Neue Schutzverordnung

Corona in Hamm: Anwesenheitslisten fallen weg - PCR-Test-Pflicht für Hochzeiten?

Für Tanzveranstaltungen und sehr wahrscheinlich auch Hochzeiten muss künftig ein PCR-Test durchgeführt werden, wenn man nicht geimpft oder genesen ist.
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Für Tanzveranstaltungen und sehr wahrscheinlich auch Hochzeiten muss künftig ein PCR-Test durchgeführt werden, wenn man nicht geimpft oder genesen ist.

Die ab diesem Freitag in NRW und damit auch in Hamm geltende neue Coronaschutzverordnung enthält offenbar mehr Überraschungen als zunächst gedacht.

Hamm – Die Anwesenheitslisten, die bislang von Gastronomen, diversen Geschäftsleuten oder auch bei Sport- und Kulturveranstaltungen zu führen waren, sind offenbar hinfällig geworden. Die Stadtverwaltung Hamm erfuhr erst am Donnerstag bei einer Telefonschaltung mit dem Städtetag davon und zeigte sich am Abend wenig begeistert. Ärger gab es auch an anderen Stellen. (News zum Coronavirus in Hamm)

Corona in Hamm: Ordnungsamt kontrolliert 3G-Regeln stichprobenartig

Geimpft, genesen oder getestet: Ab diesem Freitag sind dies auch in Hamm noch mehr die spielbestimmenden Vorgaben, um am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können. Das Ordnungsamt werde „im Rahmen seiner Möglichkeiten“ stichprobenartig Kontrollen durchführen, hieß es am Donnerstag aus dem Rathaus.

Gastronomie, Nagelstudios, Fitnessstudios: überall sei mit Kontrollen zu rechnen. Wer gegen die 3G-Regel verstoße, indem er sich beispielsweise im Innenbereich eines Restaurants bewirten lasse, ohne getestet, genesen oder geimpft zu sein, werde zur Kasse gebeten. Dies gelte sowohl für die Gäste als auch die Geschäftsbetreiber.

Listen müssen nicht mehr geführt werden - Stadt appelliert aber für Fortsetzung

Dass nun offenbar die Anwesenheitslisten wegfallen, wurde mit Erstaunen zur Kenntnis genommen. Damit werde bei der Kontaktnachverfolgung eine wesentliche Säule wegbrechen, hieß es aus dem Rathaus. Stadtsprecher Detlef Burrichter appellierte an die Bürger und Geschäftsleute, sich auch weiter in die Listen einzutragen beziehungsweise per Luca-App zu registrieren. Nicht klären ließ sich am Abend, wie häufig die Anwesenheitslisten/Luca-App zur Ortung von Infizierten geführt hat.

Mitte Juni allerdings teilte die Stadt mit das bis dahin keine Corona-Infektion über die Kontaktlisten entdeckt wurde. Rund 600 Listen waren seit Beginn der Pandemie bis dahin angefordert worden.

Reiserückkehrer melden sich oft erst, wenn sie Symptome haben

Ärger droht auch bei den Reiserückkehrern. Sie machen in Hamm einen erheblichen Teil der Infizierten aus. Wie die Stadt am Donnerstag auf WA-Nachfrage mitteilte, würden sich die Betroffenen aber in der Regel erst dann melden beziehungsweise ihre Infektionen bekannt werden, wenn sie selbst bereits Symptome zeigten.

Häufig seien dann schon andere Kontaktpersonen infiziert worden. Ob die Reiserückkehrer damit auch gegen die bestehenden Regeln verstoßen und positive Schnell- oder PCR-Tests zunächst verschwiegen haben, werde nunmehr überprüft. Bußgelder könnten fällig werden.

PCR-Test für Tanzveranstaltungen - auch für Hochzeiten?

Wer eine Tanzveranstaltung besuchen möchte und weder vollständig geimpft noch genesen ist, benötigt ab diesem Freitag einen negativen PCR-Test. „Tanzveranstaltungen“ im Sinne der neuen Corona-Schutzverordnung dürften auch viele Hochzeitsfeiern sein. Das Problem an den PCR-Tests: Sie sind nicht nur teuer (rund 90 Euro) sondern dürfen nicht älter als 48 Stunden sein.

Ein Labor zu finden, dass innerhalb der verlangten 48 Stunden auch ein Ergebnis liefert, könne schwierig werden, klagten viele Anrufer bei der Stadtverwaltung. Bei Verstößen gegen die Auflagen drohen nun 250 Euro Bußgeld.

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