Pflicht für Besucher

Schnelltests für Heime in Hamm schon bald? - So funktionieren sie

Blick auf einen Corona-Schnelltest in einer Teststation des Gesundheitsamts der niederländischen Stadt Groningen. Foto: Vincent Jannink/ANP/dpa
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Ein Corona-Schnelltest wird genutzt. (Symbolbild)

Corona-Schnelltests sollen Besuche in den Hammer Altenheimen möglicherweise schon ab der kommenden Woche sicherer für Bewohner und Pflegepersonal machen. Aktuell laufen Schulungen für die Mitarbeiter der Heime.

Hamm – Für den flächendeckenden Einsatz der Schnelltests in Hamm gibt es zwei Voraussetzungen: Zum einen müssen die Mitarbeiter der jeweiligen Einrichtung für die korrekte Durchführung der Tests geschult werden. Das erfolge in Hamm hauptsächlich durch die Hausärzte, erklärte Stadtsprecher Lukas Huster. „Viele Seniorenheime haben ohnehin Kooperationen mit Ärzten, die sich in der Nähe niedergelassen haben. Da ist die Zusammenarbeit erprobt“, so Huster. (Klicken Sie sich hier in unser Spezialressort „Corona in Hamm“.)

Für alle Heime ohne direkten Kontakt zu Hausärzten und ambulante Pflegedienste hat sich der Sprecher der Hammer Ärzteschaft, Dr. Matthias Bohle, als Ansprechpartner für Schulungen bereit erklärt. Er vermittelt im Zweifel auch an Kollegen. Bislang hat Bohle eine Schulung durchgeführt, drei weitere sind bislang geplant.

Dr. Matthias Bohle, Sprecher der Hammer Ärzteschaft, ist Ansprechpartner für Schulungen.

Die zweite Voraussetzung für die Nutzung von Schnelltests ist ein beim Gesundheitsamt hinterlegtes Testkonzept. Darin sind sowohl die Nutzung der Tests als auch das Vorgehen und der Informationsfluss zwischen Einrichtung und Behörden geregelt, falls ein Test positiv ausfällt. Dann müsse noch einmal ein genauerer PCR-Test durchgeführt werden.

„Bereits etliche Heime haben so ein Konzept eingereicht“, erklärte Huster. „Sie können mit den Schnelltests kurzfristig loslegen, wenn die Schulungen erfolgt sind.“ Für die Beschaffung sind die Einrichtungen selbst verantwortlich. Lieferengpässe seien trotz erhöhter Nachfrage nicht zu erwarten, schätzt Bohle ein.

„Funktioniert wie ein Schwangerschaftstest“

Schnelltests weisen im Gegensatz zu PCR-Tests kein Erbmaterial nach, sondern Virusproteine. „Technisch gesehen funktioniert das wie ein Schwangerschaftstest“, erklärt Dr. Matthias Bohle. Das Probenmaterial aus dem Rachenraum wird in eine Flüssigkeit gegeben, um die Proteine zu lösen. Danach werden wenige Tropfen in das Testkit gegeben und wandern über einen Papierstreifen. Das Ergebnis liegt nach rund 15 Minuten vor.

Worauf aber ist zu achten, wenn man einen solchen Schnelltest durchführt?

„Die Anatomie jedes Menschen ist unterschiedlich“, sagt der Mediziner. „Bei einigen Menschen müssen acht bis zehn Zentimeter Rachenraum überbrückt werden.“ Für den Nasen-Rachen-Abstrich müsse das Stäbchen nicht an der Nase hoch in Richtung Stirn, sondern horizontal geführt werden. Und: Bei vielen Menschen mit Nasenscheidewand-Verengung treffe man schnell auf Widerstand. „Da sollte man es nicht mit viel Kraft versuchen. Das führt nur zu viel Bluterei. Auf der anderen Seite ist die Nase dann oft weiter“, so Bohle.

Einen Aufnahme- oder Besuchsstopp gibt es aktuell übrigens in keinem Hammer Heim. Selbst wenn ein positiver Fall in der Einrichtung bekannt würde, wiege das in der Corona-Schutzverordnung verankerte Besuchsrecht der Bewohner höher, erklärte Huster. Um Bewohner der Heime trotzdem besser zu schützen, sollen die Schnelltests Pflicht werden, wenn sie flächendeckend einsatzbereit sind.

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