Eklige Angelegenheit

Griff ins Klo: Feuchttücher und andere Papier-Alternativen gehören nicht in die Toilette

+
Küchenpapier und Feuchttücher zersetzen sich nicht in gleicher Weise wie handelsübliches Klopapier. Diese „Verzopfungen“ können den Ausfall von Pumpwerken zur Folge haben.

Hamm – Die Klopapier-Regale in den Supermärkten sind leer. Doch vieles, was als Alternative erscheint, gehört nicht ins Klo: Feuchttücher, Küchenpapier und Taschentücher sollen nicht heruntergespült werden, heißt es vom Lippeverband.

„Feuchttücher lösen sich nicht fein genug auf“, sagt Anne-Kathrin Lappe, Sprecherin des Lippeverbands. Die Überreste solcher Tücher sind größere Fasern, die sich im Abwasser miteinander verketten und sogenannte Verzopfungen bilden. Diese Knäuel können ganze Pumpwerke verstopfen.

„Unsere Kollegen müssen dann die komplette Pumpe anhalten, auseinanderbauen und die Verzopfungen per Hand entfernen“, sagt Lappe.

Bisher gibt es noch keine Probleme in den Hammer Pumpwerken, berichtete sie. Der Lippeverband ist für die Abwasserbeseitigung in Hamm zuständig. Die Mitarbeiter des Verbands rechnen damit, dass es in den nächsten Tagen zu den ersten Problemen kommt – und appellieren an die Hammer, nichts ins Klo zu werfen, das nicht ins Klo gehört.

Feuchttücher gehören in den Restmüll

Zu den unerwünschten Papieren gehört auch feuchtes Toilettenpapier. „Egal, was auf der Packung steht: Es zersetzt sich nicht so fein, wie es sein müsste“, sagt Lappe. Das einzige Papier, das ins Klo gehört, sei das trockene Klopapier. Übrigens könnten Taschen- und Feuchttücher sowie das Küchenpapier auch die privaten Pumpen verstopfen, sagt die Sprecherin.

Doch was tun, wenn man kein Klopapier mehr hat? Auch beim Lippeverband gibt es kein Klopapier-Depot, bei dem man in der Not Toilettenpapier nachbestellen könnte. Letztlich dürfe man alles benutzen, was man will – man solle es dann aber in den Restmüll werfen, sagt die Lippeverbands-Sprecherin: „Ich weiß, man kann sich Schöneres vorstellen.“ Der Restmüll werde aber immerhin vollständig verbrannt und beschädige die Pumpen nicht.

Lippefähren auf dem Trockenen

Der Lippeverband arbeitet derzeit im Schichtbetrieb: Die Mitarbeiter wurden aufgeteilt, damit immer nur wenige Personen in den Pumpwerken sind. So wolle man vermeiden, dass sich jemand am Coronavirus ansteckt, sagt Lappe. Außerdem stellte der Lippeverband alle Arbeiten ein, die nicht dringend notwendig sind. Die Lippefähren bleiben bis auf Weiteres an den Ufern, der Verband hat alle Sprechstunden und Veranstaltungen bis auf weiteres sind abgesagt.

Coronavirus in Hamm - weitere Infos hier:

Wir behalten die Coronavirus-Lage in ganz NRW in unserem fortlaufenden Newsticker im Blick. 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare