Anwohner-Klagen über Treffpunkte

Corona-Regeln? Ausgangssperre? Einigen Heessenern ist das offenbar egal

An den Tischtennisplatten auf dem Spielplatz am Piebrockskamp tummeln sich nachts Gruppen.
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Sie dienen jungen Menschen nachts weniger als Sportgeräte denn als Treffpunkt für verbotene Zusammenkünfte: An den Tischtennisplatten auf dem Spielplatz am Piebrockskamp in der Nähe des Brokhofs tummeln sich offenbar nachts Gruppen, die gegen die Corona-Vorgaben verstoßen und zudem durch ihren Lautstärkepegel Anwohner auf die Palme bringen.

An verschiedenen Orten Heessens sollen sich unterschiedliche Gruppen von Menschen treffen, ohne auf die Corona-Vorsorge zu achten oder die Gesetzeslage zu beachten. Unerwünschte Nebenwirkung der illegalen Treffs sind zuweilen nächtliche Ruhestörungen.

Heessen - Gassi-Gängerinnen, Jogger und andere Heessener berichten, dass rund um die Waldbühne Treffpunkte entstanden seien. Dabei träfen sich nicht nur besonders junge Menschen, sondern auch Erwachsene Männer dort, konsumierten Alkohol und beachteten weder Abstands- noch Mund-Nasen-Schutz-Regeln. Auch am Dasbecker Markt soll ein Treffpunkt entstanden sein. (News zum Coronavirus in Hamm)

Hotspot ist aber auch noch immer die Sachsenhalle samt direktem Umfeld. Anwohner berichten, dass sich noch immer Autoposer und andere junge Männer auf dem Parkplatz an der Sachsenhalle träfen. Allerdings: Teile der Szene verlagerten sich jetzt auf den Spielplatz am Piebrocks-kamp und an den Brokhof – vielleicht bilde sich hier aber auch eine neue Szene.

Das sei praktisch an jedem Abend nach 22 Uhr der Fall. Dort sei es weniger einsehbar als an der Sachsenhalle und damit die soziale Kontrolle geringer. Die Tischtennisplatten böten eine gute Chance, dort auch Speisen und Getränke zu sich zu nehmen. Das Problem sei nicht nur, dass Corona-Regeln nicht eingehalten würden – das eigentliche Problem sei die Lautstärke.

„Wissen diese Menschen, dass sie andere Menschen stören?“, fragt einer der Anwohner. „Denken sie darüber nach, dass hier Familien mit Kindern leben und Menschen, die hart arbeiten und deshalb ihre Nachtruhe brauchen?“

Corona-Regel-Ignoranz in Heessen: Das sagen Stadt und Polizei

Haben der Kommunale Ordnungsdienst (KOD) und die Polizei ähnliche Beobachtungen gemacht? Konnten sie einschreiten? Die Antworten der Behörden machen wenig Hoffnung.

Stadtsprecher Lukas Huster teilt mit, die genannten Orte – Sachsenhalle, Brokhof, Waldbühne und die Hütte an der Quelle im Heessener Wald – würden alle regelmäßig vor und nach 22 Uhr durch den KOD kontrolliert. Alle Orte seien bis auf den Piebrockskamp komplett unauffällig. „Lediglich am Piebrockskamp sind in Einzelfällen Personen nach 22 Uhr angetroffen worden“, so Huster, in der großen Mehrzahl der Kontrollen sei aber niemand angetroffen worden. Und: „Wir werden die Orte auch weiterhin kontrollieren.“

Corona-Regel-Ignoranz in Heessen: „Ruhestörende Männertruppen“

Polizeisprecher Hendrik Heine kann von konkreten Einsätzen berichten, aber erwischt haben seine Kollegen in Heessen offenbar noch niemanden. Ein Anwohner des Spielplatzes Piebrockskamp und des Brokhofes habe die Polizei per Mail auf „ruhestörende Männergruppen“ aufmerksam gemacht, zuletzt habe es einen Einsatz am 25. April, einem Sonntag, gegeben: „Gegen 22 Uhr sollten sich dort sieben bis acht Personen an der Tischtennisplatte hinter dem Spielplatz aufhalten“, sagt Heine, „bei unserem Eintreffen war niemand mehr vor Ort, lediglich ein Fahrrad haben wir dort gefunden und sichergestellt.“

Gut zu wissen

Konkrete Hinweise, so Stadtsprecher Lukas Huster, können Anwohner am besten immer an das Ordnungsamt unter Telefon 02381/177299 melden oder per Mail an ordnungsamt@stadt.hamm.de senden.

Corona-Regel-Ignoranz in Heessen: Sachsenhalle „im Blick“

Zwei Tage später seien der Polizei gegen 19.30 Uhr etwa acht Personen gemeldet worden, die nahe der Waldbühne gemeinsam Alkohol konsumieren sollten – aber: „Bei unserem Eintreffen konnten lediglich einzelne Personen festgestellt werden, jedoch keine Corona-Verstöße.“ An der Waldhütte sei zuletzt Mitte Februar ein, so die Polizeimeldung, „Gelage“ gemeldet worden.

Unabhängig von den Anrufen, die die Polizei von Bürgern auf der Leitstelle erreiche, habe man die Örtlichkeiten genau wie die Sachsenhalle und den Dasbecker Markt „selbstverständlich im Blick“ und „bestreife“ sie insbesondere in den späteren Abendstunden zu einsatzfreien Zeiten. Dabei gehe es in erster Linie um mögliche Verstöße gegen die Coronaschutzverordnung und Ausgangsbeschränkungen sowie um ruhestörenden Lärm. Der zuständige Bezirksdienst habe die Situation ebenfalls im Blick und nehme Kontakt mit Beschwerdeführern auf oder habe das bereits getan.

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