Midos Pizzeria in Hamm-Osten

Als der Albtraum Corona droht, erfindet Pizzeria-Chef sein Lokal neu

Obwohl das Restaurant derzeit leer bleiben muss, haben Majdi Alsharif (links), der Inhaber von Mido’s Pizzeria, und seine Mitarbeiter viel zu tun.
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Trumpfkarte Lieferservice: Obwohl das Restaurant derzeit leer bleiben muss, haben Majdi Alsharif (links), der Inhaber von Mido’s Pizzeria, und seine Mitarbeiter viel zu tun.

Majdi Alsharif hat sich mit der eigenen Pizzeria am Alten Uentroper Weg in Hamm-Osten einen Traum erfüllt. Corona drohte die Übernahme des Lokals zu einem Albtraum zu machen. Alsharif traf Gegenmaßnahmen, mit Erfolg.

Hamm-Osten – Mit der Übernahme von Mido’s Pizzeria in Hamm-Osten hat sich Majdi Alsharif vor drei Jahren einen Traum erfüllt: Das Lokal war von seinem Vorbesitzer über sechs Jahre erfolgreich geführt worden – Alsharif wollte die Erfolgsgeschichte fortschreiben. Als die Corona-Pandemie plötzlich drohte seinen Traum zu zerstören, zeigte Alsharif Initiative und erfand sein Lokal als Lieferservice neu.

„Das erste Jahr ist wirklich sehr gut gelaufen“, sagt der Gastronom. Mit bis zu zehn Buchungen pro Tag sei das Lokal am Alten Uentroper Weg 63 nach der Übernahme durch ihn gut ausgelastet gewesen und sein Wagemut hatte sich augenscheinlich ausbezahlt. Am Jahreswechsel 2019/20 hatte er dann noch einmal Zeit und Geld investiert und sein Restaurant gründlich renoviert und individuell gestaltet. „Die Arbeiten waren abgeschlossen und der Restaurantbetrieb ging wieder richtig los. Dann kam die Corona-Pandemie“, sagt Alsharif.

Als der Lockdown eintrat und niemand wusste, wie es weitergeht, sei das schon beängstigend gewesen. „Da habe ich aber wirklich guten Rat und auch Hilfe von der Stadt bekommen“, so der Unternehmer. Einen Monat hatte er schließlich ausgeharrt, aber dann beschlossen, angesichts der Aufforderungen zur Kontakt-Minimierung, sein Restaurant auf das Liefergeschäft vorzubereiten. „Ich finde es besser, etwas zu tun, als nur da zu sitzen und auszuharren“, so Alsharif.

Pizzeria in Hamm-Osten stellt auf Lieferservice um

Er setzte sich mit großen Bestellservices wie Lieferando in Kontakt, schrieb eine neue Karte, ließ zahllose Flyer drucken und verteilte diese mit seiner Frau auch selbst. „Das war kein einfacher Schritt und er hat mich auch noch viel Geld gekostet“, sagt der Gastronom rückblickend. Der eigentliche Wunsch, in seinem Restaurant die Gäste mit gutem Essen zu verwöhnen, musste situationsbedingt zunächst hintenanstehen.

Die Umwandlung vom klassischen Restaurant zum Lieferservice barg Herausforderungen: Die Krux: Die Qualität der Speisen sollte weiterhin sehr gut sein, die Preise sollten gegenüber anderen Lieferdiensten aber konkurrenzfähig sein – und das, obwohl die großen Bestellplattformen bei jedem Auftrag, bei dem sie beteiligt sind, mitkassieren.

Viele Rückmeldungen für Mido‘s Pizzeria in Hamm-Osten

Majdi Alsharif unternahm große Anstrengung, um das neue Angebot bekannt zu machen. Unter anderem informierte er die Stammgäste aus dem ersten Jahr seines Geschäftsbetriebs persönlich am Telefon über den neuen Bestellservice. Der Aufwand lohnte sich: „Inzwischen sind meine Frau und ich montags bis sonntags von 17 bis 22.30 Uhr mit drei bis vier Mitarbeitern hier fleißig“, freut sich Alsharif. Nur am Dienstag gönnen sie sich einen Ruhetag.

Die Zufriedenheit seiner Kunden sehe er an den Bewertungen seines Geschäfts im Internet, wie an vielen persönlichen und telefonischen Rückmeldungen. „Unser Schwerpunkt liegt natürlich in Werries, aber zuletzt habe ich auch bis nach Sandbochum ausgeliefert und die Kunden sagten später, dass sie sehr zufrieden gewesen seien“, so der Gastronom.

Pizzeria in Hamm-Osten will zweigleisig fahren

Sein Restaurant ist derzeit komplett leer geräumt, da das Lokal ohnehin nur zum Bestellen und Abholen betreten werden soll, wie Alsharif erklärt. Nach der Corona-Pandemie werde er wieder zweigleisig fahren, also sowohl das Restaurant, wie auch den Lieferservice betreiben.

Bis dahin freue er sich ebenso darüber, etwas zu tun zu haben, wie über die aus seiner Sicht verhältnismäßig gute Lage in Deutschland: „Ich stamme aus Jordanien und habe noch Familie dort“, sagt der Gastronom. Wenn da ein Lockdown herrsche, wie es bereits mehrfach vorgekommen sei, dann sei nicht nur alles geschlossen, es sei auch kein Mensch mehr auf der Straße. Da sei es hier wirklich besser.

Gaststätten & Co. in der Coronazeit

Viele Betreiber von Gaststätten & Co. haben es in der Pandemie schwer. Die Betreiber der Pizzeria Media in Werries berichteten von ihren bisherigen Erfahrungen. In der Gaststätte Eckardt in der Mark kochte die Wut zeitweise hoch.

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