Schnelltests

Obwohl DRK weitermachen will: Corona-Testzentrum im Museum schließt - weniger Angebote

Einer der letzten Tests: Die Teststation im Museum ist seit Freitagabend geschlossen.
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Einer der letzten Tests: Die Teststation im Museum ist seit Freitagabend geschlossen.

Mehr als 600 Corona-Schnelltests pro Woche hatte das Deutsche Rote Kreuz im August im Gustav-Lübcke-Museum durchgeführt. Eigentlich will es gern weiter eine Teststation in der Innenstadt betreiben – und stellt den Betrieb doch ein.

Hamm – Am Freitagabend wurde der letzte Test im Museum gemacht. „Wir würden eigentlich gerne weiter einen Beitrag zur Bekämpfung dieser Pandemie leisten“, sagt DRK-Vorstand Jürgen Hey. (News zum Coronavirus in Hamm)

Corona-Teststation zieht innerhalb des Museums um - und dann aus

Trotz einer Suche findet das DRK keinen neuen Standort. Das Museum habe man eigentlich ideal gefunden: Es ist zentral gelegen, groß, gut belüftet, hat eine gute Internetverbindung – das ist wichtig, weil das DRK die meisten Testergebnisse per E-Mail verschickt. Die Teststation gab es seit März. Zunächst war sie im Café untergebracht, das aber nun umgebaut wird. Sie zog ins Forum um.

„Das Forum wird nun immer häufiger für Veranstaltungen vermietet, das ist erfreulich für das Museum“, sagt Hey. Ein stabiler Testbetrieb sei dort aber nicht mehr möglich.

Standort an der SRH: „Das können wir finanziell nicht leisten“

Das DRK verhandelte mit der SRH Hochschule, um dort eine Teststation einzurichten. Die SRH habe aber zur Bedingung gemacht, dass Studenten kostenfrei getestet werden müssten. „Das können wir finanziell nicht leisten“, sagt Hey. Es sei nicht absehbar, wie viele Tests anfielen. Zudem habe auch das DRK durch die Pandemie Einbußen erlitten. Auch an einem anderen zentralen Ort fand sich keine Möglichkeit.

Knapp 15.000 Antigen-Tests hatte das DRK im Museum gemacht. Fünf Personen waren dafür angestellt, unterstützt von Honorarkräften und am Wochenende von Ehrenamtlichen. Zuletzt erhielt das DRK 11,50 Euro pro Test. Bei einem hohen Testaufkommen sei dann auch etwas übrig geblieben, bei einem niedrigen zahle man drauf, sagt Hey.

Dem Museum habe der Testbetrieb neue Besucher gebracht, sagt Marion Freitag, Sprecherin des Museums. „Es gab einige Leute, die wegen der Teststation zum ersten Mal hier waren und erst einmal gestaunt haben, dass Hamm ein so großes Museum hat“, sagt sie. Einige hätten sich dann auch gleich die Ausstellung angesehen.

Verwaltung will nicht helfen und sieht Bedarf überall gedeckt

In der Stadtverwaltung sieht man derzeit keine Notwendigkeit, das DRK bei der Suche nach einem neuen Standort zu unterstützen. „Unterversorgt ist aktuell nach unserer Einschätzung kein Stadtteil mit Teststellen – auch die Innenstadt ist grundsätzlich weiterhin gut versorgt“, erklärt Stadtsprecher Lukas Huster. In eineinhalb Monaten sollen die Testkosten für die Bürger nicht mehr übernommen werden. Dann stelle sich ohnehin die Frage, ob ein wirtschaftlicher Aufbau einer zusätzlichen Teststelle noch möglich sei.

Aktuell gibt es in Hamm 23 Teststellen. Sie sind ungleich verteilt: So gibt es beispielsweise in Mitte, Rhynern und Uentrop jeweils vier Teststellen, während es in Bockum-Hövel, Heessen, Herringen und Pelkum jeweils nur zwei Teststellen gibt.

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