Die Zahlen am Dienstag

Überraschende Corona-Daten aus Hamm vor neuem Lockdown-Beschluss

Für etwas Aufheiterung sorgen in der Fußgängerzone der Stadt am Taunusrand kostenlose Zuckerpäckchen mit aufgedruckten Smileys, die eine Geschäftsfrau vor ihrem Laden zum Mitnehmen hingelegt hat.
+
Einen Moment Freude gefällig? Dann lächeln Sie sich doch Ihren Corona-Frust kurz mit dem Anblick dieser süßen Zuckerpäckchen einfach weg.

Während Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten hitzig über die weitere Lockdown-Verlängerung diskutieren, werden aus Hamm überraschende Zahlen gemeldet.

Hamm - Nur sieben Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnete die Stadt von Montagmittag bis Dienstagmittag (Stand 12 Uhr). Um in der Hammer Statistik einen solchen Wert zu finden, muss man einige Monate zurück blättern. Der RKI-Inzidenzwert (Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Kalendertagen) sank um 5,7 Punkte auf jetzt 127,8. In allen sieben Fällen ist die Infektionsquelle allerdings noch unbekannt; allerdings waren zwei von ihnen zum Zeitpunkt des Bescheids bereits in einer Quarantäne. (News zum Coronavirus in Hamm)

Getrübt wird die erfreuliche Tendenz durch die Nachricht dreier weiterer Sterbefälle im Zusammenhang mit dem Virus. Betroffen sind eine Frau über 90 (sie starb 15. Januar auf der Intensivstation eines Krankenhauses; Vorerkrankungen sind nicht bekannt), ein Mann über 50 (er starb am 5. Januar im Krankenhaus) und ein Mann über 70 (er starb am 8. Januar, nicht im Krankenhaus. Bei den beiden letztgenannten Personen lagen Vorerkrankungen vor.

Ein Mega-Lockdown in Deutschland steht unterdessen bevor. Bund und Länder beraten heute (Dienstag) über drastische Maßnahmen - doch für welchen Zeitraum? Wir berichten HIER aktuell.

Corona in Hamm - das sagt die Stadt zum Homeoffice:

Unter anderem ruft die große Politik aktuell mit Vehemenz zur Nutzung des Homeoffice auf. Aber sind Büro-Arbeitsplätze überhaupt signifikante Corona-Übertragungsorte? Die Stadt Hamm ging dieser Frage jetzt auf WA-Initiative nach. Die Antwort lautet: Nein, sie sind es nicht.

Wie Stadtsprecher Tom Herberg mitteilte, entfalle ein großer Teil der Infektionen am Arbeitsplatz in Hamm auf Mitarbeiter im Pflegebereich, also auf solche in Krankenhäusern und Senioreneinrichtungen. Weiter seien immer wieder Zerlegebetriebe und Logistikfirmen dabei. Ein kleiner Anteil an Infizierten betreffe ferner Mitarbeiter in Lebensmittelmärkten. Sonstige Konstellation – etwa Infektionen in Großraumbüros – seien zwar vorgekommen, aber das seien nur Einzelfälle gewesen.

Gleichwohl spielt der Arbeitsplatz als Infektionsherd eine gravierende Rolle. Etwa 10 Prozent der Neuinfizierten fangen sich in Hamm derzeit das Virus bei ihrem Arbeitgeber ein. Das erklärte die Stadtverwaltung ebenfalls. Wenn diese Betroffenen dann in ihre Familien zurückkehren potenzieren sich die Zahlen logischerweise. Ein Infizierter steckt derzeit in Hamm rechnerisch 1,5 Menschen an.

Corona in Hamm - die weiteren Zahlen am Dienstag:

36 Hammer mit Corona-Symptomen werden aktuell in Krankenhäusern behandelt (plus 1), 9 von ihnen intensivmedizinisch (plus 1: ein Mann über 50, ein Mann über 60, drei Männer über 70, zwei Männer über 80, eine Frau über 70 und eine Frau über 80). Die hier genannten Zahlen für die Intensivstationen betreffen nur Personen aus Hamm, die Gesamtzahl der in Hamm Behandelten dürfte höher liegen.

Die Zahl der von einer Corona-Infektion genesenen Hammer liegt am heutigen Dienstag bei 5341. 137 Menschen aus Hamm starben seit März mit oder an einer Corona-Infektion (siehe oben).

549 Personen aus Hamm sind aktuell zusätzlich zu den akut Infizierten in einer häuslichen Quarantäne (plus 14), 26.327 wurden seit März aus dieser Beobachtung entlassen. Mittels der Corona-Mobile und im Testzentrum in der Alfred-Fischer-Halle wurden inzwischen insgesamt 26.686 Proben genommen. Über Hausärzte und Schnelltests kommen jedoch viele hinzu.

Von den derzeit 318 akut mit Corona Infizierten in Hamm (minus 50) sind 171 weiblich und 147 männlich.

Schnelltest-Ergebnisse werden in der Statistik der Stadt in Absprache mit der Landeszentrale für Gesundheit (LZG) übrigens nicht mitgezählt (so handhabt es auch das Robert Koch-Institut/RKI). Allerdings: Bei allen positiven Schnelltest-Ergebnissen werden aber im Anschluss PCR-Tests durchgeführt: Sofern dieser dann positiv ausfällt, geht der Fall in die offizielle Statistik ein.

Corona in Hamm - das interessiert Leser aktuell:

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare