„Unnötig Risiko ausgesetzt“

Corona in Hamm: Studenten kritisieren Präsenzpflicht trotz Hotspot-Status

Prof. Lars Meierling, Rektor der SRH-Hochschule in Hamm, verteidigt die Präsenzveranstaltungen.
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Prof. Lars Meierling, Rektor der SRH-Hochschule in Hamm, verteidigt die Präsenzveranstaltungen.

Dass Hamm ein Hotspot ist, verunsichert Studenten der privaten SRH-Hochschule. Einige von ihnen fordern, Vorlesungen und Seminare wieder digital anzubieten.

Hamm – Knapp 700 Studenten gibt es am Hammer SRH-Campus, berichtet das CHE Centrum für Hochschulentwicklung. Die private Hochschule bietet viele duale Studiengänge an. So arbeitet der Student, der sich beim WA gemeldet hat, in Praxisphasen für eine Stadtverwaltung. Dort sei die Präsenz unvermeidbar. In den Hochschul-Blöcken sei das anders, er und viele Kommilitonen hätten damit gerechnet, dass es im Wintersemester digital weitergeht.

„Das haben wir im Frühjahr schon gemacht und das hat hervorragend funktioniert“, sagte ein Student, der anonym bleiben möchte (dessen Identität aber der Redaktion bekant ist). „Wir werden einem unnötigen Risiko ausgesetzt.“

Tatsächlich geben Dozenten die Mehrzahl ihrer Seminare und Vorlesungen in der Hochschule in der Hammer Innenstadt. Es gelte ein Hygienekonzept, Abstände könnten aber nicht immer eingehalten werden, sagte der Student. „Hier kommen Studenten aus verschiedenen Risikogebieten zusammen.“ Viele müssten mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen – das sei ein Sicherheitsrisiko. Privat seien er und die meisten seiner Kommilitonen sehr vorsichtig. „Viele von uns leben mit Menschen aus Risikogruppen zusammen.“ Diese wolle man schützen.

Studenten in Hamm kritisieren Präsenzpflicht: Rektor Meierling verteidigt das

Prof. Lars Meierling verteidigt die Präsenzveranstaltungen. „Wir haben gemerkt, dass zur Erreichung unserer Kompetenzziele eine Rückkehr zur Präsenz wichtig ist“, sagte der Geschäftsführer und Rektor der SRH. „Gerade in Fächern wie der Psychologie und Sozialer Arbeit sind Austausch und Reflexion wichtig.“ Dies bleibe beim rein digitalen Studium auf der Strecke.

Dennoch schrieb er alle Studenten und Mitarbeiter der SRH am Dienstag an: Angesichts des hohen RKI-Wertes in Hamm solle jeder Dozent prüfen, ob eine Veranstaltung in der Präsenz oder digital durchgeführt werden könne. Präsenzveranstaltungen sollten – wenn möglich – digital übertragen werden.

Studenten in Hamm kritisieren Präsenzpflicht: Auch HSHL ringt um Konzept

Wie die SRH ringt auch die Hochschule Hamm-Lippstadt (HSHL) um das richtige Konzept. Etwa 20 bis 30 Prozent der Veranstaltungen geben Dozenten derzeit auf dem Campus, erklärte eine Sprecherin. Der Rest laufe digital. Es gebe keine Anwesenheitspflicht. „Studierende sind erwachsen und können entscheiden, an welchen Veranstaltungen sie in welchem Semester teilnehmen“, hieß es.

Meierling warb in seinem Schreiben für die Präsenz. Einige Studenten hätten sich bewusst für eine Präsenzhochschule entschieden. Die begrüßten die Rückkehr zur Präsenz im Allgemeinen. Einen Coronafall habe es an der SRH bisher nicht gegeben. con

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