Corona zum Trotz: 30-Jährige eröffnet eigenen Friseursalon

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Mine Özcumali (von links), Gabriela Domurs, Chefin Sevil Celik und ihr Ehemann Ümit Celik frisieren im Süden.

Bekannte haben sie gefragt, ob sie sich das nicht noch einmal überlegen wolle, aber für Sevil Celik und ihren Mann Ümit stand die Entscheidung fest: Ein eigener Friseursalon sei immer ihr Wunsch gewesen, sagt die junge Geschäftsfrau aus Hamm. „Davon hält mich auch Corona nicht ab.“

Hamm – Seit dieser Woche ist Sevil Celik Inhaberin des Ladenlokals „Friseur im Süden“ an der Alleestraße 18. Natürlich habe es Momente der Skepsis und des Nachdenkens gegeben, doch die 30-jährige Friseurmeisterin ist zuversichtlich, mit ihrem Optimismus durch die Krise zu kommen. Die endgültige Entscheidung sei im April gefallen. „Wir sind glücklich“, sagt sie und spricht auch für ihren Mann und die beiden langjährigen Mitarbeiterinnen, die sie von ihrer Vorgängerin übernommen hat. „Wir sind hier wie eine Familie“, sagt Celik. Da falle vieles leichter.

Vor allem auch die Umsetzung der Auflagen, die mit der Wiedereröffnung auf alle Friseure zugekommen sind: Arbeiten mit Maske und Handschuhen, Desinfektion des Arbeitsgeräts, Pflicht-Haarwäsche, Abstandsregelung, keine Zeitschriften zum Blättern. Vieles ist anders als gewohnt, aber Celik und ihre Mitarbeiter haben ihren Rhythmus gefunden. „Statt Laufkundschaft geht es jetzt über das Termingeschäft“, sagt sie. „Ich könnte hier eine Sekretärin gebrauchen, so oft klingelt das Telefon.“ Frei sei kaum noch etwas.

Und manches braucht länger: „Ein Herrenhaarschnitt ohne Waschen dauert normalerweise etwa 20 Minuten, jetzt muss man eine halbe Stunde planen.“ Was mehr Leistung und weniger Kunden in der gleichen Stundenzeit letztlich für die Umsätze bedeuten, vermag Celik noch nicht einzuschätzen. Allerdings zahlt der Kunde die Pflichtwäsche jetzt mit.

Berufswunsch eigentlich Stewardess

Eigentlich wollte Celik einmal Stewardess werden, doch dann kam 2008 ein Schulpraktikum „dazwischen“ – in genau dem Salon, den sie heute betreibt und in dem sie Teile ihrer Ausbildung absolvierte. „Mit dem Praktikum wusste ich, dass das Friseurhandwerk mein Beruf ist“, sagt sie. Im gleichen Betrieb lernte sie später auch ihren Mann kennen. Dieser muss sich noch gedulden, bis er sein volles Leistungsspektrum anbieten kann. Denn Nassrasuren oder Ohrenhaare abflammen sind zurzeit nicht möglich. Aber auch so hat er genug zu tun.

Celik setzt an der Alleestraße eine lange Tradition fort. „Hier war immer schon ein Friseur“, sagt sie. „Ältere Kundinnen erzählen davon. Das muss eine Ewigkeit sein.“

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