Noch viele Unklarheiten

Corona in Hamm: Gesellschaftliches Leben soll stückweise aufblühen - so will die Stadt die Lockerungen umsetzen

Mit Mundschutz und Abstand wird auch die Stadt Hamm schneller als gedacht viele Freiheiten gewähren.
+
Mit Mundschutz und Abstand wird auch die Stadt Hamm schneller als gedacht viele Freiheiten gewähren.

Das gesellschaftliche Leben wird in der Corona-Krise auch in Hamm wieder stückweise aufblühen. Wie und unter welchen Bedingungen die am Mittwoch verkündete Vielzahl von Lockerungen in der Stadt umgesetzt werden kann, wird in den nächsten Tagen für rauchende Köpfe im Rathaus sorgen.

Hamm – Klar ist, dass es viel einfacher war, ab dem 12. März alles herunterzufahren, als es nun wieder in Gang zu setzen. Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann appellierte am Mittwochabend als Erstes an die Vernunft jedes Einzelnen. „Für mich ist die Pandemie nicht vorbei. Egal ob wir jetzt auf der Spitze des Berges angekommen oder ein paar Schritte tiefer angelangt sind: Wir müssen weiterhin sehr genau aufpassen“, sagte das Stadtoberhaupt. 

Hier eine Übersicht über die ersten Erkenntnisse zum NRW-Plan und dessen Umsetzung in Hamm: 

Grundsätzliches: Über allem, was ab Montag an Lockerungen umgesetzt wird, stehen als oberstes Regulativ zumindest bis zum 5. Juni die Abstandsregeln und die Maskenpflicht. Alle Detailfragen wie...

  • Welche Art von Gaststätten öffnen in Hamm? 
  • Wie viele Menschen dürfen ins Kino, Schwimmbad, Fitnessstudio usw.? 
  • Wer kontrolliert das alles und wer muss die Hygienepläne erstellen? 

...können von der Verwaltung nur schrittweise beantwortet werden. 

Lockerungen der Corona-Maßnahmen: Stadt wartet auf Erlasstext

Von Anrufen bei der städtischen Corona-Hotline wegen solcher Fragen sollte zumindest am Donnerstag Abstand genommen werden. Die Telefonisten werden noch keine Antworten geben können. Auf WA.de und in der Tageszeitung werden wir über alle Themenkomplexe berichten. 

Ferner fehlt bislang ein Erlasstext der Landesregierung. Dieser ist die Grundlage für alle Lockerungen, die in Hamm umzusetzen sind. Die Stadtverwaltung hoffte am Mittwochabend darauf, dass dieser am Donnerstag oder Freitag im Rathaus vorliegen wird. 

Schulen und Kitas in der Corona-Krise - so geht es in Hamm weiter

Schulen: Das Wiederhochfahren des Schulbetriebs wird erste Priorität in Hamm haben. Am Donnerstag werden sich alle für den Schul- und Jugendbereich Verantwortlichen per Videokonferenz zusammenfinden und über das weitere Vorgehen beraten. Ab Montag soll jedes Schulkind einmal die Woche Unterricht haben. Das betrifft nicht nur die Grund-, sondern auch die weiterführenden Schulen. Das Ganze basiert nicht auf Freiwilligkeit. „Es herrscht dann wieder Schulpflicht“, betonte Hunsteger-Petermann. 

Kitas: Die Kitas stehen im Rathaus an zweiter Stelle. „Es ist nicht ganz klar, wie hier vorzugehen sein wird“, sagte Hunsteger-Petermann. 750 Kinder befänden sich derzeit in Notgruppen. Der Betrieb solle offenbar großzügig erweitert werden, etwa um Kinder aus beengten Wohnverhältnissen. Ab dem 28. Mai sollen alle Vorschulkinder hinzukommen. Der reguläre Betrieb werde aber wohl erst in weiter Ferne wieder stattfinden können, so die Deutung des Oberbürgermeisters. Konkretere Aussagen würden vermutlich am Donnerstag möglich sein. 

Corona in Hamm: Kapazitätsgrenzen des Ordnungsdienstes erreicht

Personal: Der Kommunale Ordnungsdienst verfügt nur über wenige Dutzend Mitarbeiter. Mit Wiederöffnung der Geschäfte und Spielplätze sind die Kapazitätsgrenzen für Kontrollen endgültig erreicht. Wenn nun auch für jedes Fußballtraining Hygienepläne erstellt werden müssen, sieht der Oberbürgermeister das Ende der Fahnenstange. Mit dem vorhanden städtischen Personal sei das unmöglich leistbar. 

Der OB sieht eher die Vereine in der Pflicht. „Und wenn sie das nicht leisten können, dann können die Veranstaltungen eben nicht stattfinden“, sagte er am Mittwoch. Näheres erhoffte er sich auch in dieser Hinsicht für Donnerstag Tag aus Düsseldorf. 

Coronavirus in Hamm: In diesem Fall greift der Notfallplan

Notfallplan: Der von der Bundeskanzlerin vorgegebene Notfallplan (bei 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen wird zurückgefahren) würde für Hamm 90 Fälle in sieben Tagen bedeuten. Was dann aber geschehen soll, blieb zunächst unklar. Auch hier hofft die Verwaltung auf Klarheit am Donnerstag.

Coronavirus in Hamm - weitere Infos:

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare