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Corona: Hamm noch „Delta“-frei - Impfstoffknappheit bereitet trotzdem Sorgen

Eine Dosis des Impfstoffs von Biontech/Pfizer. Laut britischen Studien soll eine vollständige Impfung sehr gut vor der Delta-Variante des Coronavirus schützen.
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Eine Dosis des Impfstoffs von Biontech/Pfizer. Laut britischen Studien soll eine vollständige Impfung sehr gut vor der Delta-Variante des Coronavirus schützen.

Die Lage an der Corona-Front hat sich deutlich entspannt: keine oder kaum Neuinfektionen, der Inzidenzwert für Hamm kontinuierlich im einstelligen Bereich. Aber die Situation bleibt ernst angesichts der sich ausbreitenden, ansteckenderen Delta-Variante. Umso weniger optimistisch stimmt die kriselnde Versorgung mit Impfstoff.

Hamm - Termine für Erstimpfungen in Impfzentren können ausschließlich bei der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) gebucht werden – eigentlich. Denn wegen der nach wie vor begrenzten Menge an Impfstoff, die im Juni für die teils vor einem Vierteljahr terminierten Zweitimpfungen reserviert ist, können weiterhin keine Termine für Erstimpfungen reserviert werden. (News zum Coronavirus in Hamm)

Corona in Hamm: Verbindliche Impfstoff-Zusagen fehlen weiter

Wann sich das ändern wird, ist der KVWL nicht bekannt, wie es aus der dortigen Pressestelle hieß. Genauere Auskünfte müssten über das Landes-Gesundheitsministerium eingeholt werden – doch eine entsprechende Anfrage dort blieb am Freitag unbeantwortet.

Laut Landes-Erlass dürfen aktuell im Impfzentrum gar keine Erstimpfungen durchgeführt werden, teilte Lukas Huster, Sprecher der Stadt Hamm auf Anfrage mit: „Wir erwarten in den nächsten Tagen verbindliche Zusagen vom Land für das weitere Vorgehen und zur Zuweisung von Impfstoff.“

Knapp 50 Prozent haben die erste Impfung bekommen

49 Prozent der Hammer sind Stadtsprecher Tom Herberg zufolge erstgeimpft. Bis zum Donnerstag, 20 Uhr, hatten 88.642 Hammer ihre Erstimpfungen erhalten, die Zahl ist in den vergangenen Wochen kaum gestiegen. Deutlich gestiegen ist allerdings die Anzahl derer, die den vollständigen Impfschutz haben: Das trifft inzwischen auf 52.804 Hammer zu, also auf 29 Prozent. Fast jede dritte Impfung wurde in einer Arztpraxis verabreicht, der Rest im Impfzentrum oder durch mobile Teams.

Auch die Versorgung der Arztpraxen mit Impfstoff scheint ins Stocken geraten zu sein. Dr. Matthias Bohle, Vorsitzender des Hammer Ärztevereins, ist längst regelrecht „sauer“: Seinen Vorrat habe er abgebaut, diese Woche habe er genug Astrazeneca für zehn Impfungen erhalten. Auch er darf nur Zweitimpfungen durchführen.

Bohle: Warum nicht nur im Impfzentrum impfen?

Bohle kann angesichts des Arbeitsaufwandes für ihn und seine Mitarbeiterinnen nicht verstehen, warum die Impfungen nicht auf die Impfzentren konzentriert werden, die längst nicht ausgelastet seien. Denn bei ihm würde die Kernaufgabe, die hausärztliche Versorgung, darunter leiden.

Was die Versorgung mit neuem Impfstoff betrifft, macht die KVWL auf ihrer Homepage vage Hoffnung: Für die Woche vom 28. Juni bis 4. Juli seien rund 3,2 Millionen Impfstoffdosen bestellt. Pro Arzt können für Erstimpfungen maximal 10 Vials Biontech-Pfizer und maximal 40 Vials Astrazeneca bestellt werden. Für Bestellungen für Zweitimpfungen gebe es keine Höchstmengenbegrenzung – aber: Es könne passieren, dass weniger Vials ausgeliefert werden als bestellt wurden.

Immerhin: Die Delta-Variante einer Corona-Infektion ist laut Stadtsprecher Lukas Huster in Hamm noch nicht nachgewiesen worden. Bestätigte Corona-Infektionen würden immer auf mögliche Mutanten typisiert.

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