Unsere Serie: Was braucht Rhynern?

Corona-Pause im Straftaten-Hotspot Raststätte

Luftbild Autobahnraststätte Rhynern-Nord und Rhynern-Süd an der Autobahn A2, Parkplätze LKW, Hamm, Ruhrgebiet, Nordrhein-Westfalen, Deutschland k
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Tatort Rhynern: An den Autobahnraststätten Rhynern-Nord und Rhynern-Süd an der A2 ereigneten sich im Corona-Jahr weniger Straftaten als zuvor.

In diesem Jahr wurden im Hammer Stadtbezirk Rhynern besonders wenig Straftaten verübt, weil sie an einem Hotspot ausblieben. Der Grund: Corona. Doch ist Rhynern ein sicherer Bezirk? Diskutieren Sie mit!

Rhynern – Rhynern ist der Stadtbezirk in Hamm, in dem es am wenigsten Straftaten gibt. Nur zwei echte „Tatort-Hochburgen“ gibt es: die beiden Autobahn-Raststätten. Die dortigen Polizei-Einsätze waren 2020 so wenige wie lange nicht. Der Grund liegt auf der Hand: „Die Frequenz war wegen Corona einfach deutlich geringer“, sagt Meinhard Köster, Pächter der Raststätten Nord und Süd, über die Lage im vergangenen Jahr. Weniger Lkw, weniger Pkw, geschlossene Raststätte, geschlossenes Hotel – „es ist einfach seit Monaten deutlich weniger Betrieb hier, so Köster.

StadtbezirkRhynern
Einwohnerzahl18.193 (Stand: 31.12.2020)
Häufigkeitszahl Rhynern (Straftaten je 100.000 Einwohner)3045
Häufigkeitszahl Hamm8603

Coronavirus: Weniger Lastwagen an den Raststätten, dadurch auch weniger Straftaten

Geschlossene Grenzen, heruntergefahrene Handelsbeziehung, keine Urlaube. Alleine dadurch dürften potenzielle Täter ferngeblieben sein. Das spiegelt sich in der Statistik der Hammer Polizei wider. Die ist zwar nicht für den fahrenden Verkehr auf der Autobahn zuständig, sehr wohl aber gehört der Bereich beider Raststätten zum Revier. Und die Zahl der Einsätze dort sei 2020 deutlich im Vergleich zum Vorjahr gesunken, bestätigte Polizeisprecher Malte Gerwin.

So konnte die Polizei 2019 noch rund 30 Prozent aller größeren Straftaten, die im Stadtbezirk Rhynern protokolliert und weiter verfolgt worden sind, den Raststätten Nord und Süd zuordnen. Tankbetrug und Diebstahl aus oder von Pkw sind Jahr für Jahr die beiden größten Posten. Aber auch andere Delikte werden hier verübt. Gerade nachts sind die Parkplätze eine Art „No-Go-Area“ mit Angstfaktor. Angestellte der Raststätte haben nicht selten ein mulmiges Gefühl, wenn sie zu später Stunde Feierabend machen und zum Auto müssen.

Straftaten im Coronajahr: Weniger Fälle von Tankbetrug

2020 passierten nur noch 15 Prozent der Rhyneraner Straftaten an einer der beiden Raststätten. So ging die Zahl der Tankbetrügereien im Stadtbezirk von 174 auf 74 zurück, alle Taten geschahen an der Tankstelle der Autobahn. Diebstähle aus oder von Kraftfahrzeugen gab es ebenfalls weniger. 33 im Jahr 2020 gegenüber 81 im Jahr 2019. Von den 33 Fällen im vergangenen Jahr ereigneten sich sieben an der Raststätte. Neben der geringen Frequenz, dürften die Fahndungserfolge gegen die so genannten Lkw-Planenschlitzer für diese Zahlen verantwortlich sein, mutmaßte Gerwin.

Keine Rolle spielen die Raststätten übrigens bei den gefährlichen Körperverletzungen. In dieser Rubrik gab im Stadtbezirk Rhynern einen prozentual starken Anstieg von sechs auf 15. „Das ist aber im Vergleich noch immer nicht wirklich besorgniserregend“, findet Gerwin, da hier auch kleinere Zwischenfälle mit einfließen. „An den Raststätten gab es in 2020 nicht eine gefährliche Körperverletzung“, sagte der Polizeisprecher. Hier könnte sich bemerkbar gemacht haben, dass keine Fußballfans unterwegs waren, so Gerwin.

Rhynern erscheint noch sicherer als vor Corona

Corona hat den Stadtbezirk mit Blick auf die reine Statistik also noch sicherer gemacht, als er ohnehin schon war. Die Straftaten an den Raststätten dürften mit Rückkehr zur Normalität allerdings wieder steigen. Auf die Sicherheit für die Menschen im Stadtbezirk Rhynern hat dies nur bedingt Einfluss, da die Opfer in der Regel Durchreisende sind. Der „Hotspot“ der Rhyneraner Kriminalität ist eher ein Bezirk für sich.

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