Reaktion auf Landesvorgaben

Neue Corona-Regeln in Hamm schneller als gedacht - Sperrstunde ausgedehnt - Alle Infos

Oft unter Strom: Im Hammer Rathaus werden die Fäden der Hammer Politik gezogen.
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Im Hammer Rathaus müssen jetzt die neuen Corona-Regeln des Landes umgesetzt werden.

Eher als vermutet müssen in Hamm neue Corona-Regeln umgesetzt werden. Das hat vor allem Auswirkungen auf die in Hamm ohnehin schon geltende Sperrstunde - diese wird ausgeweitet. Auch Treffen in Privaträumen bleiben beschränkt.

Hamm - Am Mittag hatte Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann an einer Videoschalte mit Ministerpräsident Armin Laschet teilgenommen. Dort wurde verkündet, welche Regeln das Land neu erlassen oder verschärfen wird. Nachdem Laschet die Inhalte auf einer Pressekonferenz am Nachmittag bekannt gegeben hat, soll nun zügig auch eine neue Corona-Schutzverordnung des Landes greifen und dann schon am Samstag in Hamm umgesetzt werden.

Veränderte Sperrstunde ab Samstag

Weil in Hamm als Risikogebiet bereits weitreichende Maßnahmen erlassen wurden, wird es voraussichtlich nur geringe Anpassungen vor Ort geben müssen. „Bei vielem waren wir schon sehr weit“, sagte auch Stadtsprecher Tom Herberg. Einschneidend ist allerdings die Ausweitung der Sperrstunde für gastronomische Betriebe wie Kneipen und Bars und das Verbot des Alkoholverkaufs. Die Sperrstunde greift ab Samstag schon um 23 Uhr und nicht erst um 0 Uhr. Anders als bisher müssen die Betriebe dann auch bereits schließen und nicht nur die Zapfhähne hoch drehen. Andauern muss die Sperrstunde bis 6 Uhr. In dieser Zeit ist der Verkauf von Alkohol auch an Kiosken und Tankstellen verboten.

Am Freitagabend kann in Hamm also vorerst zum letzten Mal bis um ein Uhr nachts gefeiert werden. Danach ist bis auf Weiteres um 23 Uhr Schluss. Wie viele Wirte unter diesen Voraussetzungen ab Samstag überhaupt noch öffnen werden, ist noch nicht absehbar.

Die Sperrstunde setzt die Stadt nur mit Bauchschmerzen um. „Wir halten sie weiterhin in Hamm nicht für sinnvoll“, sagte Stadtsprecher Tom Herberg. Hamm sei eben keine Feiermetropole wie etwa Köln oder Düsseldorf, für Wirte hätte die eine Stunde Unterschied im Vergleich zur bisherigen lokalen Regelung erhebliche Auswirkungen. „Unsere Variante war sicher mit mehr Augenmaß getroffen“, so Herberg.

Diese Kontaktbeschränkungen gelten:

Selbst wenn es nicht im offiziellen Erlass des Landes stehen sollte, wird die Stadt Hamm notfalls auch im Alleingang Kontaktbeschränkungen auch in privaten Räumen aufrecht erhalten. Folgende Regeln gelten, solange Hamm über einem Inzidenzwert von 50 liegt:

- Feiern in öffentlichen Räumen dürfen nur zehn Personen besuchen.
- In privaten Räumen dürfen sich maximal 25 Personen versammeln, eine Kontaktliste muss geführt werden.
- In der Öffentlichkeit dürfen maximal fünf Personen oder auch mehr, dann aber maximal aus zwei Haushalten, zusammenkommen.
- Öffentliche (Kultur)-Veranstaltungen sind mit einem entsprechenden Hygienekonzept auf 20 Prozent der Raumkapazität aber maximal 250 Besucher beschränkt.
- Anders als das Land vorgibt, wird in Hamm wahrscheinlich ab der kommenden Woche schon bei deutlich weniger als 100 Gästen pro Veranstaltung (Lesungen, Konzerte etc.) ein Hygienekonzept notwendig sein. Überlegungen gibt es zu 50 oder sogar nur 25 Personen.
- Sportveranstaltungen dürfen weiterhin von 150 Gästen besucht werden, Ausnahmen sind die überörtlich aktiven Mannschaften des ASV Hamm-Westfalen und des SK Germania Herringen, bei denen schon bei einem Inzidenzwert von über 35 keine Zuschauer mehr erlaubt sind.

Krisenstab diskutiert Montag auch über Masken-Zonen

Am Montag wird sich der Krisenstab der Stadt treffen und über viele Detailfragen diskutieren. Thema wird da auch eine mögliche Maskenpflicht an ausgewählten Stellen im öffentlichen Raum sein. Der Wochenmarkt sei ein klassisches Beispiel für so einen Ort, sagte Herberg. Aber: „Eine Shownummer brauchen wir nicht. Wir machen das nur dort, wo es Sinn ergibt.“ Die ganze Fußgängerzone als Maskenpflicht-Gebiet auszuweisen sei deshalb unwahrscheinlich. In Schulen wird die Maskenpflicht dagegen auch nach den Herbstferien wie zuvor geregelt beibehalten. Das habe gut funktioniert.

Eine Beschleunigung bei der Einführung von Schnelltests könnte eine Gesundheitsverordnung des Bundes bringen, die in dem Gespräch angekündigt wurde. „Das würde die Labore enorm entlasten“, so Herberg. Gedankenspiele gibt es im Land nach WA-Informationen darüber, die Quarantäne mit negativem Coronatest schon nach fünf Tagen zu beenden - auch Schnelltests spielen in diesen Überlegungen eine Rolle.

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