„Ich dachte an einen grippalen Infekt“ (Teil 7 unserer Serie)

Corona und seine Schicksale in Hamm - Heute: Ravil Rubashkin

Ravil Rubashkin hatte den Corona-Symptomen zunächst keine Bedeutung zugemessen.
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Ravil Rubashkin hatte den Symptomen zunächst keine Bedeutung zugemessen.

Ravil Rubashkin (31) ist Arzt am EVK in Hamm. Außer Husten und Müdigkeit hatte er keine weiteren Beschwerden. Er erkrankte Ende März.

Hamm - Täglich lesen Sie auf WA.de die aktuellen Corona-Fallzahlen. Hinter den Ziffern für die akut Infizierten, die Neuinfektionen, die Patienten im Krankenhaus und den Genesenen stecken jeweils echte Schicksale. Wir wollen daher die Menschen hinter den Zahlen sichtbar machen – und haben mit neun Hammern über ihre Corona-Infektion und die Auswirkungen gesprochen, die teilweise bis heute spürbar sind. Ihre Geschichte lesen Sie seit dem 30. Dezember täglich auf WA.de. Heute geht es um Ravil Rubashkin:

Die ersten Symptome kamen über Nacht. Ravil Rubashkin hat ihnen erst keine Bedeutung beigemessen. Ende März wachte er mit Husten auf und fühlte sich schlapp. „Ich dachte, ich bekomme einen grippalen Infekt“, sagt Rubashkin. Er arbeitet als Arzt im Evangelischen Krankenhaus (EVK) und hatte kurz vor seiner Erkrankung die Abteilung gewechselt.

Husten und Schwäche als Hauptsymptome

An Corona hatte der 31-Jährige zu dem Zeitpunkt nicht gedacht. Die ersten Erkrankungen in Hamm waren ohnehin zwei Wochen zuvor aufgetreten, die Krankheit war noch nicht im allgemeinen Bewusstsein. Trotzdem ließ er sich im EVK auf den Covid-19-Erreger testen. Nach zwei Tagen stand das Ergebnis fest: Corona.

Wo er sich angesteckt hatte, ließ sich abschließend nicht klären. Die Krankheit selbst verlief bei ihm recht mild. „Außer dem Husten und einem starken Schwächegefühl hatte ich keine weiteren Beschwerden“, sagt er. Über eine Woche zeigten sich diese leichten Symptome, dann ging es ihm besser. „Ich hatte großes Glück, dass die Krankheit bei mir einen so milden Verlauf hatte.“ Rubashkin: „Auch Spätfolgen treten bei mir nicht auf und ich hoffe, dass das so bleibt.“

Quarantäne war äußerst langweilig

Die Zeit in der Quarantäne hat er als äußerst langweilig in Erinnerung. „Ich war ganz alleine und mir ging es nicht sehr schlecht, da verflogen die Minuten nur sehr langsam.“ In den Tagen der Einsamkeit hat er angefangen, eine Programmiersprache zu erlernen. Versorgt hat er sich selber, die Schränke waren entsprechend gut gefüllt.

Auch wenn bei ihm die Krankheit mild verlaufen ist, hat er großen Respekt vor Corona. Aus seinem täglichen Arbeitsumfeld hat er Beispiele, dass die Krankheit viel tragischer verlaufen kann und auch Spätfolgen auftreten.

9 Corona-Schicksale in Hamm - unsere Serie:

Claudia Winter (53) ist eine der beiden Menschen aus Hamm, bei denen das Coronavirus als erstes nachgewiesen wurde. (Teil 1)

Franzis Schwarz (78), Vorsitzende des Seniorenbeirates der Stadt, fällt nach ihrer Infektion mit dem Coronavirus das Treppensteigen schwer. (Teil 2)

Reinhild Rabe (53) erkrankte im April und hat lange unter den Nachwirkungen ihrer Corona-Infektion gelitten. (Teil 3)

Joachim Rind (60) merkte zunächst nichts von seiner Infektion. Erst in der dritten Woche hatte er heftige Symptome. (Teil 4)

Katharina Streubel (23) war zunächst negativ getestet worden, verspürte dann aber nie gekannte Symptome. (Teil 5)

Bernd Hackmann (51), Oberarzt für Nuklearmedizin am Marienhospital, wurde vom positiven Testergebnis ziemlich überrascht. (Teil 6)

Weitere Teile folgen täglich.

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