Selbachpark und Süd-Bad

„Schon kritisch gewesen“: Hitze-Ansturm auf die Freibäder - lange Schlangen, kein Abstand

Nicht nur eine Momentaufnahme: Vor den Freibädern in Hamm - hier am Samstag um 16 Uhr im Selbachpark - gab es in den zurückliegenden Tagen lange Schlangen.
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Nicht nur eine Momentaufnahme: Vor den Freibädern in Hamm - hier am Samstag um 16 Uhr im Selbachpark - gab es in den zurückliegenden Tagen lange Schlangen.

Tausende Menschen haben in Hamm in den zurückliegenden Tagen Abkühlung in den beiden Freibädern gesucht. Dabei gab es lange Schlangen und brenzlige Situationen vor den Eingängen. Die Stadtwerke wollen nachbessern.

Hamm - Der heißte Tag war der internen Messung der Stadtwerke Hamm zufolge der vergangene Donnerstag mit 34,4 Grad Celsius. „Es kann auch sein, dass es an diesem Tag irgendwo im Stadtgebiet 37 Grad waren. Jedenfalls hatten wir an diesem Tag auch die höchsten Besucherzahlen“, sagt Stadtwerke-Sprecherin Cornelia Helm am Montag auf WA-Nachfrage. Das Süd-Bad in Berge besuchten an diesem Donnerstag exakt 1.776 Personen, in den Selbachpark kamen über den Tag verteilt 1.631 Badegäste. (News zum Coronavirus in Hamm)

Lange Schlangen vor Freibädern: Einlass-Stopp am Donnerstag

In Pelkum sei die Lage angesichts von drei Einlasszeiten entspannt gewesen, erklärt Helm, im Süd-Bad sei die Situation bei der letzten Schicht ab 16 Uhr „etwas dramatisch“ gewesen. Es gab lange Schlangen, entsprechende Wartezeiten - und das während der heißesten Stunden des Tages. „Das ist schon kritisch gewesen“, urteilt Helm. Zwischenzeitlich hatte es sogar einen Einlass-Stopp gegeben.

Am Freitag war es mit 33,4 Grad zwar nur unbedeutend kühler, trotzdem kamen mit 1.081 (Freibad Süd) und 703 (Selbachpark) deutlich weniger Besucher in die beiden Freibäder. Am Samstag waren es dann bei 31,2 Grad in der Spitze insgesamt 1.432 im Süden und 1.481 in Pelkum. Dass dort mehr Hammer Abkühlung suchen, kommt gar nicht mal so oft vor. „Wenn wir in Pelkum mehr Badegäste haben als in Berge, kommen oft auch Menschen aus umliegenden Städten - etwa Kamen oder auch Bönen“, erklärt Helm.

Besucher verlassen das Bad - und wollen gleich wieder hinein

Bei 28,1 Grad am Sonntag war die Situation noch einmal entspannter. 1.055 Hammer kamen da nach Berge, 815 in den Selbachpark. Möglicherweise hätte die anhaltende Gewitterlage der vergangenen Tage mit unsicheren Witterungsverhältnissen noch mehr Menschen abgehalten, ins Freibad zu kommen, mutmaßt Helm.

Vor allem die langen Schlangen und Wartezeiten vor den Eingängen sind den Stadtwerken ein Dorn im Auge. Die ungeordnete Menschenmenge vor den Bädern resultiere aus zwei Umständen. Zum einen kämen etliche Besucher schon deutlich vor dem Beginn der jeweiligen Einlass-Zeit zum Bad - und blockieren so den Ausgang von Besuchern, die die Bäder verlassen wollen.

Von denen wiederum stellen sich zum anderen viele nach dem Gang durchs Drehkreuz direkt wieder an - ungeordnet und in wilder Reihe.

Stadtwerke mit „Manöverkritik“, Appell an Badegäste

Wie die Rahmenbedingungen vor Ort geändert werden, um für einen solchen Ansturm wie zu den Stoßzeiten in den vergangenen Tagen an weiteren, besonders heißen Tagen besser gerüstet zu sein, soll in den nächsten Tagen besprochen werden.

„In dieser Woche haben wir wegen der kühleren Temperaturen ja so etwas wie eine Verschnaufpause“, sagt Helm. „Die nutzen wir für eine inhäusige Manöverkritik.“ Es sei etwa denkbar spontan eine weitere Kasse zu öffnen, wenn die Lage vor Ort das nötig macht. Auch geregeltes Anstellen und mit Bändern abgesperrte Wege und Wartelinien könnten an bestimmten Tagen Abhilfe schaffen, an denen ein besonders großer Ansturm erwartet wird.

Helm appelliert aber auch an die Eigenverantwortung der Badegäste: „Durch die extremen Lockerungen stehen die Leute ja auch in Biergärten mittlerweile im Pulk zusammen oder liegen sich zur Begrüßung gleich in den Armen. Alle meinen offenbar, dass die Corona-Problematik vorbei ist. Das ist aber natürlich nicht so.“

In den Startwochen waren die Hammer Freibäder übrigens noch relativ leer geblieben.

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