Was wird mit den Lockerungen?!

Corona-Massentests bei Westfleisch in Hamm laufen

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Auf einem Parkplatz der Firma Westfleisch wurde eine kleine Zeltstadt aufgebaut. Hier werden bis Montagabend weit mehr als 1000 Mitarbeiter auf Corona getestet.

[Update] Für die Durchführung der geplanten Lockerungen in Hamm haben die Tage der Wahrheit begonnen. Unverhoffte Probleme würde es geben, wenn bei den Massentests bei Westfleisch in Uentrop ein bestimmter Grenzwert überschritten wird. Der OB lässt sich zu keiner Prognose hinreißen.

Hamm - Am Freitag wurde bekannt, dass alle Mitarbeiter aller Schlachtbetriebe in NRW auf das Coronavirus getestet werden müssen. Bei Westfleisch in Hamm betrifft das mehr als 1200 Menschen. Die Tests auf dem Werksgelände in Uentrop haben bereits begonnen. Allein am Sonntag reisen dafür mindestens 600 Mitarbeiter an. Eine kleine Zeltstadt mit der nötigen Infrastruktur war am Samstag unter Mithilfe des DRK aufgebaut worden. Der zweite Testdurchlauf soll am Montag über die Bühne gehen. Belastbare Ergebnisse dürften frühestens am Mittwoch zu erwarten sein.

Im Westfleisch-Schlachthof Coesfeld wurden inzwischen mehr als 200 Mitarbeiter positiv auf Corona getestet, weitere Ergebnisse stehen sogar noch aus. Nicht nur wurde das dortige Werk wegen dieser prekären Situation vorübergehend stillgelegt, im Kreis Coesfeld wurden zudem alle ab Montag geplanten Lockerungsvorgänge ausgesetzt. Ein ähnliches Schicksal könnte auch der Stadt Hamm blühen, sollte der festgelegte Grenzwert erreicht werden. Das ist die generelle Leitlinie: Gibt es binnen einer Woche pro 100.000 Menschen mehr als 50 Neuinfektionen (auf die Einwohnerzahl Hamms bezogen sind das 90 Personen), müssen betroffene Städte oder Kreise die Notbremse ziehen.

350 Wohnungen in Hamm kontrolliert

Nach Angaben von Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann und Fachbereichsleiter Theo Hesse ist die Massentestaktion in Uentrop reibungslos und professionell gestartet. Die von Westfleisch außer der Reihe einbestellten Mitarbeiter kämen "mit einem Bus nach dem anderen", schilderte Hesse im Gespräch mit WA.de. Immer sieben von ihnen werden - mit Mundschutz und Abstand - zeitgleich getestet.

Informationen zur Corona-Gefahr sind schon außerhalb des Werkstores aufgehängt.

Mehr als 100 Helfer aus den verschiedensten Bereichen wurden für die spontan nötig gewordenen Vorgänge gewonnen: neben Mitarbeitern der Stadt und von Westfleisch sind darunter neun niedergelassene Ärzte (für die medizinische Betreuung), Kräfte aller freiwilligen Feuerwehren der Stadt (für Verwaltungsaufgaben), Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) für die Logistik und diverse Dolmetscher.

Angaben der Stadt zufolge leben in Hamm mehr als 600 der Westfleisch-Mitarbeiter in rund 350 Wohneinheiten. Diese werden auf Veranlassung des NRW-Gesundheitsministeriums parallel zu den Tests begangen. Kontrolliert werden zum Beispiel Abstände, Hygienartikel und die in den Räumen untergebrachten Personenzahlen. Ersten Rückmeldungen zufolge habe es nirgends größere Mängel gegeben, so der OB am Sonntagnachmittag.

Auch städtische Mitarbeiter getestet

Unter den bei Westfleisch zu testenden Personen sind übrigens auch 66 städtische Mitarbeiter. In wechselnder Anwesenheitszahl sichern diese in dem Unternehmen die Fleischhygiene. So begutachten sie sowohl jedes lebende und jedes tote Tier im Sinne der Gesundheitsvorsorge und des Tierschutzes auf mögliche Probleme, erklärte ein Sprecher der Stadt. Sollten dabei Zweifel aufkommen, würden das Fleisch der betroffenen Tiere nicht in den Umlauf geraten.

RKI nennt beunruhigende Zahlen

Passend zur gerissenen Infektions-Obergrenze in Coesfeld meldet das Robert-Koch-Institut (RKI) aktuell für ganz Deutschland eine wieder ansteigende Ansteckungsrate. Mit Blick auf die laufenden Testserien in Hamm - auch in mehreren Altenheimen - will sich Hunsteger-Petermann trotzdem nicht auf Prognosen festlegen. "Tendenzen gibt es erst dann, wenn Tendenzen wirklich da sind", sagt der Oberbürgermeister. Und diese sind, wie oben schon erwähnt, vermutlich erst zur Wochenmitte zu erwarten. Hunsteger: "Ich will die Leute nicht verrückt machen."

Coronavirus in Hamm - weitere Infos:

 

 

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