Dauer-Hotspot Deutschlands

Inzidenzwert in Hamm steigt wieder an: Es gelten neue scharfe Regeln

Eine Frau geht mit einer Mund-Nasen-Schutzmaske in der Hand durch die Fußgängerzone von Delmenhorst (Niedersachsen)
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Das Coronavirus mit all seinen Folgen versaut vielen Hammern die Herbstferien. (Symbolfoto).

Corona hält Hamm weiter im Würgegriff. Wer zum Ferienbeginn weitere Signale der Entspannung erwartet hatte, muss enttäuscht sein: Tatsächlich machen die Zahlen in unserem Hotspot einen neuerlichen Satz nach oben. Und: Die Corona-Regeln werden nochmals spürbar verschärft.

Hamm - Vorweg: Der RKI-Inzidenzwert (Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen) ist am Dienstag auf 73,4 gestiegen. Das ist ein Sprung um mehr als 10 Punkte seit Montagmittag. Erst wenn er wieder unter die 50er-Marke rutscht, fallen Urlauber aus Hamm nicht mehr unter das von vielen Bundesländern ausgesprochene Beherbergungsverbot. Dafür sieht es derzeit aber nicht gut aus.

Insgesamt 166 Corona-Infizierte sind der Stadt aktuell bekannt. Unter ihnen sind 28 Neuinfektionen von Dienstag. Von diesen weiß man folgendes:

  • 17 Ansteckungen vermutlich bei infizierten Familienmitgliedern/im Bekanntenkreis aus einer bestehenden Quarantäne heraus. (Eindeutig gibt es keinerlei Bezug zur türkischen Hochzeit in Dortmund.)
  • 1 Ansteckung eines Hochzeitsgastes der Feier in Dortmund vom 26. September.
  • 2 Ansteckungen in Altenheimen (eine Mitarbeiterin des Wolfgang-Glaubitz-Zentrums und ein Bewohner im Haus am Wiescherhöfener Markt).
  • 8 Ansteckungswege sind unbekannt.

Coronavirus in Hamm: kleinere Feiern, Alkoholverbot, Sperrstunde

In der Konsequenz des neuerlichen Anstiegs kündigt Hamms Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann eine weitere Verschärfung der Corona-Regeln an. Sie gilt ab Mittwoch, 0 Uhr, und zwar vorläufig bis zum Monatsende. Die neuen Regeln - auch die Stadt Münster hat Maßnahmen ergriffen, wie msl24.de* berichtet - fußen auf einem Erlass der Landesregierung, der am Dienstagmorgen im Rathaus einging und nun in eine Allgemeinverfügung der Stadt umgewandelt wird.
Das sind die wichtigsten Neuerungen:

  • So lange der RKI-Inzidenzwert über 50 liegt, werden keine privaten Feiern mit mehr als 25 Personen mehr genehmigt. Dies gilt sowohl für Feiern in öffentlichen wie auch in privaten Räumen. Eine Ausnahme wird nur bei Feiern gemacht, die aufgrund ihres Hygienekonzepts bereits genehmigt wurden. Diese dürfen stattfinden, würden aber „rigoros kontrolliert“, wie Oberbürgermeister Hunsteger-Petermann am Dienstagmittag ankündigte. Für den Abgleich der Kontaktlisten werde man die Polizei um Amtshilfe bitten. Wer beispielsweise bei der Personenzahl oder den Konatktlisten falsche Angaben mache, müsse mit einem Bußgeld von mindestens 2500 Euro rechnen. 
  • Bis Ende Oktober bereits genehmigte Feiern sind acht Feiern mit mehr als 25 Personen, zwei Feiern mit mehr als 50 Personen und eine Hochzeit (keine türkische) mit mehr als 100 Personen. Feiern mit weniger als 25 Personen sind nicht genehmigungspflichtig – dennoch müssen auch hier Kontaktlisten geführt werden.
  • Für öffentliche Veranstaltungen gilt nunmehr: So lange der Inzidenzwert über 50 liegt, dürfen Veranstaltungen im Freien nur mit maximal 500 Besuchern stattfinden (das gilt nicht für den Maxipark und den Tierpark). Veranstaltungen in geschlossenen Räumen dürfen maximal 250 Besucher haben. Bei jeder dieser Veranstaltungen gilt eine Maskenpflicht auch am Platz. Für Sportveranstaltungen gilt weiterhin die Grenze von maximal 150 Besuchern. 
  • Sperrstunden in Bars und Restaurants: Ab Mittwoch darf in Hamm zwischen 0 und 5 Uhr kein Alkohol ausgeschenkt werden – dies gilt auch für Kioske und Tankstellen. Dort darf auch in dieser Zeit kein Alkohol verkauft werden. Bars oder Restaurants müssen ab 1 Uhr schließen. „Die Regelung von Sperrstunden ist eine Weisung des Landes. Für Hamm halte ich es nicht unbedingt für sinnvoll, weil wir die Partymeilen wie in Berlin oder Düsseldorf gar nicht haben“, sagte Hunsteger. Ferner gebe es in Hamm nachweislich keine Infektionsherde in Zusamenhang mit Bars und Restaurants.
  • „Hamms bunter Herbst“ und der verkaufsoffene Sonntag am 25. Oktober werden abgesagt.
  • Verwirrung gibt es aktuell bei vielen Restaurant-Gästen über die Regelung für Treffen in der Öffentlichkeit und damit auch in der Gastronomie. Es dürfen sich fünf Personen aus jeweils komplett unterschiedlichen Haushalten treffen oder auch mehr, wenn sie nur zwei Haushalten angehören. Ein Beispiel: Fünf Freunde, die alle woanders wohnen, dürfen zusammenkommen, sechs aber nicht. Zwei vier- oder fünfköpfige Haushalte, etwa Familien, dagegen schon. Und das, obwohl dann acht oder zehn Personen am Tisch säßen.

Coronavirus in Hamm: die weiteren Zahlen am Dienstag

Von den 166 akut Infizierten sind 93 weiblich und 73 männlich. 11 von ihnen werden im Krankenhaus behandelt, 4 weiterhin intensivmedizinisch.

2038 Hammer sind aktuell in häuslicher Quarantäne. 1148 Hammer gelten als von einer Corona-Infektion genesen. Mit den Corona-Mobilen und im Heessener Testzentrum wurden inzwischen 16.271 Proben genommen.

Coronavirus in Hamm: Zoff um kostenlose Tests bei Ärzten

Urlaubsreisende aus Hamm sollen sich ab sofort bei den Hausärzten kostenlos auf das Coronavirus testen lassen können und sich somit gegenüber ihrem Ferienvermieter entlasten. Doch in der Praxis funktioniert das (noch) gar nicht. Ärger und Frust sitzen tief. *msl24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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