens des Landes, was man dort unter ‘Großveranstaltung’ versteht“, bittet er um Verständnis. Die einzig dazu vorliegende Definition ergebe sich aus dem Baurecht. „Veranstaltungen mit mehr als 199 Personen zählen als genehmigungspflichtige Großveranstaltung“, heißt es dort. Doch nicht einmal das wurde bislang aus Düsseldorf im aktuellen Zusammenhang klargestellt.

Größe allein für Stadt nicht entscheidend

Für die Stadt sei jedoch nicht nur die Größe entscheidend, ergänzt ihr Sprecher – sondern vor allem auch die Vorgaben nach Infektionsschutzgesetz. Dazu gehörten auch die Abstands- und Hygieneregeln („Dies betrifft zum Beispiel auch das Spülen von Gläsern oder ähnliches“). Damit dürften in Hamm auch ohne weitere Präzisierungen aus Düsseldorf auch viele Kleinereignisse im Verboten-Raster festhängen. Denn, so Herberg: „Wenn man diese Maßstäbe ansetzt, dann ist es eher unwahrscheinlich, dass größere Veranstaltungen in Hamm bis Ende August durchgeführt werden dürfen beziehungsweise dann noch wirtschaftlich sind.“

Ende April soll nun ein konkretisierender Erlass des Landes Klarheit bringen. Anhand dieses Erlasses können und sollen die Kommunen dann ausstehende Einzelfallentscheidungen treffen.

„Welcome to my Garden“ verschoben 

Die Veranstalter von „Welcome to my Garden“ haben ihrerseits inzwischen schweren Herzens Nägel mit Köpfen gemacht und das DJ-Festival verschoben. Der neue Termin ist nun der 7. August 2021. Alle bereits verkauften 2200 Tickets bleiben gültig, können aber im Zweifel auch zurückgegeben werden - Infos dazu folgen zeitnah.

Übrigens: Wie in vielen anderen Städten soll es auch in Hamm bald ein Autokino geben. Denn das ist sicherer. Der Start ist für Ende April geplant. Das Team dieses Autokinos ist übrigens das selbe wie beim DJ-Festival. Deshalb heißt es auch „Welcome to my Cinema“. 

Coronavirus in Hamm - weitere Infos:

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare