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Coronavirus in Hamm: So geht es in den Schulen bei Infektionsfällen nach den Ferien weiter - viele Details zu Tests

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Mehrere Schulen waren kurz vor den Ferien wegen Corona-Infektionsfällen in der Schülerschaft geschlossen worden.

[Update] Hamm - Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann hat am Dienstagmittag eine erste Corona-Zwischenbilanz gezogen und Konsequenzen für den Schulalltag in Hamm nach den Ferien verkündet. Die Zahl der Infizierten ist unterdessen deutlich zurückgegangen.

Wird ein neuer Infektionsfall in einer Schule bekannt, wird diese nicht automatisch geschlossen. Das kündigte der OB an. Der Grund: Nach Einschätzung der Verwaltung sind die Schulen kein Infektionsherd. Das zeigten die Ergebnisse der vielen Tests, die an betroffenen Einrichtungen vor und in den Ferien durchgeführt wurden.

1772 Tests - die meisten davon auf freiwilliger Basis - gab es zuletzt an neun Hammer Schulen. Nur ein einziger Test an der Von-Vincke-Schule fiel positiv aus. Dabei hatte es sich um eine befreundete Mitschülerin einer Infizierten gehandelt, die obendrein im gleichen Haus wohnt.

Ähnlich verhalten hatte es sich bei einer Übertragung unter Schülern des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums. Dort hatte sich die zweite Person allerdings vom Hausarzt testen lassen und taucht deshalb in der Statistik der Stadt nicht auf.

"Die Übertragungen haben im privaten Raum stattgefunden", ist sich Hunsteger sicher. "Wenn Schulen selbst bislang ein Infektionsherd gewesen wären, hätten wir mehr positive Ergebnisse erhalten müssen."

Das Vorgehen: Nur betroffene Klassen in Quarantäne

Deshalb wird nach den Ferien folgendermaßen verfahren: Gibt es einen Infektionsfall in der Schülerschaft wird die betroffene Klasse wie bisher unter Quarantäne gestellt. Die Schüler müssen getestet werden. Für die restliche Schülerschaft gibt es keine Konsequenzen, die Schule bleibt geöffnet.

Sollten mehrere Fälle an einer Schule bekannt werden, behält sich die Stadt vor, die Einrichtung doch temporär zu schließen. Dann sollen auch wieder freiwillige Tests für die gesamte Schülerschaft und das Kollegium angeboten werden.

Dieses Vorgehen sei immer vorbehaltlich des allgemeinen Infektionsgeschehen und der Vorgaben des Landes, betonte Hunsteger. "Das ist ein vernünftiger Kompromiss mit gewissen Lockerungen. Wir wollen nicht 800 Schüler Zuhause lassen, nur weil eine Klasse betroffen ist. Bei nur einem positiven Fall an neun Schulen müssen wir nicht die ganze Schullandschaft stilllegen."

Acht Corona-Tests sind nicht auswertbar

Von den Tests an Schulen stehen nur noch wenige Ergebnisse aus. Am Eduard-Spranger-Berufskolleg fehlen noch 41. Alle bisher von dort ausgewerteten Proben fielen aber negativ aus. Am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium stehen noch 13 Ergebnisse der zweiten Pflichttest-Reihe aus. Den aktuellen Stand können Sie hier auf der Seite der Stadt nachlesen.

Ein neues Phänomen: Insgesamt acht Tests an der Sophie-Scholl-Schule und der Von-Vincke-Schule konnten nicht ausgewertet werden. Die betroffenen Schüler müssen jetzt noch einmal antreten. "Alle anderen 180 Eltern werden wir in diesem Ausnahmefall anschreiben und informieren. Wir wollen sie nicht im Unklaren lassen", sagte der OB.

Zweite Corona-Welle durch Urlaubsrückkehrer?

