Im Würgegriff des Virus

Corona und die Folgen in Hamm: Was geht? Was nicht?

Auch in der Barbaraklinik ist man vorbereitet auf die ersten Coronavirus-Fälle.
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Auch in der Barbaraklinik ist man vorbereitet auf die ersten Coronavirus-Patienten. Die allermeisten werden allerdings nicht ins Krankenhaus müssen, sondern sich zuhause auskurieren.

Nach dem am Dienstag in Kraft getretenen Corona-Erlass droht das gesellschaftliche Leben in Hamm zum Stillstand zu kommen. Wir haben die Lage zusammengefasst. Nach einer Sitzung des erweiterten Krisenstabes im Rathaus erwarten wir weitere Informationen.

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Hamm - Das Coronavirus nimmt ab sofort auch mindestens das gesellschaftliche Leben in Hamm in den Würgegriff. Veranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern sind bis auf Weiteres – also auf unbestimmte Zeit – tabu. Auch kleinere Events stehen auf der Kippe. Dabei gibt es weiterhin keinen bestätigten Corona-Infektionsfall in Hamm. Ein Überblick:

Veranstaltungen

Die ASV-Handballer haben das für Samstag geplante Zweitliga-Heimspiel gegen Tusem Essen verlegt. Ferner steht fest: Der Comedian Chris Tall wird nicht am 3. April in der ausverkauften Westpress-Arena auftreten, ebenso wenig wie Markus Krebs am 4. April in den Zentralhallen.

In beiden Fällen ist Andy Besirov der Veranstalter, der nicht von einer „Absage“ sprechen will. Stattdessen sollen möglichst schnell Ersatztermine angeboten werden, für die die Eintrittskarten gültig bleiben. Besirov bittet Kartenkäufer, die Ersatztermine abzuwarten, bevor die Tickets zurückgegeben werden.

Wie es mit den Veranstaltungen im Maximilianpark aussieht, kann Geschäftsführer Jörg Rogalla noch nicht sagen: Sowohl die „Disco 44“ des WDR als auch das Kabarett mit Jürgen B. Hausmann am 25. März lägen jeweils knapp unter der 1000er-Grenze. Ob es dennoch eine Absage geben wird, sollen nun die örtlichen Behörden prüfen.

Ob der Frühjahrsmarkt (3. bis 5. April) mit 17 500 Besuchern im vergangenen Jahr stattfinden wird, müsse ebenfalls noch mit den Ordnungsbehörden geklärt werden. Rogalla findet bei dem Erlass des Landes „schade“, dass nicht differenziert wird, ob Veranstaltungen in Hallen oder unter freiem Himmel stattfinden.

Auch die Giant Rooks sind vom Corona-Strudel betroffen. Mindestens die Konzerte in Dortmund (4. April), Köln (13. April) und München (5. April) können nicht wie geplant stattfinden.

Der Frühjahrsball der Schützen am 28. März steht auf der Kippe. Eine Entscheidung soll am Donnerstag fallen.

Ebenfalls am Donnerstag wird entschieden, ob der in der Pauluskirche geplante Gottesdienst zur Einführung von Kerstin Goldbeck als neuer Superintendentin stattfinden wird.

(Viele weitere 2020 geplante Veranstaltungen finden Sie hier in unserer Highlights-Übersicht.)

Krisenstab tagt

Vertreter des Rechtsamtes, der Feuerwehr, Ärzte und der Corona-Krisenstab kommen am Mittwoch im Rathaus zusammen, um über die Auswirkungen des Corona-Erlasses für Hamm zu beraten. Unter anderem wird es darum gehen, rechtliche Fragen – etwa zu Regressansprüchen – zu klären. Ferner soll ein Überblick über die „kritischen“ Veranstaltungen erstellt werden.

Zur Info dazu: Sobald der Redaktion konkrete Informationen für Karteninhaber und/oder potenzielle Besucher vorliegen, werden wir es hier auf WA.de mitteilen!

Schulen, Kitas, Uni

Seit dem 6. März empfiehlt das Schulministerium, dass außer dem Unterricht bis zum Beginn der Osterferien keine schulischen Veranstaltungen stattfinden sollen. Es geht um Elternabende, Aufführungen etc. Hiervon wird offenbar an den Hammer Schulen vermehrt Gebrauch gemacht. Auch die künftigen Abiturienten sind bei ihren Veranstaltungen zumindest in Teilen betroffen.

An den Kitas läuft der Betrieb – Stand Dienstag – wie gewohnt. Hier wird allerdings auf das Einhalten von Hygiene-Maßgaben gepocht.

Die HSHL-Hochschule befindet sich in der vorlesungsfreien Zeit. „Der Vorlesungsstart wird nach heutigem Stand normal stattfinden“, teilte eine Sprecherin gestern mit.

Ärzte, Krankenhäuser

Es bleibt beim Appell an möglicherweise Erkrankte in Hamm, sich zunächst telefonisch beim Hausarzt zu melden. Sollte sich ein Verdacht erhärten, dann wird beim Patienten zu Hause ein Test veranlasst. Dabei wird auf Diskretion geachtet. Fast immer wird die Krankheit zu Hause auskuriert werden können.

Gleichwohl sind die Hammer Krankenhäuser für den Ernstfall gewappnet und verfügen seit vielen Jahren über Isolationsstationen. Etwa 20 Influenza-Patienten wurden beispielsweise in diesem Winter in der St.-Barbara-Klinik behandelt.

Auch bei Corona-Patienten ginge es um die Symptom-Behandlung. „Corona ist nicht Ebola. Zur Risikogruppe zählen hochbetagte und immungeschwächte Menschen“, sagt Chefarzt Dr. Rainer Löb.

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