Aktuelle News und Zahlen für die Stadt Hamm

Kein neuer Lockdown! Ergebnisse für Westfleisch und Seniorenheime da

Zwei Corona-Hotspots beschäftigen die Hammer in diesen Tagen ganz besonders: Sowohl in drei Seniorenheimen als auch im Westfleisch-Betrieb in Uentrop wurden rund um das vergangene Wochenende etliche hundert Menschen getestet.
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Zwei Corona-Hotspots beschäftigen die Hammer in diesen Tagen ganz besonders: Sowohl in drei Seniorenheimen (das Foto links wurde vor dem St.-Stephanus-Heim gemacht) als auch im Westfleisch-Betrieb in Uentrop (rechts) wurden rund um das vergangene Wochenende etliche hundert Menschen getestet.

[Update 17.30 Uhr] Wer hätte das gedacht? Bei den Massentests auf Corona bei Westfleisch in Uentrop und in mehreren Hammer Seniorenheimen gab es fast keine positiven Ergebnisse. Damit ist klar, dass es in Hamm keinen Stopp der Lockerungen geben wird.

Hamm - Über diese fundierte Tendenz informierte ein spürbar erleichterter Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann am späten Mittwochnachmittag die Medien. Sein klares Fazit: Es wird keinen neuen Lockdown in Hamm geben - wir müssen nicht zurückfahren!"

Warum das so klar ist? Weil bereits mehr als 1000 Tests von Westfleisch-Mitarbeitern ausgewertet wurden und von diesen nach ersten Erkenntnissen tatsächlich keiner eine Corona-Infektion bestätigt hat. Es fehlen demnach noch rund 150 Testergebnisse aus dem Uentroper Betrieb. Doch angesichts der Tendenzen erwartet Hunsteger dabei "keine Überraschungen" mehr. Darauf sei er sehr "stolz".

Zweifel an den überraschend klaren Ergebnissen will der Hammer OB nicht gelten lassen. Seiner Einschätzung nach beruhen sie sowohl auf den "guten Hygienebedingungen" in dem Uentroper Werk, aber auch auf den über die Jahre immer weiter verbesserten Lebensbedingungen der Arbeiter im Stadtgebiet. Außerdem habe die Stadt Hamm die Tests auch deshalb in Eigenregie durchführen lassen, um erst gar keinen Fälschungsverdacht aufkommen zu lassen.

Weit über 200 Positiv-Tests im Westfleisch-Werk in Coesfeld hatten vor wenigen Tagen dafür gesorgt, dass im dortigen Landkreis ein Großteil der geplanten Lockerungsmaßnahmen zunächst ausgesetzt wurde. Auch in weiteren Schlachtbetrieben - aber auch im NRW-Landtag - waren die Ergebnisse von Massentests am Mittwochnachmittag das große Thema.

Eigenlob und Lob für Westfleisch

Hunsteger-Petermann führte aus, dass parallel zu den Corona-Tests mehr als 300 Wohnräume auf mögliche Hygienemissstände und Abstandsprobleme überprüft worden seien. Die Ergebnisse seien bis auf wenige kleine Ausnahmen "in Ordnung" gewesen. Die begleitende Bezirksregierung Arnsberg habe der Stadt Hamm sogar bessere Bedingungen als in anderen Kommunen bescheinigt. Das liege, so der OB, auch daran, weil die Stadt gegen frühere Massenunterbringungen in Hochhäusern (Waldenburger Straße, Münsterstraße, Wilhelmstraße...) konsequent vorgegangen sei. Hunderte restriktive Kontrollen bestehender Wohnverhältnisse (Überbelegung, Dokumentenfälschung und vieles mehr) hätten weitere Verbesserungen zur Folge gehabt.

Informationen zur Corona-Gefahr hängen auch außerhalb des Westfleisch-Werkstores.

Wiederholt lobte der OB das Unternehmen Westfleisch für die gute Zusammenarbeit in diesen Tagen. Man habe alle angeforderten Auskünfte erhalten und wunschgemäß Zugang zu den Unterkünften erhalten. Auch die Testabläufe selbst hätten "generalstabsmäßig" geklappt, freut sich das Stadtoberhaupt. Schon am Montagnachmittag - und damit mehrere Stunden früher als erwartet - sei man "durch" gewesen und habe auch die mehr als 100 Mitarbeiter der Stadt nach der "Mammutaufgabe" nach Hause schicken können.

Und die Seniorenheime?

In den drei durchgetesteten Hammer Seniorenheimen sieht die Situation zahlenmäßig ähnlich aus wie bei Westfleisch. Insgesamt 700 Bewohner und Mitarbeiter wurden über das Wochenende in den Einrichtungen "An der Kreuzkirche", "St. Agnes" und "St. Stephanus" auf Corona getestet. Lediglich im erstgenannten wurden zwei Infektionen erkannt, in den anderen keine einzige. Diese Zahlen könnten sich, so der OB, natürlich noch verändern, weil noch Ergebnisse fehlten und zudem weitere Durchgänge anstünden. Doch auch von diesen erwarte er angesichts der vorliegenden Daten keine nennenswerten Veränderungen.

Allerdings gibt es inzwischen im Seniorenheim "St. Victor" (Herringen) einen neuen Verdachtsfall. Auch dort werden nun alle Bewohner und Mitarbeiter getestet: Ergebnisse liegen natürlich noch nicht vor, zudem greift in St. Victor folgerichtig bis auf weiteres ein Betretungsverbot.

All diese mit Spannung erwarten aktuellen Informationen verändern die Fallzahlenangaben für die Stadt Hamm von Mittwochmittag somit zum Glück nicht nachhaltig.

 

Und was wäre im Ernstfall passiert?

Natürlich habe man sich bei der Stadt Gedanken gemacht, welche Folgen allzu viele Positivtests für die Stadt gehabt hätten. Vor allem hätte er versucht, die bereits vollzogenen Lockerungen nicht wieder zurückdrehen zu müssen, sondern stattdessen die zum Monatsende noch ausstehenden Maßnahmen (Freibäder, Kino und ähnliches) zu verschieben. Für alles andere, weiß Hunsteger, hätte die Bevölkerung auch wegen der relativ isolierten Vorfallsituationen wohl wenig Verständnis gehabt - zumindest sofern die Fallzahlen nicht riesig gewesen wären.

Der OB gibt aber auch zu bedenken, dass die tatsächlichen Folgen nicht in Hamm, sondern in Düsseldorf veranlasst worden wären. Das ist die generelle Leitlinie: Gibt es binnen einer Woche pro 100.000 Menschen mehr als 50 Neuinfektionen (auf die Einwohnerzahl Hamms bezogen sind das 90 Personen), müssen betroffene Städte oder Kreise die Notbremse ziehen.

Coronavirus in Hamm - weitere Infos:

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