Stadt hat erste Erkenntnisse

Corona: So verbreitete sich das Virus innerhalb von Hamm

Das Coronavirus wurde in Hamm hauptsächlich in Familien, Seniorenheimen und durch Urlaubsrückkehrer verbreitet.
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Das Coronavirus wurde in Hamm hauptsächlich in Familien, Seniorenheimen und durch Urlaubsrückkehrer verbreitet.

Das Coronavirus ist in Hamm hauptsächlich in Familien, Seniorenheimen und durch Urlaubsrückkehrer verbreitet worden. Arbeitskollegen und Freundeskreise spielen nach Einschätzung der Stadt eine geringere Rolle. Das geht aus der Nachverfolgung von Kontaktpersonen der Infizierten hervor.

Hamm - Städtische Mitarbeiter hatten in den vergangenen Wochen Tausende Kontakte von Infizierten überprüft, um mögliche Ansteckungen festzustellen und gegebenenfalls Ansteckungswege offenzulegen. Das sind die Erkenntnisse, die die Stadt auf Anfrage unserer Zeitung mitteilte: Urlaubsrückkehrer spielten in der Frühphase der Epidemie bundesweit eine Rolle, die besondere Rolle der Seniorenheime zeigte sich später.

Wird eine Corona-Infektion festgestellt, versucht das Gesundheitsamt so schnell wie möglich die engsten Kontaktpersonen des Infizierten festzustellen. Das laufe gut, sagte ein Stadtsprecher. Die meisten Kontakte seien innerhalb weniger Stunden ermittelt. Die Betroffenen würden üblicherweise telefonisch informiert; sie gäben sich durchaus Mühle und seien sich der Situation bewusst. Wer engen Kontakt zum Infizierten hatte, werde in Quarantäne geschickt.

Die Kontaktintensität definiert das Robert-Koch-Institut: In die Kategorie I, die zwangsläufig zur Quarantäne führt, fallen alle, die mindestens 15 Minuten „Face-to-Face“-Kontakt mit den Infizierten hatten, vor allem Haushaltsangehörige. Zur weniger streng überwachten Kategorie II gehören Arbeitskollegen und medizinisches Personal ohne Schutzausrüstung, zur Kategorie III medizinisches Personal mit Schutzausrüstung.

Erster Überträger überrascht nicht

Dass Familienmitglieder auf der Liste der Kontaktpersonen ganz oben stehen würden, überrascht nicht. Es folgen Arbeitskollegen und Freunde. Alles andere sei schwer zu ermitteln, so der Stadtsprecher. In Einzelfällen werden etwa Geschäfte genannt, in denen Betroffene zuvor eingekauft haben.

Von Infizierten ermittelt das Gesundheitsamt standardisierte Daten, die anonymisiert an das Landeszentrum Gesundheit (LZG) in Bochum und von diesem ans Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin übermittelt werden. Dort finde eine überregionale Auswertung statt, so der Sprecher. Die Stadt trage mit den übermittelten Daten zum allgemeinen Erkenntnisgewinn bei.

Kontaktdaten nur lokal von Interesse

Die Stadt bemühe sich auch, die Daten der Kontaktpersonen abzufragen, so der Stadtsprecher weiter. Diese sind jedoch nur auf lokaler Ebene relevant. Die Kontaktpersonennachverfolgung sei vor allem für die örtlichen Gesundheitsämter wichtig, sagte eine LZG-Sprecherin. An Landes- oder Bundeseinrichtungen würden sie nicht übermittelt, es gebe dafür kein standardisiertes Verfahren.

Erfasst werden nach LZG-Angaben folgende Daten von Corona-Infizierten: Alter, Geschlecht, Tag der Erkrankung, der Diagnose und gegebenenfalls des Todes, wahrscheinlicher Tag und Ort der Infizierung, Befund und gegebenenfalls die Unterbringung in einem Krankenhaus oder Pflegeheim.

Coronavirus in Hamm - weitere Infos:

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