„Zu Beginn habe ich es als Erkältung abgetan“ (Teil 5 unserer Serie)

Corona und seine Schicksale in Hamm: Katharina Streubel verspürte nie gekannte Symptome

„Eine Woche habe ich im Bett verbracht und konnte nichts tun“, sagt Katharina Streubel.
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„Eine Woche habe ich im Bett verbracht und konnte nichts tun“, sagt Katharina Streubel.

Katharina Streubel (23) aus Hamm war zunächst negativ getestet worden, verspürte dann aber nie gekannte Symptome. Ihr machte die psychische Anspannung während der Quarantäne zu schaffen.

Hamm - Täglich lesen Sie auf WA.de die aktuellen Corona-Fallzahlen. Hinter den Ziffern für die akut Infizierten, die Neuinfektionen, die Patienten im Krankenhaus und den Genesenen stecken jeweils echte Schicksale. Wir wollen daher die Menschen hinter den Zahlen sichtbar machen – und haben mit neun Hammern über ihre Corona-Infektion und die Auswirkungen gesprochen, die teilweise bis heute spürbar sind. Ihre Geschichte lesen Sie seit dem 30. Dezember täglich auf WA.de. Heute geht es um Katharina Streubel:

Nachdem ihr Chef positiv getestet worden war, brachte ein Reihentest der Mitarbeiter für Katharina Streubel zunächst ein negatives Ergebnis. Doch wenige Tage später, an einem Sonntag Ende März, zeigte dann auch die 23-Jährige Symptome. „Zu Beginn habe ich es noch als Erkältung abgetan, dann trat aber ein Verlauf ein, den ich so noch nie gespürt hatte: starke Gliederschmerzen, schmerzende Haut und Haare.“ Der Test durch das Corona-Mobil bescheinigte Streubel dann die Infektion. „Eine Woche habe ich im Bett verbracht und konnte nichts tun“, sagt sie. An eine Einweisung ins Krankenhaus habe sie kurzfristig gedacht, glücklicherweise habe sie aber nicht erfolgen müssen.

„Psychische Anspannung machte zu schaffen“

Weil Streubel in einem medizinischen Beruf arbeitet, waren bei ihr zwei Negativ-Abstriche erforderlich, um wieder ins Arbeitsleben zurückkehren zu können. Doch das ging nicht so schnell über die Bühne, wie sie es sich erhofft hatte. Nachdem ein Test noch positiv ausgefallen war, verlängerte sich ihre Quarantäne. Insgesamt 20 Tage verbrachte sie zuhause. „Die psychische Anspannung hat mir schon zu schaffen gemacht“, erinnert sie sich an die Zeit in der Isolation. Hinzugekommen sei noch eine Nesselsucht, die sie zuerst nicht habe einordnen können.

Ihr Vater und eine Freundin arbeiteten die Einkaufslisten für sie ab und stellten die Besorgungen vor die Tür. Nachdem Besserung eingetreten war, sei es mit dem Hausputz und Sport in den eigenen vier Wänden losgegangen. „In dieser Zeit habe ich knapp 10 Kilogramm abgenommen“, sagt Streubel. Schade fand sie es, dass sie nach dem ersten Negativ-Abstrich nicht einmal einen kontaktlosen Spaziergang habe machen können. „Weil ich in einem Gesundheitsberuf arbeite, gilt diese Regel“, sagt sie.

Hinter ihrer Immunität sieht sie trotz Antikörpernachweis eher ein Fragezeichen. Sehr lange nach ihrer Genesung habe sie noch immer schnell Müdigkeit gespürt, sagt Streubel. Aktuell findet sie es erschreckend, dass bei explodierenden Zahlen von Teilen der Bevölkerung so verantwortungslos mit der Pandemie umgegangen werde.

9 Corona-Schicksale in Hamm - unsere Serie:

Claudia Winter (53) ist eine der beiden Menschen aus Hamm, bei denen das Coronavirus als erstes nachgewiesen wurde. (Teil 1)

Franzis Schwarz (78), Vorsitzende des Seniorenbeirates der Stadt, fällt nach ihrer Infektion mit dem Coronavirus das Treppensteigen schwer. (Teil 2)

Reinhild Rabe (53) erkrankte im April und hat lange unter den Nachwirkungen ihrer Corona-Infektion gelitten. (Teil 3)

Joachim Rind (60) aus Hamm merkte zunächst nichts von seiner Infektion. Erst in der dritten Woche hatte er heftige Symptome. (Teil 4)

Weitere Teile folgen täglich.

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