KOD zieht Bilanz

Kaum jemand tanzt aus der Reihe: Start in den Mai in Hamm besonders ruhig

Vier Männer gehen am Vatertag mit einem Bollerwagen, auf dem zwei Kisten Bier stehen, auf einem Weg an der Ems entlang.
+
Berühmt-berüchtigt sind die Bollerwagen-Touren, die zum Start in den Mai vielfach normalerweise unternommen werden.

Der 1. Mai hat in Hamm weder beim Kommunalen Ordnungsdienst (KOD) noch bei der Polizei für auffällig mehr Einsätze gesorgt.

Hamm – Im Vergleich zu Nicht-Corona-Zeiten sei es deutlich ruhiger gewesen, teilte ein Polizeisprecher mit. Der KOD war am Samstag mit allen verfügbaren Kräften in zwei Schichten im Einsatz und zeigte von den frühen Morgenstunden bis abends um 23 Uhr Präsenz. Dabei seien unter anderem gezielt die ansonsten beliebten Ausflugsziele in allen Stadtbezirken mehrmals angefahren worden. (News zum Coronavirus in Hamm)

Corona in Hamm: Jugendliche verhalten sich am Viktoriaplatz daneben

Aber auch andere Bereiche der Stadt Hamm wurden kontrolliert, teilte Anke Mikolajetz vom Ordnungsamt mit. Dabei seien nur wenige Verstöße gegen die Corona-Regeln aufgefallen und sanktioniert worden. Nach WA-Informationen sollen unter anderem am Viktoriaplatz Jugendliche aus der Reihe getanzt sein.

Insgesamt unterschied sich die Zahl der Vorfälle aber nicht von anderen Wochenenden. „Es war wie immer: 99 Prozent der Bevölkerung halten sich an die Regeln“, so Mikolajetz. Gemeinsam mit ihrem Team sei sie auch einigen Hinweisen aus der Bevölkerung nachgegangen, in den meisten Fällen konnte aber kein Fehlverhalten festgestellt werden.

Veranstaltungen zum „Tag der Arbeit“ auf Sparflamme

Auch die organisierten Aktionen am Tag der Arbeit liefen ruhig ab. Nachdem die Kundgebung der Gewerkschaften zum 1. Mai im Vorjahr wegen Corona hatte abgesagt werden müssen, zeigte der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) am Samstag auf dem Martin-Luther-Platz zumindest im Kleinen Flagge und Präsenz.

In der Umsetzung des bundeseinheitlichen Mottos des DGB zum „Tag der Arbeit“ „Solidarität ist Zukunft!“ wurden die Banner von Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), Vereinigter Dienstleistungs-Gewerkschaft (Verdi), IG Bau-Agrar-Umwelt und IG Metall von deren jeweiligen Vertretern aufgestellt und rote Nelken, seit 1889 Symbol der Arbeiterklasse, zum Verteilen bereitgelegt.

42 rote Luftballons als Platzhalter in Corona-konformen Abständen standen stellvertretend für all diejenigen, die nicht an der Kundgebung teilnehmen konnten. „Wir haben unseren Mitgliedern gesagt: Bleibt lieber zuhause. Es geht um eure Gesundheit,“ sagte Joachim Hoen, Vorsitzender des DGB-Stadtverbands. Vor Ort waren darum lediglich zwölf Vorstandsmitglieder und drei Gewerkschaftsmitglieder, die die Bauzäune aufgebaut und die Banner angebracht hatten.

DGB Maiveranstaltung. Martin-Luther-Platz Hamm Kurz vor Beginn der Veranstaltung

Linksjugend und andere Gruppen spazieren zum Luther-Platz

Währenddessen versammelten sich auf dem Willy-Brandt-Platz – wo die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie ihren Sitz hat – knapp zwei Dutzend Demonstranten zu einer kleinen Veranstaltung. Dazu aufgerufen hatten die Organisationen der Linksjugend „Solid“, der Bundesvereinigung der Antifaschisten VVN-BDA, der Sozialistischen Organisation Solidarität „Sol“ und die DKP Hamm-Hellweg.

Als der Demonstrationszug – begleitet von einer Polizei-Eskorte und der aus einem Megafon tönenden „Internationale“ – den Luther-Platz erreichte, gab es unaufgeregte Durchmischungen mit den Gewerkschaftern. Oberbürgermeister Marc Herter stattete der Veranstaltung einen Besuch ab, eine Rede gab es aber nicht von ihm. Insgesamt war es eine ruhige, unaufgeregte Veranstaltung zum 1. Mai, bei der sich offensichtlich alle Beteiligten der besonderen Corona-Situation bewusst waren. jb/spi

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare