Restaurants, Geschäfte und sogar Kliniken gemieden

Stimmungskiller: Corona nimmt Hammern Lust, vor die Tür zu gehen

Maske auf: In der Fußgängerzone Hamm halten sich  diese Figuren an das Gebot für den Mund-Nasen-Schutz.
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Maske auf: In der Fußgängerzone halten sich auch diese Figuren an das Gebot, an engen Stellen einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen.

Auf den Straßen Hamms und in der Fußgängerzone tragen mittlerweile mehr Passanten Maske, in den Geschäften und Restaurants ist spürbar weniger los. Das liegt nicht nur an den strengeren Corona-Regeln. Auch das Gefühl hat sich verändert.

Hamm - Viele Menschen sind wieder wachsamer und vorsichtiger. Die gute Stimmung des Sommers, als Corona in vielen Momenten ein stückweit in den Hintergrund rückte, ist nicht nur angesichts des trüben Wetters verflogen. Wie geht es jetzt weiter?

Zumindest was neue Regeln angeht, dürfte erst einmal Ruhe eingekehrt sein. In den vergangenen Wochen wurden beinahe täglich neue Vorschläge von Politikern diskutiert, wie man die Ausbreitung des Virus am effizientesten eindämmt. Nach etlichen Konferenzen und Telefonschalten aktualisierten Bund, Land und Stadt ihre Schutzverordnungen und Allgemeinverfügungen laufend. Solange Hamm nicht entscheidend unter den Inzidenzwert von 50 fällt oder die Zahlen deutlich ansteigen, haben die aktuell geltenden Maßnahmen Bestand.

Nach Angaben der Stadt muss der Wert zudem nachhaltig weit unter 50 liegen, damit die Beschränkungen wieder fallen. Wenn der Wert also um 50 herum schwankt, gelten die Regeln auch an den Tagen weiter, an denen die Inzidenz mit knapp unter 50 angegeben ist.

Anpassungen könnte es in den kommenden Wochen immerhin bei der Quarantäne-Strategie der Stadt und der Nutzung von Schnelltests geben. Für beides werden im Moment in der Verwaltung oder auf höheren Ebenen die rechtlichen Voraussetzungen geprüft oder geschaffen.

Corona in Hamm: Weniger los in Restaurants und Krankenhäusern

Einige Gastronomen wünschten sich halb im Scherz zuletzt bereits den nächsten Lockdown herbei. Sie machen derzeit hohe Verluste, weil viele Tische unbesetzt, die Betriebskosten trotzdem hoch sind. Bei einer verordneten Schließung hätten sie immerhin Anspruch auf Hilfen.

Auch die Krankenhäuser sind seit Monaten weniger stark frequentiert als üblich. Es würden deutlich weniger Menschen in der Notfall-Ambulanz vorstellig. „Früher kamen einige Menschen – übertrieben gesagt – schon wegen eines Pickels. Jetzt sieht man ihnen schon an, dass sie deutlich krank sind und meist auch dringend versorgt werden müssen“, sagt der Ärztliche Direktor des EVK, Prof. Dr. Wolfgang Kamin. Wirkliche Notfallpatienten sollten keine Scheu vor dem Krankenhaus haben und so schnell wie möglich kommen. Bei Herzinfarkten oder Schlaganfällen zähle bekanntlich jede Stunde.

Dass noch im anstehenden Winter ein Impfstoff für große Teile der Bevölkerung zur Verfügung stehen wird, glaubt Kamin nicht. „Da müssen wir jetzt noch durch“, sagt er.

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