„Krank gefühlt erst nach dem Test“ (Teil 6 unserer Serie)

Corona und seine Schicksale in Hamm - Heute: Bernd Hackmann

Ein leichter Reizhusten hatte Bernd Hackmann dazu bewogen, sich testen zu lassen.
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Ein leichter Reizhusten hatte Bernd Hackmann dazu bewogen, sich testen zu lassen.

Bernd Hackmann (51), Oberarzt für Nuklearmedizin am Marienhospital, wurde vom positiven Testergebnis ziemlich überrascht. „Ich bin der Langweilige in der Reihe“, glaubt er.

Hamm - Täglich lesen Sie auf WA.de die aktuellen Corona-Fallzahlen. Hinter den Ziffern für die akut Infizierten, die Neuinfektionen, die Patienten im Krankenhaus und den Genesenen stecken jeweils echte Schicksale. Wir wollen daher die Menschen hinter den Zahlen sichtbar machen – und haben mit neun Hammern über ihre Corona-Infektion und die Auswirkungen gesprochen, die teilweise bis heute spürbar sind. Ihre Geschichte lesen Sie seit dem 30. Dezember täglich auf WA.de. Heute geht es um Bernd Hackmann:

Als auf dem Schnelltest die zweite Linie sichtbar wurde, die ihm Gewissheit über seine Covid-19-Infektion gab, schaute Bernd Hackmann erst einmal genauso verdutzt auf das Ergebnis wie der Pfleger, der die Untersuchung vorgenommen hatte. 70 Tests hatte der Kollege bis zu diesem Zeitpunkt im November im Marienhospital bereits bei Mitarbeitern gemacht – alle negativ. Und auch Hackmann war davon ausgegangen, dass sein Ergebnis nichts anderes ausweisen würde.

Ein leichter Reizhusten hatte den Oberarzt für Nuklearmedizin dazu bewogen, sich testen zu lassen. „Das war relativ unspektakulär, und ich habe das nur gemacht, weil wir im Krankenhaus angewiesen sind, sofort einen Abstrich oder Schnelltest zu machen, wenn wir Symptome bemerken“, sagt er. Wo er sich infiziert haben könnte? Völlig unklar. Vermutlich aber bei einem Patienten.

Krankheitsverlauf „wie bei einer Erkältung“

Der Krankheitsverlauf war mild, eher wie einer Erkältung. „Ich bin der Langweilige in der Reihe“, sagt Hackmann. „Dass ich mich krank gefühlt habe, kam erst nach dem Test.“ 38,4 Fieber, Kopfschmerzen, Husten – fünf Tage fühlte es sich an „wie ein grippaler Infekt. Nachwirkungen spüre ich auch nicht.“

Zwei Wochen blieb der 51-Jährige in Isolation, zog zuhause in den Keller. Seine Frau Marion kam trotzdem nicht um die Infektion herum. Auch bei ihr zeigten sich wenig Symptome – sie leidet aber bis heute an den Nachwehen. Kurzatmigkeit beim Treppensteigen, anhaltender Husten, Mattigkeit.

Im Nachhinein empfindet es der Mediziner beruhigend, Covid-19 gehabt zu haben. „Du kannst es nicht mehr kriegen – und wichtiger: nicht weitergeben. So können wir Weihnachten in Ruhe mit der Mutter feiern“, sagt Hackmann, der von der Zurückhaltung der Patienten während der ersten Welle aktuell wenig spürt. „Damals sind viele zuhause geblieben. Da merken wir jetzt nichts mehr von.“

9 Corona-Schicksale in Hamm - unsere Serie:

Claudia Winter (53) ist eine der beiden Menschen aus Hamm, bei denen das Coronavirus als erstes nachgewiesen wurde. (Teil 1)

Franzis Schwarz (78), Vorsitzende des Seniorenbeirates der Stadt, fällt nach ihrer Infektion mit dem Coronavirus das Treppensteigen schwer. (Teil 2)

Reinhild Rabe (53) erkrankte im April und hat lange unter den Nachwirkungen ihrer Corona-Infektion gelitten. (Teil 3)

Joachim Rind (60) aus Hamm merkte zunächst nichts von seiner Infektion. Erst in der dritten Woche hatte er heftige Symptome. (Teil 4)

Katharina Streubel (23) aus Hamm war zunächst negativ getestet worden, verspürte dann aber nie gekannte Symptome. (Teil 5)

Weitere Teile folgen täglich.

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