Helfer auf alles eingerichtet

Corona in Hamm: Feuerwehr und Rettungskräfte besonders gefordert

Sind die Wehrleute und Retter erst einmal am Einsatzort, ist das mit dem Abstand halten so eine Sache.
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Sind die Wehrleute und Retter erst einmal am Einsatzort, ist das mit dem Abstand halten so eine Sache.

Auf alles eingerichtet: Feuerwehr und Rettungskräfte sind in Hamm in der Corona-Zeit besonders gefordert. Party-Einsätze und Schlägereien gibt es derzeit kaum.

Hamm – Sie sind diejenigen, die während ihrer Einsätze den vorgeschriebenen Abstand zu anderen Menschen so gut wie gar nicht einhalten können. Und wenn sie ausfallen, hat das weitreichende Konsequenzen für die Sicherheit vieler Hammer. Die Rede ist von Rettungskräften und Feuerwehrleuten, die in diesen Zeiten besonders gefordert sind und speziell geschützt werden. Die Maßnahmen greifen. Noch keiner der Mitarbeiter ist am Coronavirus erkrankt.

„Nein“, sagt Stadtsprecher Lukas Huster. „Mundschutz tragen Feuerwehrleute in Hamm im Einsatz keinen.“ Aber: „Einsatzkräfte, die bei Rauchentwicklung und Feuer im Gebäude eingesetzt sind, sind durch das Tragen von Atemschutzgeräten natürlich auch gegen Viren optimal geschützt.“ Im Kreis Unna kursieren dagegen Bilder, auf denen Feuerwehrleute in voller Montur auch noch einen Mundschutz „drunter“ tragen. Das sei in Hamm nicht notwendig.

Um bei einer Ansteckung einzelner Retter mit dem Coronavirus das System nicht zu gefährden, sind Gruppen wie Brandschutz, Rettungsdienst, Leitstelle und Verwaltung derzeit strikt voneinander getrennt – personell wie räumlich. Es gibt separate Duschen und Toiletten. Besprechungen werden als Telefonkonferenzen durchgeführt. Und auch in den Einsatzfahrzeugen sitzen bei der Anfahrt weniger Kräfte. „Wir versuchen dadurch den Abstand zwischen den in den Feuerwehrfahrzeugen sitzenden Einsatzkräften zu vergrößern“, so Huster.

Feuerwehrleute oo gut es geht auf Distanz

Sind die Wehrleute und Retter erst einmal am Einsatzort, ist das mit dem Abstand halten so eine Sache. Verletzte müssen versorgt, Menschen mit einem Schock einfühlsam betreut werden. Hierbei gehen die Einsatzkräfte jetzt so gut es geht auf Distanz. Das sei ein komisches Gefühl, sagen einige von ihnen. Und gelinge nicht immer.

Bei jedem bestätigt Infizierten, bei Patienten mit Symptomen oder bei einem Verdacht auf eine Infektion muss der Rettungsdienst den kompletten Infektionsschutz tragen. Dazu gehören ein Ganzkörper-Anzug, eine sichere Maske, eine Schutzbrille, eine Kopfbedeckung und Handschuhe.

Geht in der Leitstelle ein Notruf ein, wird auch gleich abgeklopft, ob ein erhöhtes Infektionsrisiko besteht.

Fahrzeuge noch gründlicher gereinigt

Das Einsatzaufkommen sei trotz weniger Autos auf der Straße vergleichbar mit den Zahlen vor Corona, sagt Huster. „In Bezug auf das Unfallaufkommen auf öffentlichen Verkehrswegen können wir bisher keine signifikanten Änderungen feststellen. Einsätze, die häufig in unmittelbarer Verbindung zu Veranstaltungen und größeren Feiern stehen, sind allerdings definitiv weniger geworden.“

Betrunkene, die sich im Delirium verletzten oder Party-Schlägereien seien durch Corona selten, erklärt auch der Ärztliche Leiter des Rettungsdienstes Dr. Bernhard Eßer. Die Zeit, die dadurch gespart werde, investiere man aber fast eins zu eins in die noch gründlichere Reinigung der Fahrzeuge, so Eßer.

Coronavirus in Hamm - weitere Infos:

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