„Ich war noch nie so krank“ (Teil 3 unserer Serie)

Corona und seine Schicksale in Hamm - Heute: Reinhild Rabe

„Ich war noch nie so krank“, sagt Reinhild Rabe aus Hamm.
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„Ich war noch nie so krank“, sagt Reinhild Rabe.

Reinhild Rabe (53) aus Hamm erkrankte im April und hat lange unter den Nachwirkungen ihrer Corona-Infektion gelitten.

Hamm - Täglich lesen Sie auf WA.de die aktuellen Corona-Fallzahlen. Hinter den Ziffern für die akut Infizierten, die Neuinfektionen, die Patienten im Krankenhaus und den Genesenen stecken jeweils echte Schicksale. Wir wollen daher die Menschen hinter den Zahlen sichtbar machen – und haben mit neun Hammern über ihre Corona-Infektion und die Auswirkungen gesprochen, die teilweise bis heute spürbar sind. Ihre Geschichte lesen Sie seit dem 30. Dezember täglich auf WA.de. Heute geht es um Reinhild Rabe:

Fieber, Gliederschmerzen, Schüttelfrost: Damit ging es los. 39,9 Grad zeigte das Thermometer über mehrere Tage, irgendwann in dieser Phase waren auch der Geschmacks- und Geruchssinn weg. „Ich war noch nie so krank“, sagt Reinhild Rabe rückblickend zu ihrer Corona-Geschichte.

Anfang April hatte sich die 53-Jährige infiziert. Ihr Mann, der als Arzt im Krankenhaus arbeitet, hatte das Virus möglicherweise von dort mitgebracht. Er selbst hatte einen milden Verlauf, Reinhild Rabe eher nicht.

Innerhalb einer Woche vier Kilo abgenommen

10 bis 14 Tage hielt das schlimme Krankheitsgefühl an. Zum Fieber gesellten sich extreme Bauchschmerzen. Innerhalb von einer Woche nahm sie vier Kilogramm ab.

Reinhild Rabe kurierte sich zu Hause. Doch was heißt das schon: „kurieren“? Lange Zeit noch hatte sie Probleme zum Beispiel mit dem Richtungshören. „Wenn mein Handy klingelte, dann hörte ich das zwar, aber wo im Raum das Telefon lag, war mir nicht klar.“ Drei Monate später setzte dann ein erheblicher Haarausfall ein. Und das ist bis heute noch nicht ganz vorüber. „Ich fürchte: Das hat ganz schön ‘was gekostet“, sagt die Hammerin.

Tolle Reaktionen von Freunden und Nachbarn

Wenn es an der Corona-Krankheit etwas Gutes gab, dann waren das die Reaktionen von Freunden und Nachbarn. Das Essen wurde für sie und ihren Mann gekocht und vor die Tür gestellt, und die Einkäufe wurden auch erledigt. Alles wie selbstverständlich, ganz problemlos. „Das war ein schöner Trost.“

Reinhild Rabe und ihr Mann haben es hinter sich. In ihren Körpern haben sich Antikörper gebildet, was auch durch Tests nachgewiesen wurde. Eigentlich könnten sie gelassen durch die anstehenden Festtage gehen. „Nein, nein, wir halten uns zurück.“ Treffen mit Freunden und der Familie finden nur im erlaubten Rahmen statt. Auch die könnten sich schließlich infizieren. „Wir verfolgen die Nachrichten mit Sorge. Es gibt die ersten Bundesländer, in denen es auf eine Triage hinausläuft. Das ist erschreckend.“

9 Corona-Schicksale in Hamm - unsere Serie:

Claudia Winter (53) ist eine der beiden Menschen aus Hamm, bei denen das Coronavirus als erstes nachgewiesen wurde. (Teil 1)

Franzis Schwarz (78),Vorsitzende des Seniorenbeirates der Stadt Hamm, fällt nach ihrer Infektion mit dem Coronavirus das Treppensteigen schwer. (Teil 2)

Weitere Teile folgen täglich.

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