Kurz vor dem Lockdown

Corona in Hamm: OB spricht mit Land über Sonderweg für Regel-Verschärfung, weiterer Fall an Schule

Am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium müssen morgen alle Schüler der Q2 zuhause bleiben (Symbolbild).
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Am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium müssen morgen alle Schüler der Q2 zuhause bleiben (Symbolbild).

Das Coronavirus hat Hamm wieder fest im Griff. 297 Neuinfektionen mit dem Coronavirus wurden in der vergangenen Woche bekannt – 91 allein am Wochenende. Ab Montag gelten die neuen, verschärften Lockdown-Regeln. Durch die weitgreifenden Einschränkungen des öffentlichen Lebens soll die starke Verbreitung des Virus wieder eingedämmt werden. Ein Überblick.

Hamm - Viele Hammer nutzten das letzte Wochenende vor dem einmonatigen Lockdown noch einmal, um die Freizeiteinrichtungen und Restaurants der Stadt zu besuchen. Sie gingen in Fitnessstudios, das Maximare oder den Tierpark. Aus etlichen Einrichtungen wurden etwas mehr Besucher als an einem üblichen Herbstwochenende gemeldet. Im Tierpark waren am Samstag 968 Besucher, am Sonntag waren es zwei Stunden vor Schließung 813. Lange Schlangen bildeten sich allerdings nirgendwo.

Gastronomen weisen auf neuen Service hin

Einige Gastronomen nutzten am Wochenende noch einmal die Chance, alle, die sie besuchten, auf kurzfristig organisierte Außerhaus-Lieferungen und Abholmöglichkeiten hinzuweisen. Unklar ist, wie viele Restaurants solche Angebote aufrechterhalten werden, statt ganz zu schließen.

Geregelt ist, dass alle Betriebe einen Ausgleich beantragen können, der maximal 75 Prozent des Umsatzes des Novembers 2019 ausmacht. Wahrscheinlich ist, dass dieser Wert reduziert wird, wenn weiter Einnahmen erwirtschaftet werden. Wie die genauen Regelungen dafür aussehen, ist aber noch nicht bekannt.

KOD-Kontrollen: Keine Auffälligkeiten am Wochenende

Der Kommunale Ordnungsdienst (KOD) hat am Wochenende genehmigte sowie untersagte Feiern kontrolliert, die Sperrstunde überwacht und übliche Streifen durchgeführt. Auch, wenn eine detaillierte Auswertung am Sonntag nicht möglich war, teilte ein Stadtsprecher auf Anfrage mit, dass es keine groben Verstöße gegeben habe.

Als Reaktion auf den Lockdown wird der KOD in Hamm ab Montag nicht aufgestockt.

Herter spricht mit Land über Kontaktbeschränkungen

Für Irritationen bei der Stadt sorgte am Freitag, dass in der neuen Coronaschutzverordnung des Landes Einschränkungen für Privaträume mit keiner Silbe erwähnt wurden. Die seit Anfang Oktober geltende Regelung in Hamm ist damit erst einmal hinfällig. Feiern und Treffen im Privaten mit mehr als 25 Personen mussten gemeldet und genehmigt werden. Das war nur möglich, wenn es einen herausragenden Anlass für die Feier gab.

Die Stadt hätte diese Regelung gerne aufrechterhalten. Deshalb wird der designierte Oberbürgermeister Marc Herter nach Angaben eines Stadtsprechers am Montag persönlich beim Land nachhaken, welche Möglichkeiten es für Verschärfungen der Landesverordnung gibt.

Stein: Eine ganze Stufe bleibt zuhause

Am Sonntagabend gab das Freiherr-vom-Stein-Gymnasium bekannt, dass wegen einer Corona-Infektion zunächst am Montag für die komplette Stufe Q2 der Präsenzunterricht entfällt. Alle Schüler sollen strikt zu Hause bleiben und ihre Kontakte soweit es geht einschränken.

Im Überblick: Diese Regeln gelten ab Montag in Hamm

  • Der Aufenthalt in der Öffentlichkeit ist nur für zwei Haushalte erlaubt und mit maximal zehn Menschen.
  • Der Einzelhandel bleibt geöffnet, dort darf sich nicht mehr als ein Kunde auf zehn Quadratmetern Verkaufsfläche aufhalten. Restaurants, Bars, Clubs, Diskotheken und Kneipen müssen bis Ende des Monats schließen. Gastronomen bleibt die Lieferung und Abholung von Speisen erlaubt.
  • Veranstaltungen, die der Unterhaltung dienen, werden einen Monat lang untersagt. Profisport-Veranstaltungen wie etwa Spiele des ASV Hamm-Westfalen dürfen nur ohne Zuschauer stattfinden. Nicht erlaubt ist der Freizeit- und Amateursportbetrieb in öffentlichen und privaten Sportanlagen, Fitnessstudios, Schwimmbädern und ähnlichen Einrichtungen. Eine Ausnahme bildet der Individualsport allein, zu zweit oder mit dem eigenen Haushalt.
  • Das Museum, das Kino, der Tierpark, Wettannahmestellen, Bordelle, Schwimm- und Spaßbäder, Saunen, Fitnessstudios und ähnliche Einrichtungen werden geschlossen. Der Maxipark bleibt geöffnet. Musikfeste und Festivals sind bis 31. Dezember untersagt.
  • Schließen müssen auch Kosmetikstudios, Massagepraxen, Tattoo-Studios und ähnliche Betriebe. Medizinisch notwendige Behandlungen wie Physio-, Ergo- und Logotherapien sowie Fußpflege bleiben möglich. Friseursalons können öffnen.
  • Maskenpflicht besteht wie bisher in Bus, Bahn und Taxi. In privaten Autos gilt keine Tragepflicht eines Mundschutzes. Auch auf öffentlichen Plätzen soll es verstärkt eine Maskenpflicht geben, für die Wochenmärkte in Hamm ist das bereits der Fall. Für andere, stärker frequentierte Orte – etwa die Fußgängerzone – gibt es noch keine entsprechenden Entscheidungen.

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