Wilm Möller hat klare Ansichten

Lockdown in Hamm: Tätowierer wirbt um Verständnis - „Denkzettel“

Verdonnert zur Kreativität: Wilm Möller darf sein Tattoo-Kerngeschäft im November nicht ausüben.
+
Verdonnert zur Kreativität: Wilm Möller darf sein Kerngeschäft im November nicht ausüben. Er hat aber sein Angebot erweitert und hofft, dass sein Geschäft geöffnet bleiben darf.

Der Hammer Tätowierer Wilm Möller lässt sich so schnell nicht aus der Fassung bringen – auch nicht von einer Pandemie. Er wirbt sogar um Verständnis für den neuen Lockdown, kritisiert gewisse Leute und bleibt sogar optimistisch.

Hamm – Der 35-Jährige betreibt in Hamm seit 13 Jahren das Tattoo-Studio „Feel Good Tattoo“. Der nun zweite Lockdown in diesem Jahr verhagelt auch dem dreifachen Familienvater gehörig die Jahresbilanz, dennoch blickt er realistisch und optimistisch auf die aktuelle Situation. „Ich will mich gar nicht beschweren. Meine Kunden sind nach dem ersten Lockdown im März alle wiedergekommen, und bis Ende des Jahres war ich komplett ausgebucht.“

Als verantwortungsbewusster Kleinunternehmer und Familienvater habe er in der Vergangenheit Rücklagen gebildet, so dass er ein, zwei Monate ohne Einnahmen überbrücken könne. „Natürlich kann auch ich die 75-Prozent-Unterstützung für Solo-Selbstständige gut gebrauchen, aber ich habe schon immer vorgesorgt“, sagt er.

Lockdown in Hamm: Tätowierer wirbt um Verständnis - Kritik an Verweigerern

Der neuerliche Lockdown habe ihn zwar geschockt, dennoch wirbt er für Verständnis: „Ich werte das als eine Art Denkzettel dafür, dass viele Leute die Hygienemaßnahmen freiwillig nicht eingehalten haben. Dabei ist es doch so einfach, eine Maske zu tragen und sich die Hände zu waschen. Trotzdem hat es nicht funktioniert, jetzt müssen wir eben dadurch.“

Zuversichtlich stimmt Möller die zeitliche Eingrenzung auf vier Wochen. „Das ist ein großer Vorteil gegenüber dem ersten Lockdown“, sagt er.

Lockdown in Hamm: Tätowierer wirbt um Verständnis - Zu Kreativität verdonnert

Schon als die Bundesregierung das Land im Frühjahr herunterfuhr, um Corona einzudämmen, versuchte Möller das Beste aus der Lage zu machen und weitete das Angebot seines kleinen Ladens aus. Heute verkauft er dort neben seinem Körperschmuck auch Hundehalsbänder und -leinen aus Paracord - einem Material, aus dem ansonsten Fallschirmseile gefertigt werden. Auch spezielle Liköre gibt’s bei ihm zu kaufen. Die Corona-Krise hat ihn zur Kreativität verdonnert.

Sein Kerngeschäft darf Möller in den nächsten Wochen nicht ausüben, er hofft aber, dass sein Ladengeschäft während des Lockdowns geöffnet bleiben darf. Schließlich sind auch die neuen Produkte bei den Kunden beliebt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare