Viele Bürger in Hamm irritiert

Maxipark trotz Lockdown offen, Tierpark nicht - Das ist der Grund

Darf weiter für Besucher leuchten: der Glaselefant im Maxipark Hamm.
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Darf auch im November für Besucher leuchten: der Glaselefant im Maxipark. Betreten werden darf er allerdings nicht.

[Update] Seit Montagmorgen greift der neue Lockdown auch in Hamm. Besonders heiß diskutiert wird in diesem Zusammenhang, dass der Tierpark schließen muss, der Maxipark hingegen nicht. Warum eigentlich?

Hamm – Dass der Maximilianpark im Gegensatz zum Tierpark im November trotz unablässig steigender Corona-Fallzahlen geöffnet bleiben darf, erscheint vordergründig mindestens fragwürdig. Wir erinnern uns: Während des Komplett-Lockdowns im Frühjahr blieben beide Einrichtungen wochenlang geschlossen. Diesmal nutzt die Stadt im Rahmen der ihr verbliebenen Handlungsoptionen offenbar eine Rechtslücke. Das dürfte vor allem viele Familien freuen, denen zuhause die Decke auf den Kopf fällt.

Die genannte Rechtslücke findet sich in der aktuellen Coronaschutzverordnung für NRW. Der entsprechende Passus unter Paragraf 10 lautet: „Zoologische Gärten und Tierparks dürfen bis zum 30. November 2020 für Besucherinnen und Besucher nicht geöffnet werden.“ Auch „Freizeitparks“ und „Indoor-Spielplätze“ müssen demnach schließen. Weil auf den Maximilianpark in Hamm nach offizieller Lesart der Stadt beides nicht zutrifft, darf sie ihn offen halten. „Der Maxipark ist flächenmäßig sehr groß und die Bewegung an der Luft wichtig für die Menschen“, ergänzt Stadtsprecher Tom Herberg auf Nachfrage.

Der Maxipark bleibt auch im November geöffnet. Die Lockdown-Vorgaben greifen dort nicht.

Wobei „geöffnet“ natürlich relativ ist: Denn nicht nur gilt seit Monaten eine Besucher-Höchstgrenze (2000 gleichzeitig) zudem sind alle Innenräume geschlossen, in den Toilettenräumen und auf den Spielplätzen gilt – auch für Kinder ab 6 Jahre! – die Maskenpflicht. Die Einhaltung der Abstandsregeln sollte ohnehin selbstverständlich sein. Übrigens: Nach WA-Informationen fallen bis auf Jülich (dort gibt es Zoo-Angebote) auch alle anderen früheren Landesgartenschau-Standorte aus dem Verbotsraster, dürfen also offen bleiben.

Maxipark-Geschäftsführer Jörg Rogalla gewinnt der Situation natürlich trotzdem Positives ab: „Wenn auch mit angezogener Handbremse, sind wir froh, dass wir den Menschen etwas Abwechslung bieten können.“ Damit das so bleibt, appelliert er nachdrücklich an die Besucher, schon aus Eigenschutz aufzupassen und die Regeln zu achten.

Schön und leider leer - Der Maxipark Frühling zu Corona Zeiten (1)

Schön und leider leer - Der Maxipark Frühling zu Corona Zeiten (1)

Geöffnet sind die Maxipark-Kassen aktuell von 10 bis 17 Uhr; der Park muss bis 19 Uhr verlassen werden. Die Luftbilder von Hans Blossey bleiben, anders als ursprünglich geplant, noch den ganzen November über aufgestellt.

Mit den Besucherzahlen des „Herbstleuchtens“ zeigt sich Maxipark-Geschäftsführer Rogalla angesichts der schwierigen Situation übrigens sehr zufrieden. Das beliebte Angebot ging am Sonntag zuende.

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