Nicht nur Covid-19-Patienten

Corona-Zahlen in Hamm steigen: Erstes Krankenhaus rüstet auf

Noch Platz: Etwa 28 Prozent der Intensivbetten in Hamm sind frei.
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Trotz Corona noch Platz im Krankenhaus: Etwa 28 Prozent der Intensivbetten in Hamm sind frei.

Die Krankenhäuser in Hamm sind derzeit (noch) trotz Corona nicht ausgelastet, rüsten aber mit Blick auf wahrscheinlich weiter steigende Covid-19-Fälle bereits weiter auf. Der Knackpunkt ist aber auch bei uns in Hamm das Personal.

Hamm - Die Hammer Krankenhäuser haben noch Reserven. 28 Prozent der Intensivbetten sind frei, der Wert liegt um acht Prozentpunkte höher als im Landesschnitt. So haben es die Kliniken an das Divi-Intensivregister gemeldet. Dort wird seit April täglich veröffentlicht, in welchen Städten und Kreisen es wie viele freie Intensivbetten gibt (News zum Coronavirus in Hamm).

Im Vergleich zu den vergangenen Monaten sind jetzt mehr Betten belegt. Zwischen April und Oktober lag der Anteil freier Intensivbetten fast immer deutlich über 40 Prozent. Aktuell werden dort vor allem Menschen ohne Covid-19 behandelt. 68 Prozent der Patienten war nicht damit infiziert, vier Prozent galten als infiziert, die übrigen Betten waren frei.

Corona in Hamm: Mehr Infizierte im Krankenhaus

Sollten die Prognosen vieler Wissenschaftler für Deutschland zutreffen und auf Hamm anwendbar sein, wird die Zahl der Covid-Patienten in den nächsten Wochen deutlich steigen. Schließlich dauert es von der Infektion in der Regel mindestens zehn Tage, bis ein Mensch in einer Klinik behandelt werden muss.

In Hamm reagiert man schon jetzt. Aktuell gibt es 114 Intensivbetten im Evangelischen Krankenhaus (EVK), St.-Marienhospital und der St.-Barbara-Klinik. Im EVK wird aktuell ein weiterer Bereich zur Behandlung von Covid-Patienten eingerichtet. Den Bereich gab es bis zum Sommer schon einmal, dann wurde er geschlossen, weil er nicht gebraucht wurde. Ab Donnerstag stehen dort etwa zehn Betten zur Behandlung von Normalstations- und Intensivpatienten mit Covid-19 zur Verfügung.

Corona in Hamm: Genug Personal im Krankenhaus

Entscheidend ist allerdings nicht die Zahl der Betten, sondern, ob Kliniken genügend Ärzte und Pflegekräfte haben, um die Patienten zu behandeln. Aktuell sei das in Hamm der Fall, erklärte Stadtsprecher Tom Herberg. Dennoch weist er darauf hin, dass in der Intensivpflege seit Jahren Fachkräfte fehlen. „Die Verfügbarkeit des Personals ist in diesen Zeiten auch davon abhängig, ob in den Teams Erkrankungen oder Quarantänefälle auftreten“, erklärt er. Derzeit sehe man kein Problem. Allerdings gebe es in allen Krankenhäusern infiziertes Personal in Quarantäne oder Mitarbeiter, die als Kontaktpersonen in Quarantäne seien. Sie hätten sich im privaten Rahmen infiziert.

Sollte das Personal sehr knapp werden, wäre eine Arbeitsquarantäne möglich: Wer selbst nicht als infiziert gilt, aber als Kontaktperson in Quarantäne ist, müsste weiter zur Arbeit kommen und ansonsten eine Quarantäne halten. Aktuell sei das nicht nötig, erklärt die Stadt.

Die Hammer Kliniken halten am Normalbetrieb fest: Derzeit werden keine aufschiebbaren Operationen aufgrund der Coronapandemie vertagt. Dies wäre ein weiteres Mittel, um auf eine eventuelle Personal- oder Bettenknappheit zu reagieren. Bisher sei das aber nicht nötig und auch nicht absehbar, erklärt ein Stadtsprecher.

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