Einkaufswagen-Pflicht

Corona-Regeln im Supermarkt sorgen für Schlägerei - Polizeieinsatz im Rewe

Die neuen Corona-Regeln haben in Hamm zu einer Schlägerei im Rewe geführt. Der Supermarkt verpflichtet jetzt zum Einkaufswagen-Nutzen.

  • In vielen Supermärkten mussten die Corona-Regeln noch einmal verschärft werden.
  • Viele Händler setzen auf eine Reduzierung der Einkaufswagen, um die Zahl der Kunden im Blick zu behalten.
  • In Hamm kam es deshalb zu einem unschönen Zwischenfall.

Hamm-Berge - Der Samstag ist für viele Menschen der Tag für den Wocheneinkauf. Der vergangene der erste an dem die verschärfte Coronaschutzbestimmung für Dezember im Einzelhandel galt. Das heißt: bei Ladengeschäften bis 800 Quadratmeter muss die Kundenzahl auf eine Person pro zehn Quadratmeter Fläche begrenzt werden, bei über 800 Quadratmetern auf eine auf 20 Quadratmetern Fläche.

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SitzKöln
Gründung1927

Corona-Regeln im Supermarkt: Zwischenfall im Rewe

Hammer Lebensmittelmärkte setzen auf die Reduzierung der Einkaufswagen und die Pflicht, einen solchen zu benutzen. Nicht jeder sieht diese Regeln ein. Bei Rewe Räker in Berge eskalierte eine Diskussion Samstagmorgen kurz nach zehn Uhr in Handgreiflichkeiten mit anschließendem Polizeieinsatz.

Der Hinweis des Security-Manns im Rewe-Markt, doch bitteschön einen Einkaufswagen zu holen, konterte ein junger Mann mit Beleidigungen. „So nach dem Motto: Ihr von der Security seid doch sowieso alle doof“, erzählte der verbal Angegangene. Der Security-Mann erhielt Unterstützung von einem Kunden. „Den hat er dann weggeschubst. Ein Fehler, denn der war Polizist beim privaten Einkauf.“ Für den jungen Mann endete der Angriff im Klammergriff der beiden Sicherheitsfachmänner, dem Vorfahren der Polizei, dem Aufnehmen des Tathergangs vor Publikum auf dem Parkplatz, einer Anzeige wegen Hausfriedensbruch - und dem Unverständnis bei anderen Kunden. „Es wird immer schlimmer“, hieß es dort, „einige schalten ihr Gehirn einfach nicht ein.“

Pflicht zum Einkaufswagen im Rewe: Corona-Regeln sorgen für Schlägerei

Dabei war die Situation ansonsten sehr entspannt. Man fand sofort einen Parkplatz, und erhielt gleich einen Einkaufswagen. „Uns hat eine freundliche Dame gleich ihren in die Hand gedrückt“, sagte Sven Pahnreck. „Alles normal.“ Stau gab es nur bei Bäcker Dördelmann im Eingangsbereich. Eine Frau begründete den problemlosen, stressfreien Einkauf mit der „frühen“ Tageszeit. An die Maskenpflicht die bei Rewe in Berge auch auf dem Parkplatz gilt, müssen sich einige Kunden wohl erst gewöhnen.

Kein Hinweis auf eine solche Pflicht gab es am Maxicenter in Werries. Die Anzahl der Lebensmittelläden dort sorgte am Samstag aber für einen vollen Parkplatz. Im Edeka Sonnenburg selbst ging es um 10.45 Uhr ruhig zu. „Wir haben 100 Einkaufswagen draußen“, erklärte Marktchefin Kornelia Sonnenburg. „Es begreift aber nicht jeder, dass jeder einen Wagen an der Hand haben muss“, blickt sie auf ein vorbei schiebendes Pärchen.

Bei Rewe in Hamm Berge kam es zum Polizeieinsatz aufgrund der neuen Corona-Regeln.

Neue Corona-Regeln im Rewe: „Die Stimmung ist schon gereizter“

„Die Stimmung ist schon gereizter“, stellt Mitarbeiter Tom Bartsch beim Verhalten der Kunden im zweiten Lockdown des Jahres fest. Das sei aber durchaus symptomatisch für die Weihnachtszeit. „Aber die meisten sind tatsächlich vernünftig.“ Bartsch hat seinen privaten Einkauf gerade erledigt und hat mit Blick auf den 24. Dezember einen klaren Heimvorteil. „Ich kenne die Zeiten, in denen man gut einkaufen kann.“ Von Sonnenburg gibt es den Tipp, entweder ganz früh oder ganz spät einzukaufen.

„Samstags ist es sowieso immer voll“, bemerkt Edeka-Kundin Ilona Wegener, „von einer Verschärfung hab ich nichts gemerkt.“ Sie will auch weiterhin nicht in den Einkaufsstress geraten. „Ich mache mir frühzeitig Gedanken, was es Weihnachten geben wird und setze auf Tiefkühlware.“

Neue Corona-Regeln im Dezember: Probleme mit dem Abstand

Katharina Maslorz bietet über die Weihnachtstage frisches Fleisch und Fisch an. „Ich werde hier Heiligabend um 7.30 Uhr auf der Matte stehen“, verrät sie ihren Plan. Wenn andere den auch hätten, würde sie eben warten. „Den geforderten Abstand kann man nicht immer einhalten“, deutet Maslorz auf den Eingangsbereich des Edeka, wo zwischen Tresen des Bäckers und Einkauswagen schiebenden Kunden wenig Platz bliebe. „Das Café ist doch geschlossen, bietet aber einen weiteren Weg in den Laden.“

Bei Rewe in Bockum-Hövel ist wenig los. „Ich glaube, das liegt daran, dass der Handelshof jetzt für Privatkunden offen ist“, mutmaßt Kundin Sabine Höll. „Es ist aber dadurch schön entspannt hier einzukaufen.“ Der Parkplatz am Handelshof ist tatsächlich gut gefüllt. Die Fläche dort bietet Platz für Heerscharen.

Den Braten fürs Fest hat Höll schon geordert und will ihn am 23. Dezember abholen. „Dann bin ich ja sowieso hier und kann auch den Rest einkaufen.“ Nur länger Haltbares besorgt sie vorher.

Im Stress ist die Rewe-Belegschaft offensichtlich. Weder in Berge noch in Bockum-Hövel wollte die Marktleitung Auskunft geben, welche Erfahrungen sie mit dem verschärften Dezember-Lockdown bisher gemacht hat. „Bitte wenden Sie sich an die Rewe-Pressestelle“, hieß es.

Desinfektionsmittel stehen übrigens überall bereit, Sonnenburg hat sogar einen Automaten neben dem Eingang stehen. Das Desinfizieren bleibt den Kunden überlassen und nicht jeder nutzt diese Möglichkeit.

Rubriklistenbild: © Markus Liesegang

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