Stadt will Details bekanntgeben

Gäste erlaubt, Umarmen verboten: Die neuen Regeln für Hochzeiten in Hamm 

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Im Trauzimmer im Rathaus ist Platz genug für zahlreiche Gäste. In anderen Trauzimmern der Stadt wird es derzeit nichts mit der Trauung.

Für standesamtliche Trauungen gelten neue Regeln. Brautpaare dürfen jetzt unter anderem mehr Menschen einladen. 

Hamm - Karten mit dem Spruch „Change the date“, „ändere das Datum“, verschicken viele Brautpaare in diesen Tagen. „Einige heiraten jetzt zwar standesamtlich, die Feiern werden aber verschoben“, sagt Kerstin Schickhoff, Leiterin des Hammer Standesamtes. Sie hat für Heiratswillige gute Nachrichten: Seit Mittwoch dürfen Brautpaare zu ihren standesamtlichen Trauungen wieder mehr Gäste einladen. Wie viele, hängt von der Raumgröße ab.

Jede dritte Hochzeit verschoben

Etwa jede dritte Hochzeit in Hamm wurde zwischen März und Mai verschoben. Doch immerhin gaben sich mehr als 40 Paare sogar in der besonders strengen Phase des Lockdowns das Ja-Wort. Heiraten war nur in Haus Vorschulze und dem Rathaus möglich, die Paare durften nur zwei Gäste mit ins Trauzimmer nehmen. Schickhoff erzählt, dass die Standesbeamten auf die besondere Situation eingingen: „Sie haben den Paaren gesagt: Konzentriert euch auf eure Liebe, auf den Beginn eurer Ehe.“ Gerade in dieser Zeit habe es einige sehr emotionale Trauungen gegeben.

Zumindest virtuell ließen einige Paare ihre Gäste an der Hochzeit teilnehmen: Sie streamten die Trauungen übers Internet. Schickhoff berichtet von einer Hochzeit, bei der die Standesbeamtin mit dem Paar und einer Kamera durchs ganze Rathaus lief, um Einzug und Auszug von Braut und Bräutigam zu filmen. Seit Anfang Mai dürfen wieder acht Gäste an den Trauungen teilnehmen, Hochzeiten waren wieder in mehr Trauzimmern möglich.

Die meisten halten sich an die Regeln

Für Juni bis August sind aktuell jeweils 80 bis 100 Trauungen pro Monat geplant. Bisher haben viele Paare sie nicht abgesagt, obwohl sie ihren Gäste weiterhin weder die Hand geben noch sie in den Arm nehmen dürfen. „Die meisten halten sich daran“, sagt Schickhoff.

Doch die Standesbeamten sehen, wie schwer das vielen fällt. So müsse man mit Worten kompensieren, was man sonst sehr gern mit Gesten zeigt.

Auch Gastronomen hart getroffen

Dass Feiern nach der Trauung verboten bleiben, trifft neben den Brautpaaren viele Gastronomen hart. So erzählt etwa Jens Wilshaus vom Brauhof Wilshaus, das dort normalerweise zwischen April und Oktober fast jedes Wochenende mindestens eine Hochzeit gefeiert wird. Auch ein Trauzimmer gibt es auf dem Hof.

Seit Beginn der Pandemie fanden dort weder Trauungen noch Feiern statt. „Die meisten sagen: Wenn ich auf meine Lieben verzichten muss, verschiebe ich die Hochzeit ganz“, sagt Wilshaus. Für den Hof bedeute das einen großen Einschnitt. „Aber wir halten durch, so wie alle“, sagt Wilshaus.

Keine Trauungen in den Kirchen

Auch in den Kirchen läuten die Hochzeitsglocken nicht. Bernd Mönkebüscher, Pfarrer im Pastoralverbund Hamm-Mitte-Osten, hat seit Mitte März kein Paar getraut. „Die Paare könnten ja nicht feiern“, sagt er. Zu einer kirchlichen Trauung gehöre aber für die meisten Paare auch eine Party danach. Für Juni hat sich ein Paar angemeldet. „Ich denke, dass diese Hochzeit auch stattfinden wird“, sagt Mönkebüscher. Ob das Paar im Anschluss feiern darf? Das ist noch unklar.

Die Regeln im Detail:

In Paragraph 13, Absatz 6 der aktuellen Coronaschutzverordnung ist geregelt, dass standesamtliche Trauungen mit Gästen möglich sind. Die Voraussetzungen: ein Mindestabstand von 1,5 Meter, außerdem müsse ein „direkter Kontakt (Händeschütteln, Umarmen etc.) vermieden“ werden. Werden die Regeln beachtet, dürfen Gäste mit in das Trauzimmer, aber auch davor warten. Veranstaltungen und damit die Feiern bleiben verboten.

Wie viele Gäste in den Hammer Trauzimmern zulässig sind, prüft das Standesamt derzeit. Eine Übersicht soll Anfang der Woche auf der Homepage der Stadt zu finden sein: www.hamm.de/standesamt

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