Fieber messen, Mund auf

Bis zu 2.000 Corona-Abstriche täglich: Stadt baut Fischer-Halle für Schul-Massentests um

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36,7 Grad: Der kontaktlose Fiebertest fiel beim Oberbürgermeister gestern unauffällig aus. Thermometer zählen unter anderem zur Grundausstattung in der Fischer-Halle.

Hamm - Mehr geht tatsächlich nicht. Hamms größte Veranstaltungshalle, die Alfred-Fischer-Halle in Heessen, wird ab der kommenden Woche zum Massentestzentrum für Corona-Verdachte umfunktioniert.

Die Stadtverwaltung rüstet sich damit für Covid-19-Infektionen an ihren Schulen. Seit dem Ferienende gibt es dort zwar keine Fälle, doch dies wird sich noch ändern. „Auch wenn ich hoffe, dass wir das Testzentrum am Ende nicht benötigen werden: Nach dem Gesetz der Wahrscheinlichkeit wird es auch uns treffen“, sagte Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann gestern beim Ortstermin am Sachsenweg.

Voraussichtlich bis in den November hinein werden die Räumlichkeiten für die Testreihen vorgehalten. Folgendes Verfahren ist dabei angedacht: Sollte es an einer Schule einen Coronafall geben, werden zunächst umgehend die Mitschüler und Lehrer der betroffenen Klasse auf Covid-19 getestet. Dies geschieht vor Ort, also an der Schule, über eins der Corona-Mobile. Im zweiten Aufschlag wird dann allen übrigen Schülern dieser Schule angeboten, sich freiwillig testen zu lassen. Diese Tests werden dann an der Fischer-Halle durchgeführt.

Kosten tragen die Kassen

In den vier Wochen vor den Sommerferien hatte es – unter anderem durch den Massenausbruch bei Tönnies – mehrere Fälle an Hammer Schulen gegeben. Je nach Schule ließen sich in dieser Phase zwischen 20 und 80 Prozent der Schüler freiwillig testen. Kosten fielen wegen der Tests für den Einzelnen nicht an und werden es auch weiterhin nicht. Die Krankenkassen übernehmen diese.

Gestern waren bereits drei „Teststraßen“ im Erdgeschoss des Fischer-Halle-Gebäudes vorbereitet. Etwa 650 Tests können hier ab Montag täglich vorgenommen werden. Im ersten Obergeschoss werden weitere Linien errichtet, so dass in Kürze zehn Testlinien zur Verfügung stehen werden. Bis zu 2.000 Tests können dann täglich in Heessen vorgenommen werden.

Alle anderen weiter zum Hausarzt

An der Halle wurden Parkplätze eingerichtet, ferner besteht eine Anbindung ans Busliniennetz. Wer sich freiwillig testen lässt, erhält im Zuge der Registrierung einen QR-Code, mit dem er sofort individuell seinen Test nachverfolgen kann und das Ergebnis erfährt.

Ausdrücklich nicht gedacht ist die Fischer-Halle für alle übrigen Coronatests. Wer keiner akut betroffenen Schule zugehörig ist, wird in Heessen nicht untersucht. Für diese Personen ist der Hausarzt Ansprechpartner. Das so genannte „Fieberzentrum“ der Kassenärztlichen Vereinigung an der Barbara-Klinik war hierfür gedacht, ist aber bereits vor einigen Wochen wieder abgebaut worden. Die nun alle 14 Tage möglichen Testungen von Lehrern und Erziehern werden ebenfalls von den Hausärzten vorgenommen.

Neben städtischen Mitarbeitern werden an der Alfred-Fischer-Halle in Heessen auch niedergelassene Ärzte und solche, die sich nach ihrer Pensionierung freiwillig gemeldet haben, zum Einsatz kommen.

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