Corona-Spuck-Schnelltests: Hammer hoffen weiter auf Zulassung - Nachfrage schon jetzt hoch

Friedrich Valentin Kley (rechts) und Fernando Di Matteo vertreiben den ersten Corona-Spuck-Schnelltest.
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Hoffnung aus Norddinker: Friedrich Valentin Kley (rechts) und Fernando Di Matteo vertreiben den ersten Corona-Spuck-Schnelltest.

Die ersten drei Corona-Schnelltests für den Eigengebrauch haben eine Sonderzulassung erhalten und sollen in den kommenden Tagen in Geschäften erhältlich sein. Nicht dabei ist der von den beiden Hammer Jungunternehmern Friedrich Valentin Kley und Fernando Di Matteo vertriebene so genannte Spuck-Test. Noch nicht.

Hamm – Diese Art der Antigentests befindet sich noch in der Erprobung. Ergebnisse werden zeitnah erwartet, heißt es. Die beiden Männer aus Hamm warten täglich darauf. „Das regelt der Importeur. Die Zulassung ist beantragt“, sagt Kley. „Ich frage bei denen jeden Tag nach, wie es ausschaut.“ (News zum Coronavirus in Hamm)

StadtHamm
Fläche226,3 km²
Einwohner179.397 (2016)

Corona in Hamm: Anwendung nur durch medizinisches Personal?

Mit ihrem eigens eingerichteten Onlinehandel Parahealth mit Sitz in Norddinker wollten Kley und Di Matteo bundesweit Vorreiter sein, einen Coronavirus-Antigentest für den Hausgebrauch anzubieten. Entgegen ihrer Annahme, hat ihr Produkt aber doch nur eine Zulassung für die Anwendung durch medizinisches Personal. Nach aktuellem Stand darf es immer noch nicht an Privatleute verkauft werden.

Das war den beiden erst deutlich geworden, als sie im Januar erste Bestellungen entgegengenommen hatten. Zur Auslieferung kam es nicht mehr. Nach Kritik und Hinweisen auch von der Bezirksregierung stornierten sie die Bestellungen. Die von ihnen georderten Spuck-Tests waren aber unterwegs. Kley und Di Matteo blieben nicht darauf sitzen. Es eröffnete sich ihnen eine Verkaufsschiene, die sie zunächst eher am Rande verortet hatten. „Sie passt voll in unsere Mission“, sagt Kley.

Corona in Hamm: Risikopersonen in der Familie

Ihre Mission? Die Last der plagenden Ungewissheit, bin ich an Covid-19 erkrankt oder eher nicht, mit einem Testergebnis zu verringern und die Ansteckungsgefahr zu minimieren. Sie sprechen aus eigener Erfahrung. Familienangehörige der beiden Unternehmer gehören zur Risikogruppe.

Kley studiert in Wien „Business and Economics“ und hat das seit November in Österreich angebotene, wohnortnahe und niederschwellige Schnelltesten verfolgt. Als er vor Weihnachten nach Hause nach Hamm-Norddinker wollte, reifte die Idee, Schnelltests für den Eigengebrauch zu besorgen. Zusammen mit seinem Schulfreund vom Stein-Gymnasium wurde daraus das Unternehmen. „Wir sind voll in Fahrt“, sagt Kley.

Das gelingt ihnen, wie sie sagen, durch eine „Verlagerung auf Firmenkunden“. „Unternehmen arbeiten an Testkonzepten“, erklärt Kley. Wie wichtig die sein können, zeigen nicht zuletzt die heimischen Fälle in der fleischverarbeitenden Industrie. Die Firmen testen demnach alle zwei Wochen. „Sie kaufen genau so ein, dass sie mit den Schnelltests hinkommen“, sagt er. Das sorgt für regelmäßige und größere Bestellungen, anders als von Privatleuten zu erwarten. Aber nach wie vor ist ihr Ziel: „Möglichst vielen Menschen den Schnelltest zur Verfügung zu stellen“.

Corona in Hamm: Produktionssparte soll ausgeweitet werden

Sie sind „optimistisch“, dass der von ihnen angebotene Spuck-Test eine Zulassung bekommen wird. Aber auch wenn nicht, es gibt offenbar jetzt schon viel zu tun. „Wir arbeiten sieben Tage in der Woche“, sagt Kley. Trotz des bei Onlinehändlern üblichen Einsatzes von Dienstleistern gehe ein Teil der Bestellung von Norddinker raus zu den Kunden. „Ich fahre täglich zur Post“. Detaillierte Zahlen bleiben firmenintern.

Selbst wenn der Spuck-Test keine Zulassung für den Eigengebrauch bekommen sollte, „wir haben mehrere Eisen im Feuer“, sagt er. „Wir überlegen, die Produktsparte zu erweitern. Das wird es in sich haben.“ Mehr verraten will er aber noch nicht.

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