Eindrücke und Ausblicke

„Notbremse“ legt sich wie Schleier über Stadt Hamm

Wieder einmal hat sich eine große Wolke über die Stadt Hamm gelegt.
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Wieder einmal hat sich eine große Wolke über die Stadt Hamm gelegt. Ob sie größer wird oder kleiner? Wie lange sie bleibt oder wann sie sich verzieht? Niemand kann darauf derzeit eine Antwort geben.

Die für Hamm verhängte Corona-„Notbremse“ zeigte am ersten Tag bereits Wirkung. Das gilt für viele Geschäfte, aber auch für die Schnelltest-Stationen.

Hamm - Weil der Einzelhandel nur noch mit negativem Corona-Test aufgesucht werden durfte, herrschte in vielen Geschäften am Mittwoch gähnende Leere. Eine einzige Kundin habe sich angemeldet, sagte Matthias Grabitz über sein Bekleidungsgeschäft. Und in den anderen Läden sehe es nicht besser aus, fügte er als Sprecher der Hammer Einzelhändler hinzu. Einige Geschäfte hätten ihre Öffnungszeiten bereits reduziert oder blieben einfach ganz zu. (News zum Coronavirus in Hamm)

Im Allee-Center haben zwar 56 Geschäfte geöffnet, die Kundenfrequenz sei am Mittwoch jedoch deutlich unter dem üblichen Niveau und auch unter dem Niveau der letzten Wochen gewesen, sagte Center-Managerin Cornelia Ludlei. Dafür herrschte auf dem Dach größerer Andrang – und zwar im Testzentrum.

„Wir haben die Kapazitäten aufgestockt“, sagte Betreiber Thomas Johannpeter auf Nachfrage. Zwei Teststraßen seien notwendig gewesen, schon am Nachmittag gab er die Zahl der Getesteten mit „etwa 200“ an. (Zu diesem Thema gibt es übrigens ein krudes Gerücht in der Stadt: hier klicken.) Mit einer Öffnung des Fitnessstudios, das er eigentlich betreibt, rechnet er für die kommenden Wochen nicht mehr.

Corona in Hamm: Großes Fragezeichen bei Modellprojekt

Auch Einzelhändler Grabitz ist eher skeptisch: Über Lockerungen und Modellkommunen brauche man derzeit nicht zu reden. Gleichzeitig hält die Stadt jedoch am Modellprojekt fest, das Hamm bei deutlich geringeren Inzidenzwerten Lockerungen verspricht. Am 26. April soll es eigentlich losgehen. Man rechne jetzt mit einer Verschiebung, sagte Stadtsprecher Lukas Huster.

Eine solche Verschiebung gibt es bereits in anderen NRW-Städten - darunter in Münster, wo das Projekt ab dem 19. April laufen sollte: Die Stadt hat es von sich aus auf unbestimmte Zeit verschoben. Hamm will dagegen zumindest derzeit nichts von sich aus absagen: In den eineinhalb Wochen bis zum angepeilten Start könne ja noch einiges passieren.

Eine weitere Unbekannte ist die so genannte „Bundes-Notbremse, die aktuell in Berlin erarbeitet wird und zügig einheitlich in ganz Deutschland gezogen werden soll. Sie könnte die aktuelle Regeln nochmals gehörig über den Haufen werfen.

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