Belastung von Familien in der Krise: Lieber ein Kind mehr in die Notbetreuung als Eltern, die zusammenklappen

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Aktuell besuchen in Hamm sind in Hamm etwa 20 Prozent der Kinder mit einem Betreuungsanspruch in einer Kita oder Tagespflege.

Wer darf eigentlich die Notgruppen in den Kitas nutzen? Die Haltungen der Kindertagesstätten in dieser Frage unterscheiden sich. Die Stadt klärt auf - und will im Zweifel vermitteln.

Noch für etwa zwei Wochen, bis zum 8. Juni, gilt ein Betretungsverbot für die Kindertagesstätten. In die Notgruppen dürfen bis dahin unter anderem Kinder von Alleinerziehenden und Kinder, die mindestens einen Elternteil haben, der in einem systemrelevanten Beruf arbeitet und dem der Arbeitgeber bescheinigt, unverzichtbar für den Betrieb zu sein. Doch die Voraussetzung allein reicht nicht: Auch der andere Partner muss berufstätig sein. Einige Kita-Leitungen entscheiden deshalb, dass auch Eltern in systemrelevanten Berufen die Kinder nicht bringen dürfen, wenn dieser Partner im Homeoffice arbeitet. Auch, wenn der andere Elternteil gerade in Elternzeit ist, dürfen die Kinder nicht gebracht werden.

Der WA hat von Fällen erfahren, bei denen so Mütter im Wochenbett neben dem Säugling auch ein älteres Geschwisterkind betreuen mussten, das selbst noch Kleinkind war und sonst eigentlich eine Kita besucht. Der Partner hingegen arbeitete in einem systemrelevanten Beruf. Auch Fälle von Eltern im Homeoffice wurden bekannt, die eine Betreuung anfragten aber keinen Platz erhielten. „Wir können nachvollziehen, dass hier eine Überforderungssituation entstehen kann“, sagt Stadtsprecher Lukas Huster. Die Stadt rät dazu, das Gespräch mit der Kita-Leitung zu suchen, wenn man eine Notbetreuung braucht, aber nicht bekommt.

Er erklärt, dass auch einige Kita-Leitungen verunsichert seien, in welchen Fällen sie Kinder wie lange in den Notgruppen aufnehmen dürfen. Sollte das Gespräch mit der Kita-Leitung nicht weiterhelfen, solle man das Jugendamt kontaktieren. „Klar ist auch: Ehe Eltern im schlimmsten Fall zusammenklappen und dann gar keine Betreuung mehr möglich ist, ist es sinnvoller, über die Notbetreuung in der Kita zu gehen“, sagt Huster. Die Stadt könne im Zweifel vermitteln.

Ab dem 8. Juni dürfen ohnehin wieder alle Kinder in die Kitas zurück,allerdings in geringerem Umfang als vor Ausbruch der Pandemie: Der Anspruch verringert sich um 10 Stunden pro Woche und liegt demnach zwischen 15 und 35 Stunden.

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