Zahlen steigen weiter

Corona-Folgen in Hamm: Jeder 5. Gast der Großhochzeit infiziert

Noch immer stehen Corona-Fälle in Hamm im Zusammenhang mit einer türlischen Hochzeit.
+
Die Corona-Zahlen in Hamm steigen: Vier Wochen ist die Hochzeit eines Hammer Paares bereits her - und noch immer stehen neue Corona-Fälle damit in Verbindung.

Seit knapp vier Wochen vergeht kein Tag, in dem nicht neue Coronafälle in Zusammenhang mit der türkischen Hochzeit bekannt werden, die auch in Hamm gefeiert wurde. Wie kommt das eigentlich?

Hamm - Am Montag waren es wieder (mindestens) zwei solcher Fälle. Weitere 30 seien noch in der Pipeline, bei diesen stünden Testergebnisse schlichtweg aus und würden in einigen Tagen erwartet, weiß Stadtsprecher Lukas Huster. Dass sich der Infektions-Stammbaum immer weiter verästelt und beharrlich neue Triebe ausbildet, liegt auch an den Vorgaben des Robert-Koch-Instituts (RKI), von denen sich die Stadt im Zuge des Hochzeits-Clusters nie abgewandt hat.

So funktioniert die Einstufung: Wer Anfang September auf einer der Feiern in Hamm, Werl und Dortmund war, wurde als Kontaktperson der I. Kategorie eingestuft. Seine unmittelbaren Angehörigen – Ehepartner, Kinder etc. – waren aber nur Kontaktpersonen II. Grades und gingen weiter zur Arbeit, zum Einkaufen oder zur Schule. Erst wenn bei der Kontaktperson I. Grades das Virus nachgewiesen war, wurde auch dessen unmittelbares Umfeld isoliert und getestet. Davon wurde nie abgewichen. Zwischen jeder dieser Phasen lagen stets mehrere Tage, in denen das Virus weiter gestreut werden konnte – und offensichtlich auch wurde.

Corona und die Großhochzeit in Hamm: Virus vagabundiert weiter

Längst schon sind die Neuinfizierten die Bekannten, Arbeitskollegen und entfernteren Verwandten der Feiernden, räumt Stadtsprecher Lukas Huster ein. Demnach vagabundiert das Virus bereits in der dritten oder gar vierten Generation. Die Stadt hofft, die Lage nunmehr überblicken zu können – eine Gewähr kann sie nicht geben. Es ergeht der dringende Appell insbesondere an alle Personen aus dem (entfernten) Hochzeitsumfeld, Hygiene- und Abstandsregeln zu beachten und Kontakte mit Dritten möglichst zu vermeiden.

Das Gesundheitsamt geht derweil davon aus, dass rund 500 Personen aus Hamm am 4., 6. oder 11. September auf einer der Feiern zugegen waren! Knapp 100 der Feiernden hätten sich unmittelbar dort infiziert – also fast jeder Fünfte. Seit dem 12. September sei das Virus nunmehr bei rund 300 Personen nachgewiesen worden, die eine Verbindung zu den Hochzeitsteilnehmern haben.

Corona und die Großhochzeit in Hamm: Auflagenkontrolle unmöglich

Zu überprüfen, ob die Quarantäne-Auflagen von den Betroffenen auch eingehalten werden, ist offenbar nicht Teil des operativen Geschäfts des Kommunalen Ordnungsdienstes (KOD). Wie auch – angesichts von rund 30 Personen, die dort im Einsatz sind? Es gebe aber auch keine Hinweise, dass gegen Auflagen verstoßen werde, sagte Stadtsprecher Lukas Huster.

Die Infektionsverläufe sind bei den Hochzeitsgästen überwiegend unauffällig – was am jungen Lebensalter der Betroffenen liegen dürfte. Allerdings entstammen die drei Hammer Patienten, die auf einer Intensivstation liegen, allesamt dem Hochzeitsumfeld.

Auch im benachbarten Kreis Unna war offenbar eine Hochzeit der Auslöser für den Anstieg von Infektionszahlen. Der Kreis Unna verzeichnet eine 7-Tage-Inzidenz von über 35. Allein 17 Infektionen mit dem Coronavirus gehen zurück auf eine Hochzeit in Ascheberg. Der Kreis Unna will nun Konsequenzen ziehen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion