Auf Streife in der Innenstadt

Corona und KOD: Kaum Arbeit bei Kontrollen in der Innenstadt

Die mancherorts weihnachtlich geschmückte Innenstadt von Hamm.
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Die in vielen Bereichen weihnachtlich geschmückte Innenstadt war am Samstag Ziel vieler Einkaufsbummler. (Archivbild)

Auch wenn die Akzeptanz der Corona-Regeln recht groß ist, gibt es doch auch in Hamm immer wieder Verstöße aus Vorsatz oder Nachlässigkeit. Der KOD ging am Samstag auf „die Pirsch“.

Hamm - Zehn Mitarbeiter des Kommunalen Ordnungsdienstes (KOD) der Stadt hatten am Samstag ein besonders waches Auge auf die Geschehnisse in der Hammer Innenstadt, zumal ja entlang der ganzen Fußgängerzone samstags die Maskenpflicht gilt. Und siehe da: Es gab kaum Arbeit für sie. (News zum Coronavirus in Hamm.)

„Die Menschen haben sich an die Regeln gehalten“, bilanzierte Stadtsprecher Lukas Huster am Tag danach. Bei den Kontrollen in der Innenstadt hätten nur drei Ermahnungen ausgesprochen werden müssen. Was im Umkehrschluss bedeutet, dass kein einziges Bußgeld wegen Missachtung der aktuellen Corona-Regeln verhängt wurde (siehe Übersicht unten).

„Querdenker 238“ provizieren Ermahnungen und Bußgelder

Dass das bei der wöchentlichen „Querdenker“-Demo anders war, wundert angesichts der Protest-Ausrichtung dieser Treffen kaum. Obwohl an der Pauluskirche am Freitagabend kaum mehr als 30 Teilnehmer zu sehen waren, seien seitens der KOD-Mitarbeiter 18 mündliche Ermahnungen und zwei Bußgelder („keine Masken“) ausgesprochen worden, teilte Stadtsprecher Huster mit. Die Anti-Corona-Maßnahmen-Gruppierung „Querdenken 238“ will ihre „Spaziergänge“ in der Innenstadt auch künftig an jedem Freitag veranstalten.

In einem Hammer Rewe war es wegen der aktuellen Regeln am Samstag zu einer Schlägerei gekommen. Es ging um die Einkaufswagen-Regelung. Die Polizei musste den Sachverhalt regeln.

Übersicht über die aktuellen Regeln (Auszug):

  • Treffen im öffentlichen Raum sind nur noch mit den Angehörigen des eigenen und eines weiteren Hausstandes gestattet. Mehr als fünf Personen sind bei dem Zusammentreffen von zwei Haushalten nicht erlaubt, wobei Kinder bis zu einem Alter von einschließlich 14 Jahren bei der Berechnung der Personenanzahl nicht mitgezählt werden.
  • In geschlossenen öffentlichen Räumen ist eine Alltagsmaske zu tragen. Dies gilt auch am Arbeitsplatz, sofern ein Abstand von 1,5 Metern zu weiteren Personen nicht sicher eingehalten werden kann.
  • Treffen in Privaträumen sind auf zehn Personen beschränkt. Eine Regelung, aus wie vielen Haushalten die Menschen kommen dürfen, gibt es nicht. Genehmigungen für Treffen und Feiern unter zehn Personen müssen nicht eingeholt werden; es müssen aber Kontaktlisten geführt werden. Wenn Feiern mit mehr als zehn Personen stattfinden, erwartet den Verantwortlichen ein Bußgeld von 2500 Euro. (Hamm-spezifische Ergänzung, weil die Landesregierung hier keine Konsequenzen bei Missverhalten vorgibt, sondern nur „appelliert“.)
  • In Handelseinrichtungen wie Supermärkten, Kaufhäusern und Baumärkten mit einer Gesamtverkaufsfläche von mehr als 800 Quadratmetern gelten weitere Einschränkungen bezüglich der Kundenanzahl pro Quadratmetern.
  • Im unmittelbaren Umfeld von Einzelhandelsgeschäften, insbesondere auf dem Grundstück des Geschäftes, auf den zu dem Geschäft gehörenden Parkplatzflächen und auf den Wegen zu dem Geschäft ist eine Alltagsmaske zu tragen.
  • Maskenpflicht besteht ferner in Bus, Bahn und Taxi, auf Spielplätzen (außer für Kinder bis zum Schuleintrittsalter), auf den Wochenmärkten, in der Fußgängerzone an Samstagen zu den Geschäftszeiten sowie im Umkreis von 150 Metern um alle weiterführenden Schulen. In privaten Autos gilt keine Tragepflicht eines Mundschutzes.
  • Restaurants, Bars, Clubs, Diskotheken und Kneipen sind geschlossen. Gastronomen bleibt die Lieferung und Abholung von Speisen erlaubt.
  • Veranstaltungen, die der Unterhaltung dienen, sind untersagt. Profisport-Veranstaltungen wie etwa Spiele des ASV Hamm-Westfalen dürfen nur ohne Zuschauer stattfinden. Nicht erlaubt ist der Freizeit- und Amateursportbetrieb in öffentlichen und privaten Sportanlagen, Fitnessstudios, Schwimmbädern und ähnlichen Einrichtungen. Eine Ausnahme bildet der Individualsport allein, zu zweit oder mit dem eigenen Haushalt.
  • Das Museum, das Kino, der Tierpark, Wettannahmestellen, Bordelle, Schwimm- und Spaßbäder, Saunen, Fitnessstudios und ähnliche Einrichtungen sind geschlossen. Der Maxipark ist geöffnet. Musikfeste und Festivals sind bis 31. Dezember untersagt.
  • Geschlossen sind auch Kosmetikstudios, Massagepraxen, Tattoo-Studios und ähnliche Betriebe. Medizinisch notwendige Behandlungen wie Physio-, Ergo- und Logotherapien sowie Fußpflege sind möglich. Friseursalons können öffnen.

Sonderregelungen für die Adventszeit und die Feiertage:

  • Der Verkauf von Weihnachtsbäumen durch gewerbliche oder soziale Anbieter ist unter Wahrung der Abstands- und Hygieneregelungen zulässig.
  • In dem Zeitraum vom 23. Dezember 2020 bis zum 1. Januar 2021 ist in Ergänzung zu den oben genannten Regelungen zur Kontaktbeschränkung ein Zusammentreffen im engsten Familien- oder Freundeskreis mit insgesamt höchstens zehn Personen zulässig, wobei auch hier Kinder bis zu einem Alter von einschließlich 14 Jahren bei der Berechnung der Personenanzahl nicht mitgezählt werden. Für diese Personen gilt für ihre Besuche über die Feiertage kein Beherbergungsverbot in Hotels und Pensionen.
  • Zum Jahreswechsel 2020/2021 sind öffentlich veranstaltete Feuerwerke untersagt. Die örtlich zuständigen Behörden untersagen darüber hinaus die Verwendung von Pyrotechnik auf näher zu bestimmenden Plätzen und Straßen, für die ohne solche Untersagung größere Gruppenbildungen zu erwarten sind.
  • Mit Blick auf die kommende Skisaison gilt: Der Betrieb von Skiliften ist nach § 10 Absatz 1 Nr. 2 Coronaschutzverordnung als Einrichtungen für Freizeitaktivitäten derzeit unzulässig.

    (Für die komplette Coronaschutzverordnung des Landes NRW klicken Sie bitte hier!)

Das Bundesland Bayern hat derweil den „Katastrophenfall“ ausgerufen. Damit greifen dort harte Ausgangssperren, und auch für Silvester werden die Zügel streng angezogen. Ob andere Länder nachziehen?

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