Derzeit mehren sich die Stimmen, die vor zunehmender Sorglosigkeit vor allem bei Urlaubern und der Rückkehr des Virus' im Sommer 2020 warnen. Auch der OB sieht darin eine Gefahr. "Ich habe Angst davor, was am Ende der Ferien passiert. Eine starke Rückwanderung der Urlauber aus Ländern in Ost- und Süd-Mitteleuropa kann natürlich zur Folge haben, dass wir eine deutliche zweite Welle zu spüren bekommen - auch in den Schulen."

Hunsteger warnt nicht nur deshalb eindringlich davor, zu glauben, die Corona-Pandemie sei für Hamm weitgehend durchgestanden. "Bisher hatten wir Glück, dass das Virus bis auf eine Ausnahme nicht in die Kindergärten übergesprungen ist. Glück ist auch, dass es sich nicht wieder erkennbar in Seniorenheim ausbreitet."

Pflegeheime weiter im Fokus

Zur Erinnerung: Zu Beginn der Pandemie waren Alteneinrichtungen die Hauptursache für hohe Infektionszahlen in Hamm. Insgesamt sind im Zuge der Ausbreitung 36 Menschen mit dem Coronavirus verstorben. Ein Großteil davon lebte zuvor in Pflegeheimen.

Ein Hineintragen durch die Mitarbeiterschaft sei mittlerweile so gut wie ausgeschlossen, erklärte der OB: "Selbst wenn ein Mitarbeiter infiziert sein sollte, kann er keine Senioren anstecken, wenn er sich an die Hygiene-Regeln hält. Das ist zuletzt ja auch nicht mehr passiert."

OB: "Nicht so tun, als spiele Corona keine Rolle mehr"

Die aktuellen Zahlen seien zwar beruhigend, bei der Entwicklung der vergangenen Tage mit kleineren sprunghaften Anstiegen müsse man aber genau aufpassen. "Wir haben mal gedacht, wir wären fertig damit, als wir nur noch vier Infizierte hatten. Dann kam Tönnies. Wir haben zunehmend aber auch andere Infektionswege. Es wird nicht so sein, dass uns die Pandemie in den nächsten Wochen verlässt. Ein komplettes Aufheben von Schutzbestimmungen oder der Maskenpflicht ist absurd", so Hunsteger. "Wir dürfen nicht so tun, als spiele Corona keine Rolle mehr."

Weiterhin arbeite auch die Verwaltung unter Volllast gegen die Pandemie an. Mitarbeiter verschiedener Ämter würden unentwegt für die Infektionsverfolgung und andere Corona-Aufgaben abgezogen. "Deshalb bitten wir die Bürger um Geduld. Die eine oder andere Sache dauert dadurch einfach länger. Die Gesundheit geht vor", betonte der OB.

Die aktuellen Corona-Infektionszahlen

In Hamm sind - Stand: 12 Uhr - derzeit 38 Personen akut mit dem Coronavirus infiziert. 17 sind weiblich, 21 männlich. Im Vergleich zu Montag gab es keine Neuinfektion, die bekannt wurde. Dagegen gelten elf Personen neu als genesen.

Drei Personen werden in einem Hammer Krankenhaus behandelt. Ein Mann (über 50 Jahre alt) liegt auf der Intensivstation.

Mittlerweile gelten 494 Hammer als gesundet. 254 sind weiblich, 240 männlich.

355 Hammer sind derzeit in Quarantäne. 3.705 Personen haben diese Isolation hinter sich.

Fast 11.000 Corona-Tests in Hamm

Inzwischen wurden 10.800 Coronatests seit Beginn der Pandemie allein von der Stadt durchgeführt. 8.571 davon mit den beiden Coronamobilen. 5.500 entfallen auf Senioren- und Pflegeheime, 1.772 auf Schulen. Dazu kommen rund 2.300 von den Massentestungen bei Westfleisch.

Nicht enthalten in dieser Statistik sind Tests durch Hausärzte, Krankenhäuser oder am Behandlungszentrum der Kassenärztlichen Vereinigung an der St. Barbara-Klinik.

Coronavirus in Hamm - weitere Infos:

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