Klinikführung im Interview

Die besondere Rolle des "St. Jupp": Notfälle landen in Bockum-Hövel

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Hamm – Das St.-Josef-Krankenhaus in Bockum-Hövelwurde bei der Planung für die Aufnahme von Corona-Patienten bislang nicht erwähnt.

WA-Redakteur Joachim Best fragte diesbezüglich bei Stadtsprecher Tom Herberg nach. Unter anderem laufen über ihn die Auskünfte zum Thema Corona ein – Herberg holte die Antworten von der Klinikleitung ein.

Welche Rolle spielt konkret das St.-Josef-Krankenhaus bei der Planung zur Versorgung von Corona-Patienten?

Das St.-Josef-Krankenhaus spielt in der kommenden Zeit vor allem eine Rolle bei der Versorgung von Notfällen, die nicht im Zusammenhang mit dem Coronavirus stehen. Damit wollen wir die Möglichkeit nutzen, dass wir Patienten mit anderen akut behandlungsbedürftigen Erkrankungen räumlich von Patienten mit einer Corona-Infektion trennen können. Allerdings ist diese Option nicht für die Versorgung aller Notfallpatienten möglich.

Ist es als Standort zur Versorgung von Corona-Patienten vorgesehen?

Sollten die Kapazitäten der St.-Barbara-Klinik ausgeschöpft sein, kann nicht ausgeschlossen werden, dass auch im St.-Josef-Krankenhaus Patienten mit dem Coronavirus versorgt werden müssen. Allerdings würden dort nach jetziger Planung eher leichtere Verläufe behandelt werden.

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Gibt es dort auch Beatmungsplätze, um schwer erkrankte Patienten zu versorgen?

Prinzipiell gibt es auf der Intensivstation des St.-Josef-Krankenhauses ebenfalls Beatmungsplätze, die dort zunächst auch weiter zur Versorgung von akut beatmungspflichtigen Patienten vorgehalten werden.

Könnten dort zusätzliche Beatmungsplätze oder gar eine ganze Station/Abteilung für Corona-Patienten eingerichtet werden?

Die Schaffung zusätzlicher Beatmungsplätze ist für das St.-Josef-Krankenhaus derzeit nicht in Planung. Diese Option ist bei Bedarf für die St.-Barbara-Klinik geplant. Grundsätzlich hängt die Einrichtung zusätzlicher Beatmungsplätze aber vor allem an der technischen Ausstattung und am Einsatz von Personal, das für die Beatmungstherapie geschult ist.

Ist es letztlich sinnvoller, diese Behandlung ganz in die St.-Barbara-Klinik zu verlagern?

Grundsätzlich ist die St.-Barbara-Klinik mit der dortigen Lungenklinik und der ausdifferenzierten Inneren Medizin und weiteren Spezialisierungen sicherlich der Standort, an dem Patienten mit einer Corona-Infektion vorrangig versorgt werden. Sowohl aus Gründen der Ausstattung als auch in personeller Hinsicht. Allerdings kann bis zum jetzigen Zeitpunkt nicht ausgeschlossen werden, dass Corona-Patienten auch im St.-Josef-Krankenhaus in Bockum-Hövel behandelt werden, wenn die Kapazitäten der St.-Barbara-Klinik ausgeschöpft sind.

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