Kritik am Land

Corona-Impfen in Hamm: Stadt macht Tempo - Beleidigungen gegen Personal

Wie geht es nun weiter? So richtig weiß das auch in Hamm niemand. Wird die Stadt schon bald Modellkommune und bekommt dadurch weitreichende Möglichkeiten für Lockerungen? Oder kommt gar ein mit erneuten Schließungen verbundener Lockdown, der die Infektionszahlen rapide senken soll? Die Stadt wartet mal wieder auf Signale von Land und Bund.

Hamm – Immerhin nimmt das Impfen gegen das Coronavirus unterdessen weiter Fahrt auf: Mit Stand Montagabend gab es in Hamm bisher 34.270 Impfungen – davon 23.884 Erst- und 10.386 Zweitimpfungen. Laut Prof. Dr. Lothar Reinken, dem Leiter des Hammer Impfzentrums, werde auch Astrazeneca weiterhin sehr gut angenommen, nur wenige Termine würden abgesagt. „Die Leute in Hamm wollen geimpft werden“, betonte er. (News zum Coronavirus in Hamm)

Corona in Hamm: Fast 2500 Impfungen über Ostern

Von Karfreitag bis Ostermontag wurden im Impfzentrum rund 2450 Impfungen durchgeführt. „In dieser Woche werden wir nahezu komplett im Fünf-Linien-Betrieb sein – drei Linien davon sind für Erst- und zwei Linien für Zweitimpfungen“, erklärte Stadtsprecher Tom Herberg. Auf Basis bisheriger Erfahrungen sei zudem die Taktung bei Astrazeneca etwas verdichtet worden, wodurch pro Impflinie und Tag bis zu 200 Impfungen möglich seien.

Für April sind nach wie vor 15.500 Impfdosen für Hamm zugesagt worden. „Ob sich diese Anzahl in den nächsten Tagen noch einmal erhöhen wird, können wir derzeit nicht sagen“, so Herberg.

Corona in Hamm: Impfpersonal teilweise beleidigt

Was die Arbeit im Impfzentrum erschwert: Immer wieder kommen vereinzelt Menschen „auf gut Glück“ und ohne Termin zum Hammer Impfzentrum. Die Stadt betont daher: „Diese Personen können nicht geimpft werden.“ Ein deutlicher Anstieg an Menschen ohne Termin sei nach der medialen Berichterstattung zu Impfungen für über 60-Jährige mit Astrazeneca an Gründonnerstag erfolgt. Es kamen gut 50 Personen unangemeldet.

Aufbau des Impfzentrums an der Friedensschule in Hamm

Impfzentrum Hamm an der Friedensschule
Impfzentrum Hamm an der Friedensschule
Impfzentrum Hamm an der Friedensschule
Impfzentrum Hamm an der Friedensschule
Aufbau des Impfzentrums an der Friedensschule in Hamm

In Einzelfällen sei es zu Problemen und Beleidigungen gegenüber dem Personal gekommen. „Die Corona-Hotline ist für Terminvergaben nicht zuständig, dies läuft über die KVWL“, betonte Herberg. 

Corona in Hamm: Stadt kritisiert Laschets „Brücken-Lockdown“

Die aktuelle Unsicherheit wird verstärkt durch die Dauer-Debatten auf Landes- und Bundesebene über das weitere Vorgehen im Kampf gegen das Virus. Der Vorschlag eines „Brücken-Lockdown“ von Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) sorgte bei vielen Hammern für Kopfschütteln. Vor zwei Wochen hatte Oberbürgermeister Marc Herter bereits im übertragenen Sinne einen Lockdown für hysterische, überhitzte und nicht zielführende Diskussionen gefordert.

„Die Stadt Hamm ist nach wie vor der Auffassung, dass es klare und verbindliche Regelungen braucht – ein ständiges Hin und Her hilft keinem und sorgt im schlechtesten Fall dafür, dass die Verwirrung steigt und die Akzeptanz der Menschen für die Maßnahmen sinkt“, ergänzte Herberg nun. „In Hamm haben wir immer klare Regeln verfolgt und sind damit bislang gut gefahren.“

Rubriklistenbild: © © Andreas Rother

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