Corona-Probleme in Hamm

Verfahrene Kiste: Fahrschulen erleben Neustart mit Hindernissen

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Darf wieder unterrichten: Jürgen Hoffmann, Sprecher der Hammer Fahrlehrer, steht vor neuen Problemen.

Welch ein Theater. Der Weg raus aus der Corona-Krise ist für die Fahrschulbetriebe in Hamm alles andere als schnurgerade verlaufen.

Hamm – Eine Woche lang stand zwar fest, dass die rund 20 Unternehmen in Hamm wieder würden Fahrt aufnehmen können, doch die Landesregierung fuhr der Stadt mit einem kaum nachvollziehbaren Schlingerkurs immer wieder in die Parade. Beinahe täglich kündigte das OB-Büro an, dass es am nächsten Tag nun definitiv für die Fahrschulen wieder losgehen könne, um dann am jeweiligen Tag X doch wieder von Düsseldorf ausgebremst zu werden. Als am Mittwoch immer noch nicht die mal wieder angekündigte landesweite Regelung im Rathaus eingetroffen war, entschieden sich die Verantwortlichen dort für einen finalen Alleingang: Eine Einzelverfügung wurde erlassen, und seit Donnerstag dürfen die Fahrlehrer wieder ihrer Arbeit nachgehen. Halleluja!

Der Weg zurück in die Normalität bleibt allerdings weiter holprig. Das bestätigt auch Jürgen Hoffmann, Sprecher der Hammer Fahrlehrer ein. Größtes Problem ist der Therorie-Unterricht. Denn festgeschrieben ist (zur Zeit noch), dass bei Präsenzveranstaltungen eine Person pro zehn Quadratmeter Unterrichtsfläche zulässig ist. Da Fahrschulen in der Regel aber nur 20 oder 30 Quadratmeter große Schulungsräume haben, erübrigt sich dieses Verfahren.

Online-Unterricht wäre zwar schon die ganze Zeit über möglich gewesen, wurde aber nur von einem Fahrschulbetrieb in Hamm angeboten. Abgesehen von den technischen Hürden schreibt die Führerscheinstelle der Stadt derzeit vor, dass ein zweiter Fahrlehrer während des Unterrichts kontrollieren müsse, dass die Schüler auch tatsächlich die Lektion verfolgen. Zudem müssen sie ihren Personalausweis in die Kamera halten, um sicherzustellen, dass da kein Strohmann vorgeschickt wird.

Wenn jetzt keine zweite Welle kommt...

Auch die Stadt räumte auf WA-Nachfrage ein, dass das „sehr formalistisch wirkt oder ist“. Man prüfe Lösungen zur Vereinfachung und erwarte diese auch für die Zukunft, hieß es gestern aus dem Rathaus.

Jürgen Hoffmann hat sechs Filialen, acht Festangestellte und mehrere Nebenberufler im Einsatz. Er wird am kommenden Montag wieder den Betrieb aufnehmen, andere Kollegen begannen direkt am Donnerstag wieder. Die Nachfrage sei insbesondere bei den Motorradschülern hoch, hieß es. Dass im praktischen Teil nun eine Maskenpflicht herrscht und die Fahrzeuge zu desinfizieren sind, sei ein gangbarer Weg. „Unser Vorteil ist, dass die Schüler ja alle noch da sind. Wenn jetzt keine zweite Welle kommt, werden die allermeisten Betriebe in Hamm mit einem blauen Auge davonkommen“, so Hoffmann.

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