Dritte Impfung

Corona in Hamm: Impf-Auffrischung beschlossen - wie geht es mit dem Impfzentrum weiter?

Im Impfzentrum wurden in Hamm mit Abstand die meisten Impfungen gegen das Coronavirus durchgeführt (Symbolbild).
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Im Impfzentrum wurden in Hamm mit Abstand die meisten Impfungen gegen das Coronavirus durchgeführt (Symbolbild).

Das Impfzentrum in Hamm und seine 52 Pendants im ganzen Land haben ein klares Ablaufdatum. Im September soll Schluss sein, weil inzwischen alle Erwachsenen und Jugendliche ab 12 ein Impfangebot erhalten haben. Was passiert aber, wenn die angekündigten Auffrischungsimpfungen starten?

Hamm - Seit kurz vor dem Jahreswechsel werden in Hamm Menschen gegen das Coronavirus geimpft. Zunächst waren die Bewohner von Senioren- und Altenheimen an der Reihe. Hierfür waren mobile Teams im Einsatz. Anfang Februar ging dann nach Monaten des Wartens das Impfzentrum in der Dreifach-Sporthalle der Friedensschule an den Start. Streng nach Priorisierung wurden allein dort mittlerweile deutlich über 100.000 Impfungen durchgeführt. (News zum Coronavirus in Hamm)

Corona-Impfungen: Auffrischung sollen ab September kommen

Inzwischen haben die Gesundheitsminister der Länder am Montagabend beschlossen, dass die Auffrischungsimpfungen schon ab September möglich sein sollen. „Es wird ab September 2021 im Sinne einer gesundheitlichen Vorsorge in Pflegeeinrichtungen, Einrichtungen der Eingliederungshilfe und weiteren Einrichtungen mit vulnerablen Gruppen eine Auffrischimpfung in der Regel mindestens sechs Monate nach Abschluss der ersten Impfserie angeboten“, heißt es dazu wörtlich in der Vorlage. 

Menschen mit Immunschwäche oder Immunsuppression sowie Pflegebedürftige und Höchstbetagte, die nicht im Heim wohnen, sollen durch ihre behandelnden Haus- und Fachärzte mit der Drittimpfung versorgt werden.

Corona-Impfung: Besonders Risikogruppen profitieren von dritter Dosis

Der Grund für die dritte Dosis: „Erste Studienergebnisse weisen darauf hin, dass es bei bestimmten Personengruppen vermehrt zu einer reduzierten oder schnell nachlassenden Immunantwort nach einer vollständigen Covid-19-Impfung kommen kann. Dies gilt insbesondere für die Gruppe relevant immungeschwächter Patienten sowie für Höchstbetagte und Pflegebedürftige“, heißt es in dem Beschluss von Montagabend. Bisherige Studiendaten zeigten, dass insbesondere diese Gruppen von einer Auffrischimpfung profitieren würden.

Die Auffrischimpfungen sollen mit einem der beiden mRNA-Impfstoffe erfolgen - egal mit welchem Stoff oder welchen Stoffen die Betroffenen zuvor geimpft wurden. Die Impfungen können sowohl im Regelsystem der niedergelassenen Ärzte als auch mit (mobilen) Teams der Impfstellen erfolgen.

Corona-Impfung: Auch viele andere Bürger bekommen Angebot

Darüber hinaus werde ab September ebenfalls im Sinne gesundheitlicher Vorsorge allen bereits vollständig geimpften Bürgerinnen und Bürgern, die den ersten Impfschutz mit einem Vektor-Impfstoff von AstraZeneca oder Johnson&Johnson erhalten haben, eine weitere Impfung mit dem mRNA-Impfstoff von BioNTech/Pfizer oder Moderna angeboten. Dies könne in den Impfzentren der Länder oder durch die niedergelassenen Ärzte sowie durch Betriebsärzte erfolgen.

Dabei sollen die Zentren in NRW im September dicht gemacht werden. Angaben von NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann zufolge kosten die Impfzentren jeden Monat 90 bis 91 Millionen Euro. Die eine Hälfte trägt das Land, die andere der Bund. Was wünschen sich aber die Akteure vor Ort für die wohl wieder vermehrt nötigen Impfungen ab September?

Corona-Impfung: Wie wird die Auffrischung in Hamm organisiert?

Oberbürgermeister Marc Herter jedenfalls lobt im ersten Atemzug die Arbeit der Kräfte im Impfzentrum. Die Zusammenarbeit mit der Kassenärztlichen Vereinigung laufe professionell und reibungslos. Mit großer Zugewandtheit arbeite dort jeder mit den Impflingen zusammen - egal ob als Pförtner, Medizinisch-Technischer Assistent oder Impfarzt. „Dafür bin ich sehr dankbar. Die Zusammenarbeit kann sich sehen lassen“, so Herter.

Aufbau des Impfzentrums an der Friedensschule in Hamm

Impfzentrum Hamm an der Friedensschule
Impfzentrum Hamm an der Friedensschule
Impfzentrum Hamm an der Friedensschule
Impfzentrum Hamm an der Friedensschule
Aufbau des Impfzentrums an der Friedensschule in Hamm

Für die Auffrischungsimpfungen geht er von einem Angebotsmix aus. Zunächst einmal seien die niedergelassenen Ärzte gefragt, die andere Impfschwünge abseits von Corona auch gut bewältigen könnten. Er geht trotzdem davon aus - sollte das Impfzentrum tatsächlich als stationärer Impfort wegfallen - dass die Stadt als öffentliche Gesundheitsdienst weiter involviert sein wird.

Er könne sich etwa vorstellen, dass der Impfbus dauerhaft unterstützend Touren fährt - etwa in den Bereichen, in denen der Hausarztbesatz oder die Inanspruchnahme medizinischer Versorgung niedriger sind. „Da lege ich mich aber noch nicht auf das Format fest“, so der OB. „Dann müssen wir auch darüber sprechen, wie das finanziert wird.“

Die Kassenärztlichen Vereinigungen in NRW teilten am Dienstag in einer Stellungnahme mit, bereit für die dritten Corona-Impfungen in Heimen zu sein. „Gemeinsam mit den Pflegeeinrichtungen vor Ort können sie die Impfungen individuell terminieren und durchführen“, hieß es in einer Mitteilung. „Da zur gleichen Zeit auch die ersten Grippeimpfungen anstehen, befürworten die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein sowie die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe eine flexible Koordination zwischen niedergelassenen Ärzten und Pflegeheimen, um die Menschen sicher zu versorgen.“

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