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Erste Corona-Fälle in Hamm bestätigt - Klare Ansagen des OB

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Es war nur eine Frage der Zeit: Am Donnerstagnachmittag wurden nun auch in der Stadt Hamm die ersten Fälle einer Erkrankung mit dem neuartigen Coronavirus bekannt.

Hamm - Stand jetzt gibt es zwei bestätigte Fälle. Beide Personen - eine Frau und ein Mann - haben sich nicht in Hamm, sondern im Urlaub - in Südtirol und in Österreich - angesteckt. Beide Fälle verlaufen milde, beide Betroffenen sind in häuslicher Quarantäne - genauso wie ihre unmittelbaren Kontaktpersonen.

Die Infizierten sind mittleren Alters und stehen in keiner familiären oder ähnlichen Verbindung zueinander. Am Mittwoch wurden sie getestet. Sie gehören zu keiner Risikogruppe. Enge Kontaktpersonen werden jetzt auch getestet. Dabei handelt es sich um eine "sehr überschaubare Gruppe", wie es heißt. Die beiden Betroffenen waren ersten Erkenntnissen nach nicht in einem Betrieb oder anderweitig mit vielen Menschen zusammen.

Weitere Informationen zu den beiden Fällen wird es aus Datenschutzgründen nicht geben.

Es wird aber noch einmal betont, dass die Wahrscheinlichkeit einer jetzt gestarteten Infektionskette, die sich durch die Stadt zieht, sehr gering ist.

Ab Montag soll das Corona-Testfahrzeug auf die Straße gehen. Technisch sei der Wagen ausgestattet, jetzt müssten noch die Dienstpläne der Ärzte angepasst werden, heißt es.

Aktuelle Konsequenzen:

Alle Veranstaltungen in städtischen Räumlichkeiten werden ausfallen oder später nachgeholt.

Die Stadt geht davon aus, dass Veranstaltungen, die nicht in städtischen Räumen stattfinden, mit maximal 300 Besuchern genehmigt werden. Das sei aber keine Garantie. "Es gibt die klar definierte Checkliste, mit der wir uns jeden einzelnen Fall ansehen. Tanzen und Disco gehe überhaupt nicht", sagte Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann am Donnerstagnachmittag.

Abgesagt wurde auch der Abschluss der Digitalen Woche, die Termine am Donnerstagabend finden jedoch noch statt.

Alle Veranstaltungen des Amts für Senioren werden abgesagt.

Es soll keine Osterfeuer, größeren Schützenfeste und das Hindufest geben, sollte sich das Thema so lange hinziehen. Man werde sich auch mit den Verantwortlichen der Moscheen zusammensetzen, sagte Hunsteger-Petermann. "Das alles gilt auch für die Moschee-Vereine."

Schwimmbäder bleiben erst einmal auf, es gibt aber keine Wettkämpfe.

Im Moment gilt die aktuelle Regelung zu den Veranstaltungen bis Ende März - immer vorausgesetzt, die Lage verändert sich nicht. Hunsteger betont allerdings: Das kann auch bis Juli oder August gehen. "Wenn die ganzen Schützenfeste oder anderen großen Veranstaltungen im Sommer losgehen, wird das einigen sicher nicht gefallen. Die Sicherheit geht aber vor."

Familienfeiern seien von den Verboten ausgenommen.

300 Teilnehmer ist die Richtschnur

Hunsteger: "300 ist die Richtschnur. 300 zum gleichen Zeitpunkt an der gleichen Stelle. Alles darüber würden wir verbieten."

Religiöse Veranstaltungen sind davon ausgenommen. Aber: Die Kirchen melden zurück, dass sie ohnehin merken, dass wegen Corona weniger Menschen kommen. "Insbesondere die Älteren bleiben weg", so Hunsteger.

Es wird aktuell eine Allgemeinverfügung erarbeitet, die ab Freitag für alle zur Debatte stehenden Veranstaltungen gelten wird.

Für eine aktuelle Übersicht der direkt oder indirekt betroffenen Veranstaltungen klicken Sie hier.

Hunsteger appelliert an Bürger

Hunsteger: "Wir wollen nicht die ganze Stadt lahmlegen, aber jetzt ist es so, dass die Sicherheit Vorrang hat." Und weiter: "Ich hoffe, dass alle so einsichtig sind, dass man selbst die Veranstaltungen absagt und wir da zu einer gemeinsamen Lösung kommen."

Hunsteger nimmt auch das Land in die Pflicht: „Die Landesregierung muss sich Gedanken über die Entschädigungen machen. Wir dürfen nicht tatenlos zusehen, dass kleine und mittelständische Betriebe oder ehrenamtliche Vereine zugrunde gehen. Wir sind durchaus bereit, uns zu beteiligen, werden das alleine aber nicht tragen können.“

Die Ratssitzung am 17. März soll stattfinden. "Wir können ja die Demokratie nicht abschaffen", sagt Hunsteger. Am morgigen Freitag wird es eine Sitzung aller Fraktionen und Gruppen geben, bei der beraten wird, wie die Sitzung möglichst der Lage entsprechend durchgeführt wird. Um 12 Uhr tagt der Ältestenrat.

Weniger Besucher im Krankenhaus

Darüber hinaus wird die Besucherzahl in den Hammer Krankenhäusern nun aus Vorsorgegründen streng reglementiert: Pro Patient darf spätestens ab dem morgigen Freitag nur noch ein Besucher täglich kommen. Darauf haben sich Vertreter aller vier Krankenhäuser geeinigt.

Viele weitere aktuelle Informationen finden Sie hier in unserem Sonderressort zum Thema. Viele weitere Infos zum Umgang mit dem Virus in Hamm finden Sie hier.

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