9.270 Arbeitslose

Corona wirkt sich aus: Zum fünften Mal in Folge mehr Arbeitslose in Hamm - Details zu Kurzarbeit

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Die Agentur für Arbeit in Hamm stellte den Monatsbericht vor.

Der Arbeitsmarkt in Hamm stand im August noch teilweise im Zeichen der Sommerferien, während die pandemiebedingten Auswirkungen zurückgingen. Trotzdem ist Corona noch ein großer Faktor.

Hamm - Die Zahl der Arbeitslosen sank leicht um 21 oder 0,2 Prozent auf 9.270. Die Arbeitslosenquote blieb mit 9,9 Prozent unverändert. Vor zwölf Monaten waren es 1.613 Arbeitslose weniger bei einer Quote von 8,2 Prozent.

„Nach den Turbulenzen der vergangenen Monate ist der Arbeitsmarkt in Hamm im August etwas zur Ruhe gekommen. Das Nachlassen der Corona-Folgen kann man insbesondere an der rückläufigen Zahl von Arbeitslosmeldungen nach Erwerbstätigkeit bei gleichzeitig steigenden Abgängen in Arbeit und der steigenden Kräftenachfrage erkennen", sagte Thomas Helm, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hamm.

Besonders junge Menschen betroffen

Eine spezielle Auswirkung der Pandemie sei aber auch aktuell wieder festzustellen: Der für den August untypische fortgesetzte Anstieg der Arbeitslosigkeit bei den unter 25-Jährigen resultiere aus verschobenen Prüfungsterminen bei den Auszubildenden. „Dass aber gerade die Jüngeren mit abgeschlossener Ausbildung kurzfristig die besten Chancen auf Beschäftigung haben, bestätigt sich immer wieder“, so Helm.

Bei den jungen Arbeitslosen gab es im Vormonatsvergleich durch späte Prüfungstermine in den Ausbildungen einen Anstieg um 87 (9,7 Prozent) auf 984 Jugendliche. Im August 2019 waren es hier 220 Arbeitslose weniger. Somit nahm die Jugendarbeitslosigkeit im Vorjahresvergleich um 28,8 Prozent zu.

Wie sich der Arbeitsmarkt weiter entwickelt, sei schwierig abzusehen. „Bei der ungewohnten Abhängigkeit von Infektionszahlen und spontanen politischen Entscheidungen ist eine normale Prognose unmöglich“, erklärt Helm. „Zumindest lässt die aktuelle Beruhigung des Arbeitsmarktes hoffen. Ob es nach dem Corona-Schock so etwas wie eine normale Herbstbelebung geben kann, wird die nächste Zeit zeigen.“

Doppelt so viel Kurzarbeit wie in der Finanzkrise

Bei der Kurzarbeit gab es eine Normalisierung. Im August kamen in Hamm nur noch zehn geprüfte Kurzarbeitsanzeigen der Unternehmen für weniger als 50 potentiell betroffene Arbeitnehmer hinzu. Seit dem Beginn des Shutdown haben damit insgesamt allerdings nahezu 1.500 Unternehmen aus fast allen Branchen Arbeitsausfälle für rund 18.600 potentiell betroffene Arbeitnehmer angezeigt. Das ist rund doppelt so viel wie während der Wirtschafts- und Finanzkrise im gesamten Jahr 2009.

Erst nach Ablauf von drei Monaten zeigt sich die tatsächliche Inanspruchnahme von Kurzarbeit, da die Betriebe innerhalb dieses Zeitraums Kurzarbeit abrechnen. Für April, dem Monat mit der stärksten Kurzarbeit-Zuwachsrate, liegen inzwischen Hochrechnungen für den gesamten Agenturbezirk (Stadt Hamm und Kreis Unna) vor. Danach wurde für den ersten vollständigen Monat nach Beginn der Coronaphase Kurzarbeitergeld an 3.310 Betriebe für rund 48.000 Arbeitnehmer ausgezahlt.

9.270 Arbeitslose in Hamm

Im August meldeten sich 479 Personen neu arbeitslos, 76 weniger als im Juli und 101 (17,4 Prozent) weniger als vor zwölf Monaten. Gleichzeitig meldeten sich in Hamm 416 Personen in Beschäftigung ab, 119 (40,1 Prozent) mehr als im Vormonat und nur neun oder 2,1 Prozent weniger als vor genau einem Jahr.

Mit der auslaufenden Ferienzeit gab es im August den fünften Monatsanstieg in Folge. Die Zunahme der Arbeitslosigkeit war allerdings geringer als im Vormonat. 2.820 Arbeitslose waren bei der Agentur für Arbeit Hamm gemeldet, genau 74 Personen oder 2,7 Prozent mehr als im Juli. Gleichzeitig waren es exakt 1.000 oder 54,9 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Im Kommunalen Jobcenter der Stadt Hamm waren im August 2020 insgesamt 6.450 Personen arbeitslos gemeldet. Damit verzeichnete das Jobcenter im Berichtsmonat einen Rückgang der Arbeitslosenzahl um 1,5 Prozent (-95 Personen) gegenüber dem Vormonat. Im Vorjahresvergleich stieg die Arbeitslosigkeit um 10,5 Prozent (+613 Personen). Die Arbeitslosenquote im Rechtskreis des SGB II lag im August 2020 bei 6,9 Prozent.

Wieder mehr Stellen gemeldet

Bei der Kräftenachfrage setzte sich der Anstieg fort. Die Unternehmen meldeten 391 neue Stellen, 68 oder 21,1 Prozent mehr als im Vormonat, zugleich aber 101 Stellen oder 20,5 Prozent weniger als vor zwölf Monaten. Der Bestand an insgesamt gemeldeten Arbeitsstellen stieg um 116 Stellen (7,0 Prozent) auf 1.771. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren dies 266 Stellen oder 13,1 Prozent weniger.

Steigenden Kräftebedarf mit weiterhin „viel Luft nach oben“ hatten im Vormonatsvergleich insbesondere die Zeitarbeit (176 neue Stellen) und das Gesundheitswesen (47) und die öffentliche Verwaltung (31). Weitere Schwerpunkte bildeten der Handel (48), das Verarbeitende Gewerbe (28) und das Baugewerbe (11).

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