Hunsteger-Petermann: "Wir halten die Belastung der Familien auf Dauer so nicht durch"

OB fordert vollständige Kita-Öffnung nach den Ferien

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Der Notbetrieb endet, ab dem 8. Juni dürfen alle Kinder wieder in die Kitas.

Die Kitas öffnen: Ab 8. Juni kann jedes Kind täglich die Einrichtung besuchen, soll aber pro Woche zehn Stunden weniger betreut werden als vor der Coronakrise. Der Oberbürgermeister begrüßt die Entscheidung - und fordert eine Öffnung in vollem Umfang nach den Sommerferien.

Hamm – In zweieinhalb Wochen dürfen alle gut 7300 Kinder in Hamm mit einem Betreuungsplatz wieder zurück in ihre Kitas oder zu ihren Tageseltern. Das Land NRW verkündete am Mittwoch, das Betretungsverbot für Kitas ab dem 8. Juni aufzuheben. „Wir begrüßen diese Regelung ausdrücklich“, sagte Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann. Die Stadt habe beim Land auf eine solche Entscheidung gedrängt. „Es ist gut, dass die Familien jetzt Planungssicherheit haben“, sagte der Oberbürgermeister.

Die Kitas arbeiten aktuell im Notbetrieb. Am Mittwoch betreuten die Erzieher in Hamm etwa 1200 Kinder, knapp 180 Kinder waren in der Tagespflege untergebracht. Das heißt auch: Vier von fünf Kindern wurden anderweitig betreut – meist von den Eltern. „Ich glaube, dass wir die Belastung der Familien auf Dauer nicht weiter so durchhalten“, sagte Hunsteger-Petermann.

Noch keine Entscheidung zum Elternbeitrag

Es gibt noch keine Entscheidung dazu, ob und in welchem Umfang die Stadt im Juni Elternbeiträge erheben wird. Die Kitas werden eingeschränkt öffnen: Jedes Kind soll zehn Stunden pro Woche weniger betreut werden als sonst. Der Oberbürgermeister verspricht, dies werde sich im Elternbeitrag widerspiegeln, falls es einen gibt.

Hunsteger-Petermann geht nicht davon aus, dass die Kitas neue Infektionsherde werden. Zahlreiche Mediziner hatten darauf gedrängt, die Kitas zu öffnen – der OB hält das Risiko der Öffnung für vertretbar, wenn Hygieneregeln eingehalten werden. Er fordert, dass die Kitas nach den Sommerferien wieder regulär öffnen, falls die Zahl der Coronainfizierten in Hamm nicht stark steigt.

OB: Schulen sollen spätestens nach Sommerferien in modifizierten Regelbetrieb

Unklar ist, wie es an den Schulen weitergeht. Aktuell gehen die meisten Kinder einmal pro Woche für einige Stunden in die Schule, lernen sonst zu Hause. Es steht nicht fest, wie lange es dabei bleibt. Einige Schulen bieten den Kindern eine engmaschige Betreuung und viel digitalen Unterricht an, andere nicht. Der Oberbürgermeister wünscht sich, dass die Schulen spätestens nach den Sommerferien wieder einen modifizierten Regelbetrieb anbieten. Die Entscheidung dazu liegt allerdings beim Land NRW.

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