Große Sorgen im Hammer Norden

Pizzeria am Flugplatz: Krachende Bruchlandung nach Bilderbuchstart

Die Vorfreude auf bessere Zeiten und ihre Gäste motivieren Malka und Zio Burnic.
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Normalbetrieb nicht erlaubt, aber nur Rumsitzen ist nicht ihre Sache: Die Vorfreude auf bessere Zeiten und ihre Gäste motivieren Malka und Zio Burnic.

Nach einem super Start kam krachend die Pandemie-Krise. So lässt sich die derzeitige Situation von Malka und Zio Burnic beschreiben. Sie betreiben in Hamm das Ristorante-Pizzeria „Am Flughafen“.

Hamm – „Wir sind wirklich lange in der Gastronomie, und als wir erfahren hatten, dass der Luftsportclub einen neuen Pächter für dieses Lokal suchte, waren wir gleich interessiert“, sagt Zio Burnic. Mit Beginn des Jahres 2018 haben sie das Restaurant schließlich übernommen. „Perfekter kann eine Außengastronomiefläche nicht sein“, beschreibt Malka Burnic ihre Überlegungen. Genügend Fläche sei vorhanden, der Blick auf die Innenstadt, die Lippeauen und das Flugfeld unbezahlbar. Auch das innere des Lokals kann sich sehen lassen, und der Saal sowie der Schankraum böten den gepflegten Rahmen zu jeder Art von Veranstaltung.

„Da war es nicht verwunderlich, dass wir gleich einen super Start hingelegt haben“, sagt Zio Burnic. Die Gastronomen und ihr Team hatten sich schnell eingespielt und alles lief, als dann zu Beginn des vergangenen Jahres die Corona-Pandemie um sich griff. „Zuerst hörte man aus den Nachrichten davon und als es hier losging, hofften wir ja alle, dass es auch schnell wieder vorbei sei“, so Malka Burnic. Den ersten Lockdown hätten sie ja noch verstanden, aber inzwischen gingen Ärger und Sorgen an die Substanz. „Wir dachten hey, wir sind in Deutschland. Da ist doch alles gut organisiert und der Albtraum schnell vorbei“, meint Zio Burnic.

Pizzeria am Flugplatz Hamm „vom Staat stillgelegt“

Inzwischen fühle er sich vom Staat stillgelegt. Auch die versprochenen Hilfen kämen nur abschlagsweise. „Wir haben seit Januar keine Einnahmen, und von ernsthafter Hilfe kann so kaum gesprochen werden“, sagt der Gastronom. „Wir wollen ja nichts geschenkt“, betont auch seine Frau. Aber eine gewisse Verlässlichkeit bei der Unterstützung in der Pandemie, durch die man ja, so werde es stets betont, nun gemeinsam hindurchmüsse, würde den Unternehmern auch emotional weiterhelfen.

„Zuerst haben wir es ja mit einem Außer-Haus-Verkauf versucht, der aber nicht wirklich anlief“, so Zio Burnic. Also habe man diesen Versuch – „als echtes Ristorante“ – dann schnell aufgegeben. „Da sind all die Lieferservices vor, die sowieso schon am Markt waren“, so der Gastronom. Zudem hätte die ständige Verrechnerei mit den Hilfen schnell das Einsehen befördert, es besser zu lassen. „Wir verstehen unser Geschäft und machen uns vor Arbeit nicht Bange“, so Zio Burnic. Er verstehe auch, dass viele derzeit überfordert seien und bei solch einer Krise auch Fehler passierten.

Pizzeria am Flugplatz Hamm: Außer-Haus-Verkauf aus der Not

Dass sie nun seit dem 1. April doch wieder mittwochs bis sonntags zwischen 16 und 21 Uhr einen kleinen Außer-Haus-Verkauf zum Abholen anböten, sei der ungeliebten Untätigkeit Zuhause geschuldet. „Einfach nur dazusitzen, macht uns verrückt“, sagt die Gastronomin.

Zudem schätzen sie das gute Miteinander mit den Luftsportclub-Mitgliedern. „Die haben sich echt bemüht, uns zu helfen“, sagt sie. So seien Gutscheine als Geschenk gekauft worden und auch die persönlichen Worte bauten sie auf. „Wir freuen uns immer, wenn ein Kunde etwas zu Essen mitnimmt und wir ein paar Sätze miteinander sprechen“, erklärt sie.

Malka und Zio Burnic hofften nun auf den Sommer und die Impfungen, damit auch sie wieder richtig durchstarten und für die Gäste da sein können.

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