Stadt erklärt große Unterschiede

Corona-Inzidenz: Münster hui, Hamm pfui... Wie kommt das?

Man kann in diesen Tagen schon einigermaßen neidisch nach Münster gucken. Die Inzidenz liegt dort stabil unter 50. Und in Hamm? Nicht.

Hamm - Für Dienstag wurde in Münster ein Inzidenzwert von 38,4 veröffentlicht. Münster wird bundesweit gefeiert, Hamm dümpelt bei einer Inzidenz deutlich über 100 im Mittelfeld. Das Erfolgsgeheimnis der Domstädter beruht aber – zumindest auch – auf einer lockereren Teststrategie. Kontaktpersonen der Kategorie 1 werden dort lediglich in Quarantäne gesteckt, nicht aber automatisch getestet. (News zum Coronavirus in Hamm)

StadtMünster
Fläche303,28 Quadratkilometer
Einwohner315.293 (31. Dez. 2019)
7-Tage-Inzidenz35,8 (Stand: 27. Januar)

Infiziert sich beispielsweise ein Familienangehöriger, so werden seine mit ihm im Hausstand lebenden Personen in Münster nicht standardmäßig abgestrichen. Das bestätigte ein Stadtsprecher aus Münster auf WA-Anfrage.

Corona-Inzidenz: Münster macht deutlich weniger Tests als Hamm

In Hamm wird genau das Gegenteil getan – mit dem Resultat, dass sich gut 60 Prozent der Neuinfektionen im Familien- und Bekanntenkreis abspielen. Infektionsketten können so lückenlos aufgeklärt werden, aber die Inzidenz steigt damit naturgemäß deutlich an.

RKI hat andere Corona-Zahlen für Hamm als die Stadt

Der Prinzipalmarkt in Münster. Die Stadt ist in diesen Tagen mit bemerkenswert guten Inzidenzwerten in den Schlagzeilen.

Zusätzlich interessant in dieser Diskussion ist die Tatsache, dass die von der Stadt Hamm täglich gemeldeten Inzidenzwerte zuletzt teils deutlich von jenen des RKI abweichen. Dieses Phänomen steht derzeit auf dem Prüfstand der Politik.

Auch nach Inkrafttreten der neuen Coronaschutzverordnung für NRW blieb Oberbürgermeister Marc Herter beim „Hammer Modell“, das für Privaträume klarere Regeln vorsieht. Der OB begründet das mit der vorteilhaften Entwicklung der Corona-Zahlen in Hamm.

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa | Rolf Vennenbernd

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