Ärztesprecher mit scharfer Warnung

Coronavirus: Zahl der Infizierten in Hamm weiter angestiegen

In den Hammer Krankenhäusern stehen hunderte Betten für Corona-Patienten bereit.
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In den Hammer Krankenhäusern stehen hunderte Betten für Corona-Patienten bereit.

Die Zahl der Patienten, die in Hamm mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert und auch registriert sind, klettert weiter. Die tatsächlichen Fallzahlen dürften aber noch höher liegen.

Hamm - Nach Angaben der Stadt waren in Hamm am Samstagmittag 74 Menschen wegen dieser Erkrankung unter ärztlicher Beobachtung. Das sind nochmals zwölf mehr als am Freitag. Die meisten der Infizierten sind männlich, nämlich 45. Bis auf eine 90-jährige Frau, die weiterhin stationär im Krankenhaus behandelt wird, sind alle in häuslicher Quarantäne. Das Durchschnittsalter dieser Personen liegt bei knapp über 50 Jahren. Sie werden zweimal am Tag vom Gesundheitsamt angerufen.

In häuslicher Quarantäne waren am Samstag aus Vorsichtsgründen insgesamt 568 Menschen in Hamm; sie hatten direkte oder indirekte Kontakte zu den Betroffenen. Das mit Hammer Ärzten besetzte "Corona-Mobil" spielt bei den Tests eine zunehmend große Rolle: Schon 195 Mal wurde es genutzt.

Neue Zahlen werden am Sonntagnachmittag erwartet.

Coronavirus in Hamm: So werden Patientenbetten vorbereitet

Weil alle Verantwortlichen davon ausgehen, dass nicht nur die Fallzahlen zeitnah deutlich steigen werden, sondern bald auch schwere Erkrankungen erwartet werden, werden in den vier Hammer Krankenhäusern inzwischen mehr als 500 Betten vorgehalten. Die Stadt prüft aktuell, ob Nicht-Corona-Patienten zum Beispiel in der Klinik für Manuelle Therapie und in der LWL-Klinik untergebracht werden können, berichtet die Lippewelle. Außerdem sei es denkbar, auf Hotels auszuweichen, so Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann.

Man beobachte weiter die Zusammentreffen von Gruppen im Stadtgebiet, ergänzte der OB. Gelänge es nicht, das einzudämmen, müsse es Ausgangssperren geben. Darüber wird am Nachmittag erst auf Bund-Länder-Ebene beraten, am Abend würde es dann Informationen für die Stadt Hamm geben.

Ärztesprecher Mathias Bohle vergleicht die derzeitige Situation mit der Stille vor einem Tsunami. Er warnt scharf davor, dass Risiko unterschätzen - vor allem weil die Auswertung der Tests ziemlich lange dauert.

Coronavirus in Hamm - weitere Infos hier:

Corona - Das Leben in Hamm in Zeiten des Virus (2)

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